
Warum verschwinden beliebte Rennspiele nach einigen Jahren spurlos aus den digitalen Stores? Mike Brown, Gründer von Maverick Games und ehemaliger Creative Director der Forza Horizon-Reihe, gewährt seltene Einblicke in die komplexen Lizenzverträge der Rennspiel-Branche und erklärt, warum die Rechte bei Forza „enttäuschend kurz“ bemessen sind.
Der Ablaufdatum-Fluch bei Autolizenzen
Wer ältere Forza Horizon-Teile im Microsoft Store sucht, stößt schnell an Grenzen: Regelmäßig werden frühere Serienableger nach einigen Jahren aus dem Verkauf genommen (Delisting). Der Grund dafür liegt laut Mike Brown in den strengen Verträgen mit den Automobilherstellern, Musiklabels und Markenpartnern.
Jede eingeräumte Lizenz besitzt ein festes Ablaufdatum. Unbefristete Nutzungsrechte seien in der Automobilbranche extrem selten und finanziell kaum tragbar. Für Entwickler wie Playground Games bedeutet dies eine logistische Herausforderung:
- Synchronisierte Laufzeiten: Sämtliche Lizenzen für hunderte Fahrzeuge und Songs müssen so verhandelt werden, dass sie zeitgleich auslaufen. Endet auch nur eine einzige wichtige Lizenz vorzeitig, darf das gesamte Spiel nicht mehr digital verkauft werden.
- Kurze Fristen: Brown beschreibt die ausgehandelten Zeiträume bei Forza als enttäuschend kurz, weshalb die Verkaufsfenster der Rennspiel-Klassiker vergleichsweise schnell schließen.
Maverick Games plant langfristig mit „Clutch“
Für sein neues Rennspiel-Projekt Clutch möchte Brown mit seinem neuen Studio Maverick Games einen nachhaltigeren Weg einschlagen. Das Ziel sei es, Verträge so zu gestalten, dass das Spiel auch nach vielen Jahren noch im Handel erhältlich bleibt.
Man befinde sich bei Clutch in einer guten Verhandlungsposition und wolle vermeiden, dass frühere Serienteile aus den Stores entfernt werden müssen, sobald spätere Nachfolger erscheinen.
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