Citadel  Forged With Fire 20191106183823

Citadel: Forged with Fire im Test – Harry Potter als Sandbox-MMO?

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Wie bereits erwähnt existiert keine epische Geschichte oder zumindest eine interessante Einleitung, die euch ins Spielgeschehen einführt. Stattdessen werdet ihr ziemlich lieblos in die riesige Open World geworfen. Und genauso lieblos geht eurer Abenteuer weiter. Nachdem wir unseren Charakter in einem spärlichen Editor erstellt haben, landen wir auf der Weltkarte und können uns für einen von drei Startgebieten entscheiden. Haben wir einen ausgesucht folgt ein kurzer Prolog als Zwischensequenz und wir starten in einer Höhle.

Am Eingang der Höhle, in welcher ihr erwacht, steht eurer erster Questgeber. Dieser ist unübersehbar mit einem riesigen Ausrufezeichen über seinem Kopf gekennzeichnet, welcher beinahe dieselbe Größe hat wie der Questgeber selbst. Sprechen wir diesen an, ploppt prompt eine TextBox auf, die uns unsere Aufgabe in Textform erklärt. Sprachausgabe Fehlanzeige. Dieser NPC soll die Spieler bestens auf die Welt vorbereiten und alle Spielmechaniken an Hand von Quests erklären.

Unsere erste Aufgabe ist es ein paar Äste und Steine einzusammeln, um unsere erste Waffe – eine Steinaxt – zusammenbasteln zu können. Nachdem wir dies erledigt haben und unsere erste Waffe in Händen halten, folgt eine weitere Fetch Quest. Wir sollen dieses Mal verschiedene Kräuter einsammeln. Leider gibt es keinen Questmarker oder sonstigen Leitfaden, der uns aufzeigt, wo wir besagte Kräuter finden oder wie diese überhaupt aussehen. Also gilt es die Welt auf eigene Faust zu erkunden. Das kann sowohl positiv als auch negativ aufgefasst werden. Viele Spieler hassen es an die Hand genommen zu werden und jedes noch so kleine Detail der Spielwelt erklärt zu bekommen, ich persönlich hätte gerne eine grobe Zielvorgabe zur Orientierung gesehen.

Nun sei es drum, ohne einen Schimmer wohin ich gehen soll, marschierte ich einfach los. Das Startgebiet, welches ich gewählt habe wirkte wie ein verfallenes Schloss. Ein riesiger Turm ragte am äußersten Rand der Ruine in den Himmel und in der Mitte fand ich zwei Wasserbecken vor. Ein Becken war mit einer roten Flüssigkeit gefüllt, der andere mit einer blauen. Erfahrene Spieler wissen, dass es sich hierbei nur um Heilbecken handeln konnte. Der rote füllt meine Lebensenergie und der blaue meine Manaenergie wieder auf. Dazwischen finde ich immer wieder seltsam glühende Steine vor, die als weitere Tutorial-Einlagen dienen. So erscheint, sobald ich mich den Steinen nähere, eine weitere TextBox auf, worin Tipps und Erklärungen zu Spielmechaniken zu finden sind. Eine etwas unglückliche Art und Weise den Spieler in eine Spielwelt einzuführen. Ich lasse die Ruine hinter mir und versuche die gesuchten Kräuter zu finden. Da ich nicht weiß, wie die aussehen, farme ich einfach alles weg, was mir unter die Finger kommt. Ich achte auf den Schriftzug, der mit jedem eingesammelten Objekt angezeigt wird, um herauszufinden was das alles sein soll. Zum Glück wird die aktuelle Quest zusätzlich am rechten oberen Bildschirmrand angezeigt und abgehackt, sobald ich die gesuchten Items gefunden habe.

Als ich auch diese Aufgabe bewältigt habe, folgen weitere Fetch Quests. Töte zwei Wildscheine, besorge eine Naturessenz, errichte eine Feuerstelle und brate ein salziges Steak. All das dient dazu euch die Spielmechaniken beizubringen. Haben wir alle erledigt, hat der NPC uns nichts mehr zu sagen und wir werden uns selbst überlassen. Dementsprechend gilt es die Welt frei Schnauze zu erkunden, was zunächst interessant klingen mag, doch diese wirkt trotz unterschiedlicher Tierarten ziemlich leer. Hier und da kämpfen wir gegen ein Wildschwein oder ein Bär, andere NPCs laufen nicht herum und auf andere Spieler trifft man nur, wenn man es schafft einen belebten Server zu finden. Unsere Versuche uns in einen Server einzuwählen endeten stets mit dem Absturz des Spiels. NPCs findet man zwar in der Welt, diese stehen aber an einem festen Punkt und statten euch mit weiteren Fetch Quests aus. Also langweiliger geht es kaum.