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The King is Watching im Test (PS5): Die Krone drückt auf der Konsole

Nach einem erfolgreichen Start auf dem PC erobert der preisnominierte Roguelite-Kingdom-Builder von Entwickler Hypnohead und Publisher tinyBuild, der dort bereits über 600.000 Mal verkauft wurde, nun auch die Konsolen. Auch dort will The King is Watching die Spieler süchtig machen, doch geht die Rechnung auf? Meistens scheitern solche Portierungen bereits an der Umsetzung der Steuerung. Während sich auf dem PC jeder strategische Schachzug schnell und bequem per Maus und Tastatur umsetzen lässt, tun sich viele Strategiespiele mit dem Controller schwer. Ob auch The King is Watching an diesem Problem krankt und wie sich der viel gelobte Suchtfaktor auf mich ausgewirkt hat, erfahrt ihr in diesem ausführlichen Test.

Titel: The King is Watching Release (Konsole): 29. Juli 2026 Plattformen: PlayStation 5, Xbox Series X|S, Xbox on PC, Nintendo Switch Entwickler: Hypnohead Genre: Roguelite-Strategie / Kingdom Builder / Tower Defense Publisher: tinyBuild

Danke an dieser Stelle an das Team von tinyBuild, das uns ein Testmuster für die PlayStation 5 zur Verfügung gestellt hat.

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https://youtu.be/aRQcWP2s5Dw?si=Genx2avB7qPUa4-U

Minimalismus mit Ansage

Auf eine Story verzichtet The King is Watching komplett und konzentriert sich einzig und allein auf das Gameplay. Entsprechend minimalistisch fällt auch das Menü aus: Nach dem Start werdet ihr direkt ins Geschehen geworfen. Außer einem Tutorial, das ich jedem neuen Spieler nur ans Herz legen kann, bleibt euch nichts anderes übrig, als einen Durchgang zu starten und euch einfach durchzuprobieren. Und wie bereits vermutet, ist gleich zu Beginn die Steuerung eure erste große Herausforderung – dazu aber gleich mehr. Zunächst zum Spielprinzip.

Der Blick des Königs

Auf der linken Seite des Bildschirms seht ihr euer Königreich. Bis auf die Grundmauern, die es zu beschützen gilt, ist davon anfangs noch nicht viel zu sehen, weshalb ihr wie in jedem Strategiespiel mit der mühsamen Beschaffung von Ressourcen startet – ohne die geht hier gar nichts. Für Wasser braucht ihr einen Brunnen, für Holz einen Wald, für Weizen ein Weizenfeld. Je weiter ihr voranschreitet, desto komplexer wird die Ressourcenbeschaffung, und es müssen ganze Produktionsketten gebaut und gemanagt werden: Für eine Musketier-Einheit etwa braucht ihr Eisen, das Eisen muss in einem Hochofen aus Erz geschmolzen werden, und das Erz müsst ihr wiederum aus Erzminen schürfen. Strategiefans kennen dieses Prinzip, doch euer Platz ist hier stark begrenzt, weshalb ihr klug mit dem verfügbaren Raum haushalten müsst.

Der Clou dabei: Ressourcen werden nur beschafft oder Produktionen nur vollendet, solange euer wachsames Auge darauf ruht – dargestellt durch hell erleuchtete Felder. Euer erster König kann dabei nur drei Felder gleichzeitig überwachen, während der Rest ruht. Im Spielverlauf lässt sich sein wachsamer Blick zum Glück auf bis zu sechs Felder erweitern, was allerdings ebenfalls wertvolle Ressourcen kostet.

Auf der rechten Seite des Bildschirms seht ihr den Außenbereich eures Königreichs. Von hier strömen die Gegner Welle für Welle herein, um euer Reich zu vernichten. Deshalb ist es wichtig, so schnell wie möglich eine Armee aufzustellen, um euch gegen Goblins, Oger, Drachen und sogar Götter zu behaupten. Von Welle zu Welle werden die Gegner zahlreicher und schwieriger. Solltet ihr euren ersten Durchgang nicht überleben, seid nicht zu geknickt – das gehört zur Spielerfahrung dazu, denn die Chance, gleich die erste Partie zu gewinnen, ist nahezu aussichtslos.

Fortschritt trotz Niederlage

Da es sich um ein waschechtes Roguelite handelt, werdet ihr nach einer Niederlage nicht einfach zurückgesetzt, sondern erhaltet grüne Münzen. Mit denen schaltet ihr nach und nach neue Inhalte frei, etwa eine Enzyklopädie, in der ihr Stärken und Schwächen eurer Gegner erforschen könnt. Viel entscheidender sind jedoch der Rat und das Upgrade-Gebäude. Letzteres ist eigentlich das wichtigste Element im Spiel, denn hier entscheidet sich, ob euch künftig Siege oder Niederlagen erwarten. Im Upgrade-Gebäude schaltet ihr neue Könige frei, die nicht nur einen anderen, wortwörtlichen Blickwinkel, sondern auch unterschiedliche Fähigkeiten mitbringen. Zudem lassen sich Berater freischalten, die euch das Spiel erleichtern – jeder von ihnen gewährt einen permanenten Bonus, und im Spielverlauf könnt ihr bis zu sechs von ihnen gleichzeitig ausrüsten. Einer sorgt etwa für schnellere Ressourcenproduktion, ein anderer lässt euch mit einer Mine starten, ein dritter schenkt euch starke Einheiten zu Beginn. Die Kombinationsmöglichkeiten sind zahlreich und erleichtern das Spiel ungemein – doch bis dahin müsst ihr euch erst durch grindlastige Mechaniken und frustrierende Niederlagen quälen.

Wenn das Steuerkreuz zur Stolperfalle wird

Und dann wäre da noch die Steuerung, die für mich eine echte Herausforderung war. Selbst nach mehreren Stunden kam ich mit dem ein oder anderen Knopf noch durcheinander. Mit den Schultertasten L2 und R2 schaltet ihr durch die einzelnen Menü-Schaltflächen: die Schaltfläche fürs Königreich, in der ihr Gebäude verschiebt oder bei Gebäuden mit Mehrfachauswahl – etwa dem Markt, an dem Weizen, Mehl oder Erz gegen Gold getauscht werden – eure Wahl trefft; direkt darunter die Bau-Schaltfläche, über die ihr entscheidet, was als Nächstes im Königreich entsteht, sofern die passenden Ressourcen vorhanden sind; dazu Schaltflächen für Einheiten, in denen ihr den Blick des Königs erweitert oder Einheiten verstärkt, für Zauber, für die Fähigkeiten des Königs sowie eine für die Spielgeschwindigkeit, und noch einige mehr.

Jede dieser Schaltflächen bietet naturgemäß unterschiedliche Optionen. Instinktiv wollte ich mit dem Steuerkreuz durch sie hindurch scrollen, um etwa das nächste Gebäude auszuwählen. Doch Achtung: Mit dem Steuerkreuz bewegt ihr stattdessen den Blick des Königs auf dem Spielfeld. Diesen Blick könnt ihr zusätzlich mit den Schultertasten R1 und L1 drehen, ganz wie früher bei Tetris – je nachdem, wie eure Gebäude angeordnet sind, ergibt ein Blickwinkelwechsel durchaus Sinn. Wer sich innerhalb einer Schaltfläche bewegen will, muss zwingend den linken Analogstick benutzen. Gerade zu Beginn ist das ausgesprochen tückisch, und man braucht erst ein Gefühl dafür, welche Schaltfläche man überhaupt gerade ausgewählt hat – sonst verzweifelt man ziemlich schnell.

Der Funke, der nicht überspringen wollte

Für mich persönlich war schon die Steuerung frustrierend, hinzu kam der grindige Gameplayloop, der mir zusätzlich den Spielspaß raubte – die so oft gelobte Sucht wollte sich bei mir jedenfalls nicht einstellen. Mit Maus und Tastatur werdet ihr diesen Frust vermutlich nicht in diesem Ausmaß nachvollziehen können. Nach ein paar Stunden und einigen Upgrades später konnte ich endlich meinen ersten Sieg einfahren, doch weil sich der Einstieg derart mühsam gestaltet hatte, fühlte sich dieser Sieg trotzdem bitter an – zumal ich im Grunde nichts erreicht hatte, außer neue Herausforderungen freizuschalten, die mich erneut in den Grind zwingen, um mir irgendwann die passenden Upgrades leisten zu können und für den nächsten Kampf gewappnet zu sein.

Ich muss gestehen, dass ich die Faszination dahinter nicht wirklich nachvollziehen konnte – das Spiel hat mich durchweg kalt gelassen. Es ist ein interessanter Mix bekannter Mechaniken aus Strategie, Management und Roguelite, doch der Funke wollte bei mir einfach nicht überspringen, weshalb ich den Hype um das Spiel nicht ganz verstehe. Einen Blick wert ist The King is Watching vor allem für alle, die kein Problem mit grindlastigen Spielen haben, die immer wieder dasselbe von euch verlangen. Selbst wenn ihr neue Gebiete, Könige oder Einheiten freischaltet, verändert sich visuell nur wenig, sodass ich einen spürbaren Mangel an Abwechslung wahrgenommen habe.

Fazit

The King is Watching bringt mit dem wandernden Blick des Königs ein wirklich cleveres Kernprinzip auf die Konsolen, das dem Genre eine eigenständige Note verleiht und für ordentlich Micromanagement sorgt. Bei mir konnte der Funke trotzdem nicht so richtig überspringen: Die gewöhnungsbedürftige Controller-Steuerung und der grindlastige Gameplayloop haben mir den Einstieg unnötig schwer gemacht, und auch danach stellte sich der viel gelobte Suchtfaktor bei mir nie wirklich ein. Wer bereits mit der PC-Version seinen Spaß hatte oder generell kein Problem mit fordernden, wiederholungsintensiven Roguelites hat, dürfte mit der Konsolenfassung trotzdem gut bedient sein – die Rechnung, die sich Hypnohead und tinyBuild vom Konsolenumstieg erhofft haben, geht für mich persönlich aber nur mit Abstrichen auf.

Wertung: 6.5 / 10

Pro & Kontra

Pro:

  • Cleveres Kernprinzip: Der wandernde Blick des Königs sorgt für eine eigenständige strategische Note.
  • Tiefes Upgrade- und Beratersystem: Viele Kombinationsmöglichkeiten, die das Spiel spürbar erleichtern.
  • Fairer Roguelite-Fortschritt: Niederlagen bringen trotzdem permanenten Fortschritt statt kompletten Reset.

Kontra:

  • Gewöhnungsbedürftige Controller-Steuerung: Steuerkreuz, Analogstick und Schultertasten überschneiden sich unintuitiv.
  • Grindlastiger Gameplayloop: Fortschritt erfordert viel Wiederholung, bevor Upgrades wirklich greifen.
  • Wenig visuelle Abwechslung: Neue Könige und Einheiten verändern das Spielgefühl kaum sichtbar.
  • Suchtfaktor stellt sich nicht bei jedem ein: Der gelobte „Ein-Run-noch“-Effekt bleibt hier aus.
Über Egor Sommer 2294 Artikel
Lange Zeit bei Playstation-Choice.de mitgewirkt und nun als Freelancer bei Gamolution.de tätig. Ich freue mich darauf euch weiterhin mit Tests, Specials und News rund um die Gaming-Welt zu informieren.
Kontakt: Webseite

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