
Funko-Pop-niedliche Zombies, ein komplett PvP-freies Überlebenskampf und die Möglichkeit, nach dem eigenen Tod einfach als Zombie weiterzuspielen: Zeverland vom neuen Studio Quantum Quirks hat mich auf der Gamescom restlos begeistert – und mir ganz nebenbei gezeigt, wie entspannend Survival-Multiplayer sein kann, wenn PvP komplett aus der Gleichung verschwindet.
Ich freue mich, euch heute das aus meiner Sicht bislang spielerfreundlichste und dabei auch noch Funko-Pop-niedlichste Zombie-Koop-Survival-Spiel vorzustellen, das ich in letzter Zeit anspielen durfte: Zeverland. Entwickelt wird der Titel von Quantum Quirks, einem neuen Studio, das laut eigenen Angaben von Branchenveteranen gegründet wurde – der Großteil des Kernteams bringt demnach über ein Jahrzehnt Erfahrung in der Spieleentwicklung mit, häufig aus leitenden Positionen an bekannten Titeln. Verbunden durch die gemeinsame Liebe zu Survival-Open-Craft-Spielen entstand daraus die Idee zu Zeverland.
Ein PvE-Paradies für Spieler mit wenig Zeit
Zeverland setzt komplett auf ein PvE-Erlebnis, ganz ohne PvP-Elemente. Was ich von den Entwicklern dazu gehört habe, hat mich mehr als glücklich gestimmt: Ich bin mittlerweile in einem Alter, in dem mich PvP tierisch auf die Nerven geht, weil meine Reflexe nicht mehr die besten sind und ich zudem ununterbrochen Zeit in ein und dasselbe Spiel stecken müsste, um überhaupt mithalten zu können. Dank Zeverland kann ich dagegen jederzeit, auch nach längeren Pausen, bedenkenlos wieder in die Welt eintauchen und das Spiel genießen.

Solo, mit Freunden oder auf riesigen Community-Servern
Gespielt werden kann entweder allein oder mit Freunden, indem ihr euer eigenes Spiel hostet, oder auf einem der offiziellen Server der Entwickler, wo eine riesige Spielwelt auf euch wartet. Konkret bietet Zeverland laut Entwicklerteam gleich drei verschiedene Server-Varianten: offiziell gehostete private Server für euch und eure Freunde auf einer 8×8 Kilometer großen Karte, offizielle permanente Server für über 1.000 Spieler ohne Einladungscode und ohne Wipes auf einer gewaltigen 72×72 Kilometer großen Karte, sowie offizielle Saison-Server in derselben Kartengröße, bei denen die Community gemeinsam entscheidet, wie eine Season endet, bevor am Saisonende ein kompletter Wipe der Welt stattfindet.

Überleben in einer verseuchten Welt
Im Kern steuert ihr in Zeverland einen Menschen, der sich in einer zombieverseuchten Welt wiederfindet – eure Hauptaufgabe ist simpel: überleben. Dabei kommen die üblichen Survival-Mechaniken zum Tragen, ihr benötigt Nahrung, Kleidung und mehr. Zusätzlich gibt es in der Welt verseuchte Gebiete, die ihr ohne spezielle Atemmaske besser nicht betretet, sonst infiziert ihr euch und werdet schnell selbst zum Zombie. Genau diese Erfahrung musste ich in meiner Anspielsession leider am eigenen Leib machen.
Eine durchgehende Geschichte oder Quests im klassischen Sinne wird es in Zeverland nicht geben, dafür aber ein rudimentäres Tutorial. Hier lernt ihr zu Beginn eures Abenteuers die Basics und bekommt eigentlich auch direkt eine Atemmaske ausgehändigt – in meiner zufällig generierten Welt lag die Maske allerdings hinter einem riesigen verseuchten Gebiet. Zwar konnte ich mir eine Krankenschwester als NPC anheuern, die mir auf Schritt und Tritt folgte, die Maske selbst erreichte ich aber nie. Dafür lernte ich eine richtig interessante Spielmechanik kennen.

Sterben ist nicht das Ende – Zombie-Sein hat Vorteile
Sterbt ihr in Zeverland, könnt ihr euch entscheiden: entweder spielt ihr als ZED, also als Zombie, weiter, oder ihr lasst euch als Mensch wiederbeleben. Aus Neugier habe ich natürlich den Zed ausprobiert. Als Zed müsst ihr nicht mehr auf Hunger, Ausdauer oder andere Survival-Aspekte achten, dafür könnt ihr als Zed nicht schwimmen – was ich auf eine ziemlich schmerzhafte Weise selbst herausfinden musste.
Da Zeverland komplett auf ein spielerfreundliches Erlebnis setzt und offenbar in allen Spielern das Gute herauskitzeln möchte, ist es nur folgerichtig, dass ihr euren Freunden auch als Zed dabei helfen könnt, in dieser zombieverseuchten Welt zu überleben. Als Zed lassen sich sogar mutierte Zombies bekämpfen, deren mutierte Arme, Beine oder Köpfe sich anschließend an den eigenen Körper montieren lassen. Mit verbesserten Beinen springt ihr etwa weiter und höher, mutierte Arme richten mehr Schaden an, und unterschiedliche Köpfe schalten teils noch geheime Fähigkeiten frei. „Mit einem Kopf kann man zum Beispiel einen Schrei auslösen, der einen Schwarm Zeds anlockt und sie für sich kämpfen lässt“, verriet mir Nelson Woon, Senior Director bei Quantum Quirks, während ich gebannt weiterspielte und versuchte, mir noch mehr Fragen zur Spielwelt einfallen zu lassen.
Offiziell bestätigt das Presse-Material vier spezielle Zed-Teile mit jeweils eigenen Fähigkeiten: einen Screamer-Kopf, der nahe Zeds herbeiruft und auf ein Ziel hetzt, einen Beast-Arm für Angriffe aus größerer Distanz mit breiterer Trefferfläche, Hunter-Beine für schnelles Sprinten und Superspünge, sowie einen Giant-Arm, mit dem sich schwere Gegenstände heben, aufgeladene Schläge austeilen und sogar Mitspieler oder normale Zeds hochheben lassen.

Von Loot-Verlust und einem Wii-U-Flashback
Was mir persönlich richtig gut gefällt, ist der Look und Stil des Spiels sowie die Aussicht auf die vielen Möglichkeiten, die ich in der begrenzten Anspielzeit auf solchen Events leider nicht alle selbst ausprobieren konnte, mir aber im Gespräch verraten wurden. So lässt sich überall auf der Weltkarte eine eigene Basis bauen. Spielt ihr mit Freunden, könnt ihr zu Beginn wählen, ob ihr an einem zufälligen Ort spawnt oder in der Nähe eurer Freunde.
Richtig cool finde ich außerdem, dass ihr euren eigenen Charakter als Zed in der Welt wiederfindet, wenn ihr sterbt und euch stattdessen als Mensch wiederbeleben lasst. Euer Loot geht beim Tod natürlich trotzdem verloren – wollt ihr ihn zurück, müsst ihr eure eigene Zed-Version aufspüren, ausschalten und ausplündern. Das hat mich stark an das Wii-U-Spiel ZombiU von Ubisoft erinnert, das ein ganz ähnliches Prinzip verfolgte.
Alles abbauen, alles umbauen
In der Spielwelt lässt sich fast alles abbauen und in die eigene Basis mitnehmen, ähnlich wie in Fortnite lässt sich die Umgebung bis zu einem gewissen Grad komplett umgestalten. Laut Entwicklerteam trifft das wortwörtlich auf fast alles zu: Strommasten, Tresore, Munition, Räder, Möbel, im Zweifel sogar ganze Ortschaften – wenn es existiert, lässt es sich vermutlich auseinandernehmen. Ganze Häuser, Tankstellen oder Feuerwachen könnt ihr euch aneignen und leerräumen, um das brauchbare Material heimzubringen, während sich eure eigene Basis anschließend Stein für Stein nach euren eigenen Vorstellungen hochziehen lässt.
Es gibt sogar die Möglichkeit, eure Basis direkt auf der Ladefläche eines Trucks zu errichten und euch so eine mobile Basis zu bauen – wirklich verrückt, wie viel Freiheit euch das Spiel hier lässt. Da die Welt riesig ist, gibt es natürlich auch unzählige Arten der Fortbewegung: Autos, Lkw, Fahrräder oder Motorräder haben die Entwickler ebenso bedacht. Jedes Fahrzeug-Grundgerüst bringt eigene Basiswerte mit (etwa Höchstgeschwindigkeit, Zuladung, Geländegängigkeit und Verbrauch) und verfügt über mehrere Mod-Slots für Front, Dach, Karosserie, Räder und Ladefläche – schon mit simplen Möbeln lässt sich ein Truck laut Entwicklern in eine mobile Festung verwandeln, künftig sollen zudem Panzerplatten, Maschinengewehre, Flammenwerfer, Rammböcke, Wasseraufbereiter und mehr dazukommen.

Ausrüstung modifizieren wie in Dead Rising
Ähnlich wie in Dead Rising lässt sich außerdem eure Ausrüstung modifizieren. Ihr könnt zum Beispiel einen Baseballschläger mit Draht umwickeln oder einen Zombiekopf darauf befestigen. Laut Presse-Material lassen sich solche Kombinationen dabei nicht nur optisch, sondern auch spielerisch verändern: Ein Tennisschläger kombiniert mit Eisen etwa verbrennt Zombies bei Kontakt und richtet zusätzlichen Schaden gegen entflammbare Gegner an, ein Dolch mit Gummihuhn lässt Zeds bluten und betäubt sie kurz, ein Metallschläger mit DSLR-Kamera betäubt gleich eine ganze Gruppe angelockter Zombies auf einmal. Sogar Zombieköpfe selbst lassen sich zu Waffenteilen verarbeiten. Zum Start des Early Access 2027 sollen so über 600 verschiedene Modifikationen möglich sein, und jede Kombination bringt laut Entwicklern echte spielmechanische Werte mit sich, seien es Elementareffekte, Bonusschaden gegen bestimmte Gegnertypen oder ein Tarnungsvorteil.

Basis, NPCs und eine Welt mit echten Konsequenzen
Ein Lager in Zeverland ist dabei mehr als nur ein Haus, in dem sich Ressourcen stapeln. Laut Entwicklern verbindet das Camp-System automatische Produktion, Mehrspieler-Bündnisse und NPC-gestützten RPG-Fortschritt: Matratzen, Wasseraufbereiter, Werkbänke und Geschütztürme lassen sich ebenso platzieren wie Hauspflanzen, Fernseher oder kleine Bücherregale, ganz nach eurem Geschmack. Verbindet ihr eure Basis mit der von Freunden, entsteht daraus eine gemeinsame, große Sicherheitszone mit geteilten Baurechten. In der Wildnis rekrutierte NPCs übernehmen zudem lästige Aufgaben für euch: Sie können automatisch Ressourcen sammeln, craften, Wache halten, heilen, neue Rezepte freischalten, Waffen aufwerten und sogar selbst weitere NPCs anwerben.
Auf den Saison-Servern kommt außerdem ein Fraktionssystem ins Spiel, das die Zukunft der jeweiligen Season aktiv mitgestaltet. Die Reindeer Union und die Purifiers wollen die Welt durch massive Infrastruktur- und Reinigungsprojekte wieder verbinden, Hive Biotech und die Human Progress Front experimentieren stattdessen an Impfstoffen und der menschlichen Evolution, der Sunset Shelter baut ein landesweites unterirdisches Überlebensnetzwerk auf, während Rainwatch sich dem Bäumepflanzen und der Heilung des Landes verschrieben hat. Je nachdem, welche Fraktion und welche Ziele sich auf einem Server durchsetzen, soll die jeweilige Season laut Entwicklern auf ein anderes Ende zusteuern.

Meine eigene Idee im Entwickler-Gespräch
Da das Spiel großen Wert auf Feedback legt, habe ich die Gelegenheit natürlich genutzt: Die Entwickler waren ziemlich angetan von meiner Idee, ein Floß oder Boot ins Spiel zu bringen. Aktuell gibt es nämlich nur die Möglichkeit, als Mensch zu schwimmen, um Wasserflächen zu überwinden – schade, wo doch auch Inseln generiert werden. Wie cool wäre es bitte, sich eine eigene Festung auf einer Insel zu errichten?
Wie weit ist Zeverland aktuell?
Laut aktuellem Presse-Material blickt Zeverland bereits auf beachtliche Community-Zahlen zurück: über 370.000 Steam-Wishlists, mehr als 40.000 aktive Community-Mitglieder und über 900.000 Trailer-Aufrufe allein auf IGN. Mit der bereits stattgefundenen Closed Beta Phase im Juni 2026, soll eine öffentliche Demo im ersten Quartal 2027 folgen, bevor der eigentliche Early-Access-Start im Laufe des Jahres 2027 stattfindet. Zu Beginn des Early Access sollen dann auch die bereits erwähnten über 600 Waffen-Modifikationen zur Verfügung stehen.
Mein Fazit
Zeverland hat mir richtig gut gefallen, und ich wollte am liebsten gar nicht mehr aufhören zu spielen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an das Entwicklerteam für die Geduld und den freundlichen Plausch – es war mir eine Ehre, sie kennenzulernen, und ich freue mich schon jetzt darauf, das Spiel und seine weitere Entwicklung im Blick zu behalten. Wer PvP-freies, entspanntes Zombie-Survival mit einer ordentlichen Portion Kreativität und Humor sucht, sollte sich Zeverland definitiv vormerken.
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