News Ticker

Angespielt: Alien: Isolation 2 wird ein atmosphärisches Monster!

Ich gebe es ehrlich zu: Ich habe den ersten Teil von Alien: Isolation nie zu Ende gespielt. Ich habe es immer wieder versucht, aber das Gameplay war mir damals schlicht zu träge, das Alien auf Dauer zu anstrengend und die schier unkaputtbaren Androiden ein Frustgarant. Ich gehörte zu jener Fraktion von Spielern, die teilweise zehn Minuten lang schweißgebadet im Schrank hockten und hofften, dass die extraterrestrische Bedrohung endlich weiterzieht. Dementsprechend skeptisch betrat ich am Donnerstag, den 27. August 2026, im Business-Bereich von Sega auf der Gamescom den Anspielraum. Doch was Creative Assembly mir in knapp 20 Minuten Demo servierte, hat meine Zweifel komplett weggefegt – und lässt mich nun sehnsüchtig auf den Release warten.

Die Ruhe vor dem Unwetter: Aufbruch auf dem Kolonieplaneten

Die Geschichte der Fortsetzung knüpft an die Ereignisse des Vorgängers an: Auf einem fernen Kolonieplaneten stößt ein Erkundungsteam auf das Wrack eines mysteriösen Fluggeräts. Kurz darauf bricht über die Siedlung der pure Horror herein, und es beginnt ein verzweifelter Kampf ums Überleben.

Die Demo beginnt in einem Fahrzeug, es ist stockdunkel, draußen tobt bereits ein Unwetter. Ich bin Teil eines dreiköpfigen Aufklärungstrupps, der eine Straße entlangfährt, bis wir anhalten müssen. Wir steigen aus und beginnen, die Umgebung des fremden Kolonieplaneten auf eigene Faust zu erkunden. Sofort merke ich, wie dicht die Atmosphäre bereits hier ist: Es ist dunkel, ich erahne meinen Weg eher, als dass ich ihn sehe. Das Gebiet wirkt weitläufig, doch als ich testweise vom vorgegebenen Pfad abweichen will, lande ich vor einer Wand aus dichtem Gestrüpp und unüberwindbaren Felsen. Keine unsichtbare Wand also, wie man sie aus älteren Spielen kennt, sondern eine deutlich immersivere Art, mich sanft in eine Richtung zu lenken – das nehme ich dem Spiel sofort ab.

Nach nur wenigen Schritten reißt der Himmel auf: Es blitzt und donnert, und mit jedem Donnerschlag zittert der Controller in meinen Händen. Eine Gewitterstimmung, die mich sofort in ihren Bann zieht – so eine dichte, bedrückende Atmosphäre habe ich in kaum einem anderen Spiel erlebt. Kurz danach reißt der Funkkontakt ab. Ich laufe zurück zum Wagen und muss feststellen: Meine beiden Begleiter sind spurlos verschwunden.

Das Wrack im Sturm

Auf der Suche nach ihnen entdecke ich das Wrack eines abgestürzten Raumschiffs. Ein Weg hinein findet sich schnell. Drinnen ist es zunächst ruhig, nur der strömende Regen prasselt gegen die Außenhülle. Der erste Raum, den ich betrete, ist mit zerstörten Androiden übersät – ein Anblick, der schon vorahnen lässt, dass hier vor Kurzem etwas Furchtbares geschehen sein muss. Und tatsächlich: Nur wenige Schritte weiter steht es plötzlich vor mir. Das Alien.

Die Inszenierung in diesem Moment ist weltklasse, und die Kreatur so gnadenlos, wie ich sie aus dem ersten Teil in Erinnerung hatte. Zum Glück lassen sich ihre Schritte akustisch ziemlich genau orten – am Sound erahne ich, wo sie sich gerade aufhält und wie weit sie noch entfernt ist. Je näher sie kommt, desto stärker vibriert dabei der Controller in meinen Händen, ein kleines, aber enorm wirksames Detail. In der Station verstreut liegen zudem Flaschen, die sich zur Ablenkung aufheben und werfen lassen. Trotzdem erwischt mich das Alien im Laufe der Demo mehrfach, und mir wird schnell klar: Jedes falsche Geräusch könnte das letzte sein.

Verfolgungsjagd durch die Dunkelheit

Am beklemmendsten sind dabei nicht die Momente, in denen ich das Alien sehe, sondern die, in denen es plötzlich verschwunden ist. Einmal kurz umgedreht, schon ist es weg – und genau dann steigt die Anspannung ins Unermessliche, weil ich weiß, dass es jederzeit aus einer Ecke auftauchen kann. Fair blieb es für mich dabei aber immer: Nie hatte ich das Gefühl, dass mich das Spiel unfair durch eine Wand hindurch entdeckt oder aus dem Nichts bestraft. Trotz der rasanten Geschwindigkeit der Kreatur wirkte jeder Tod nachvollziehbar, jeder knappe Fluchtmoment verdient erkämpft.

Neu gegenüber dem ersten Teil fühlt sich vor allem die Steuerung an: Sie ist spürbar geschmeidiger als noch 2014, fast schon so, als würde ich selbst zu Ellen Ripley werden. Hinzu kommt eine neue Klettermechanik, die mir richtig gut gefallen hat: An Kanten kann ich mich zunächst festhalten und mich anschließend wahlweise langsam mit dem Analog-Stick hochziehen oder mich schnell hochziehen, wenn hinter mir gerade keine Zeit für Vorsicht bleibt.

Knappes Entkommen

Nach einigen Minuten, die sich für mich deutlich länger anfühlten, als sie es tatsächlich waren, schaffe ich es mit mehr Glück als Verstand zurück zum Ausgang des Wracks. Der Cliffhanger, mit dem die Demo endet, hat mich seitdem nicht mehr losgelassen – mehr will ich an dieser Stelle aber gar nicht verraten.

Ein Cliffhanger, der im Kopf bleibt

Nach knapp 20 Minuten endet die Hands-On-Session mit einem gemeinen Cliffhanger, der mich mit rasendem Puls aus dem Raum entlässt. Alien: Isolation 2 verspricht genau das Sequel zu werden, das sich Skeptiker und Fans des Erstlings seit Jahren gewünscht haben: Ein kompromissloser Sci-Fi-Horror, der dank moderner Technik, feinfühligerer Steuerung und grandioser Soundkulisse maximale Anspannung garantiert.

Kein Termin, aber schon einiges an Hintergrundwissen

Zur Länge der finalen Kampagne oder einem konkreten Release-Termin wollte man mir vor Ort nichts verraten. Fest steht bislang nur, dass Alien: Isolation 2 für PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S sowie Nintendo Switch 2 erscheinen soll. In einem Interview, das die Kollegen von PC Games Hardware auf der Messe mit Creative Assembly geführt haben, gab es aber noch ein paar zusätzliche Details, die einige meiner eigenen Eindrücke technisch untermauern: Die Serie wechselt von der hauseigenen Cathode-Engine auf die Unreal Engine 5, wobei Beleuchtung und Sound mit eigens entwickelter Technik ergänzt wurden, um genau jene reaktive, bedrückende Stimmung zu erzeugen, die auch mir in meiner Session so aufgefallen ist. Die von mir erkundeten Außenbereiche sind dabei ein bewusst neues Konzept, das sich nahtlos, ganz ohne Ladebildschirm, mit den klassischen engen Innenräumen der Reihe abwechseln soll.

Auch zur KI hatte das Team eine klare Haltung, die exakt zu meinem Eindruck passt, dass mich das Alien nie unfair erwischte: „Es schummelt nicht. Wenn es dich sieht, sieht es dich. Wenn nicht, dann nicht.“ Ein mehrschichtiges KI-System soll dabei weiterhin den spielerischen Druck im Hintergrund regulieren, ohne die Spielfigur einfach durch Wände hindurch zu orten.

Mein Fazit

Auch wenn ich mit dem ersten Alien: Isolation nie so richtig warm wurde, hat mich die Demo zu Alien: Isolation 2 restlos überzeugt. Die geschmeidigere Steuerung, die neuen Kletter-Optionen, die dichte Gewitter-Atmosphäre und ein Alien, das fordernd, aber fair bleibt, ergeben zusammen ein Horror-Erlebnis, das ich so kaum in einem anderen Spiel erlebt habe. Wer wie ich beim Erstling irgendwann entnervt aufgegeben hat, sollte Alien: Isolation 2 definitiv eine zweite Chance geben – ich für meinen Teil kann kaum aufhören, an das Spiel zu denken.

Über Egor Sommer 2292 Artikel
Lange Zeit bei Playstation-Choice.de mitgewirkt und nun als Freelancer bei Gamolution.de tätig. Ich freue mich darauf euch weiterhin mit Tests, Specials und News rund um die Gaming-Welt zu informieren.
Kontakt: Webseite

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*