News Ticker

Händler-Boykott gegen GTA 6: Warum die leere Spielebox für massiven Ärger sorgt

Der Vorbesteller-Start von Grand Theft Auto VI schlägt gigantische Wellen – allerdings nicht nur im positiven Sinne. Nachdem Rockstar Games offiziell bestätigte, dass die physische Box-Version des Blockbusters im Handel komplett ohne Blu-ray-Disc und stattdessen nur mit einem Download-Code ausgeliefert wird, ziehen nun die ersten Spielehändler drastische Konsequenzen. Sie verweigern den Verkauf des wohl größten Spiels des Jahrzehnts.

„Keine echten Spiele“: Spezialisierte Händler ziehen den Stecker

Für Sammler und Fans physischer Medien war die Ankündigung von Rockstar ein schwerer Schlag. Doch der Frust sitzt nicht nur bei der Kundschaft tief. Mehrere internationale Händler, die sich bewusst auf den Erhalt und Vertrieb physischer Spiele spezialisiert haben, nehmen GTA 6 aus Protest gar nicht erst in ihr Sortiment auf.

Zu den prominentesten Vertretern des Boykotts gehört der bekannte kanadische Händler Video Games Plus (VGP). Das Unternehmen betont seit Jahrzehnten den ideellen und materiellen Wert echter physischer Spielesammlungen. In einem offiziellen Statement stellte VGP klar, dass man aus Prinzip keine Produkte anbiete, die lediglich einen Download-Code in einer Plastikhülle enthalten. Gleichzeitig betonten die Kanadier: „Diese Entscheidung sagt nichts über das Spiel selbst aus.“ Sollte Rockstar zu einem späteren Zeitpunkt doch noch eine echte Disc-Version pressen, würde man diese sofort ins Programm aufnehmen.

In den USA schlägt der Händler Loot Box Gaming in die exakt gleiche Kerbe. Auch dort wird GTA 6 in dieser Form nicht unterstützt. Man wolle der eigenen Kundschaft schlicht keine Mogelpackungen verkaufen, die den Begriff eines „echten physischen Spiels“ aus Sicht des Unternehmens nicht mehr erfüllen.

For nearly 40 years, VGP has been committed to supporting physical media and preserving the value of physical game ownership. As part of that commitment, our company policy is that we do not carry physical products for video game consoles that contain only a digital download code.

— VGP Video Games Plus (@vgp-videogamesplus.bsky.social) 24. Juni 2026 um 16:21

Trotz Boykott: Analysten erwarten keine Umsatzeinbußen

Obwohl das Zeichen der betroffenen Indie-Händler in der Industrie für Aufsehen sorgt, dürfte es den wirtschaftlichen Erfolg des Titels kaum bremsen. Branchenanalyst Mat Piscatella sieht die Situation auf der Plattform BlueSky jedenfalls nüchtern.

Laut Piscatella bringt das „Code in a Box“-Modell für viele Händlerketten – abseits der rein physischen Enthusiasten-Shops – sogar handfeste Vorteile. Angesichts des immer größeren Marktanteils von Konsolen ohne Laufwerk (wie der PS5 Digital Edition oder der Xbox Series S) können Händler so auch diese Zielgruppe mit einer Box im Laden bedienen. Vor allem Geschäfte, die ohnehin kein Geschäft mit gebrauchten Spielen betreiben, dürften von dem reinen Digital-Code in der Verpackung profitieren, da das Diebstahlrisiko sinkt und die Logistik einfacher wird. An den astronomischen Verkaufserwartungen für GTA 6 ändere der Boykott vereinzelter Händler laut dem Experten rein gar nichts.

Der weltweite Vorverkauf, unter anderem bei Branchenriesen wie Amazon, ist ungeachtet der Proteste wie geplant angelaufen. GTA 6 soll am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X/S erscheinen.

Was sagt ihr zu der Entscheidung der Händler? Richtiger Schritt zum Schutz von Discs und dem Gebrauchtmarkt oder ein aussichtsloser Kampf gegen den digitalen Wandel? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*