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Angespielt: Wardens of Avalon ist V Rising im Artus-Mantel – und hat mich trotz Messe-Müdigkeit gepackt

Zum Abschluss eines langen Gamescom-Tages durfte ich noch Wardens of Avalon anspielen, ein dunkles Arthus-Action-RPG von Runes Studio. Sowohl ich als auch der Entwickler, der mich durch die Demo führte, waren an diesem Punkt bereits ordentlich erschöpft – überzeugt hat mich das Spiel trotzdem.

Es war der letzte Termin eines langen Messetags, als ich mich noch zu Wardens of Avalon gesellte, und die Müdigkeit war an diesem Punkt sowohl mir als auch dem Entwickler, der mich durch die rund 30-minütige Demo führte, deutlich anzumerken. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen, weil sich das Team trotz Erschöpfung sichtlich Mühe gab, mir die wichtigsten Mechaniken näherzubringen – bin ich mit einem positiven Eindruck aus dem Termin gegangen.

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https://youtu.be/xhnWms1xiR0

V Rising als offen zugegebene Inspiration

Gleich zu Beginn verriet mir der Entwickler, dass V Rising eine große Inspirationsquelle für die Idee hinter Wardens of Avalon war. Wer das isometrische Vampir-Survival-Spiel kennt, wird sich in Wardens of Avalon daher schnell zurechtfinden: Auch hier erkundet ihr eine gefährliche, isometrisch dargestellte Welt, sammelt Ressourcen und baut euch nach und nach eine eigene Basis auf.

Eine Stadt in Bezirken statt freiem Bauen

Da die Zeit für die Präsentation wirklich knapp bemessen war, führte mich der Entwickler recht zügig durch die Welt und erklärte mir dabei die wichtigsten, spezifischen Mechaniken des Spiels. Eine davon: Anders als man es von vergleichbaren Titeln kennt, lässt sich die eigene Stadt nicht komplett frei aus der Landschaft stampfen. Stattdessen ist sie in feste Bezirke unterteilt, etwa ein Handwerksviertel oder ein Minenviertel. Ihr werdet also nur an bestimmten, vorgesehenen Stellen Gebäude errichten können und der Stadt so nach und nach wieder zu altem Glanz verhelfen.

Ganz uneigennützig ist das Ganze dabei nicht: Im Laufe des Spiels schaltet ihr verschiedene hilfreiche Features frei, etwa einen Schmied, der eure Ausrüstung verbessert, einen Händler, der euch Heilgegenstände und mehr verkauft, oder Bereiche, die automatisch Ressourcen für euch abbauen. Der Wiederaufbau der Stadt ist also nicht nur Selbstzweck, sondern zahlt sich direkt aufs eigene Vorankommen ein.

Überraschend vertikale Erkundung

Auch die Erkundung selbst hat mich positiv überrascht, da sie deutlich vertikaler aufgebaut ist, als ich erwartet hätte. In einem kleinen Areal voller Skelettkrieger musste ich nicht nur fiesen Fallen ausweichen und die Gegner ausschalten, sondern konnte auch einen Fahrstuhl nutzen, der mich auf eine erhöhte Plattform brachte. Dort wartete eine Kiste mit Ausrüstung und sogar einem mächtigen Zauber auf mich – die Belohnung fürs genaue Erkunden abseits des direkten Wegs.

Vorsicht ist dabei allerdings geboten: Wer abstürzt, stirbt, denn Fallschaden ist in Wardens of Avalon durchaus ernst zu nehmen. Stirbt man, verliert man zudem seinen kompletten Loot und muss zum Ort des eigenen Todes zurückreisen, um den alten Rucksack wieder einzusammeln – ein Risiko-Element, das ich aus Genrekollegen wie Diablo oder eben V Rising kenne und das hier gut ins vertikale Leveldesign eingebettet wurde.

Zu viert gegen die gefallenen Ritter der Tafelrunde

Wardens of Avalon lässt sich außerdem im Koop mit bis zu drei Freunden spielen, ihr könnt also insgesamt zu viert gemeinsam losziehen. Auf euren Streifzügen erwarten euch Mythen rund um die Sage König Arthurs sowie Dungeons voller Loot und großer, gefährlicher Bossgegner. Zu Beginn des Abenteuers ist die Insel Avalon dabei nur über ein einziges Portal erreichbar, im Verlauf des Spiels schaltet ihr aber weitere Portale für die Schnellreise frei.

Was die offizielle Ankündigung noch verrät

Über die Eindrücke aus meiner Anspielsession hinaus habe ich mir das offizielle Material noch etwas genauer angeschaut. Demnach sind sämtliche Ritter der Tafelrunde der Korruption verfallen, ihre einst glorreichen Anwesen liegen in Trümmern, und selbst König Artus scheint längst nicht mehr die Legende zu sein, von der die Barden einst sangen. Auserwählt von Morgan Pendragon persönlich, schließt sich euer Charakter als neues Mitglied den sogenannten Twilight Knights an, um Camelot wieder zu einem Lehen aufzubauen, das der einstigen Tafelrunde würdig ist.

Kämpferisch setzt Wardens of Avalon dabei laut Entwicklern auf ein klassenloses System, das euch bewusst Freiheit lassen soll: Ihr könnt euren Eid brechen, einen neuen schwören und euren Spielstil dadurch jederzeit anpassen. Neben klassischen Waffen und Rüstungen, die sich mit mächtigen Siegeln versehen lassen, dürft ihr euch etwa mit einem Hammer auf betäubende Wucht spezialisieren, heilige Rüstungen zur Verstärkung eurer Feuerkraft tragen oder euch – auf eigenes Risiko – von der Korruption selbst durchdringen lassen, um besonders hohen Schaden anzurichten. Ausweichen, Parieren und der gezielte Umgang mit den Elementen sollen dabei zu den zentralen Kampf-Werkzeugen zählen.

Entwickelt wird Wardens of Avalon vom französischen Studio Runes Studio, das zuvor bereits Goblin Gladiators veröffentlicht hat. Als Publisher fungieren The Arcade Crew (bekannt für Titel wie Drop Duchy und Abyssus) gemeinsam mit deren Mutterunternehmen Dotemu. Enthüllt wurde das Spiel bereits im Juni 2026, ein offizieller Release-Termin für 2027 auf PC steht bereits fest, ein Erscheinen auf weiteren Plattformen wurde bislang nicht angekündigt.

Mein Fazit

Auch wenn sowohl ich als auch der Entwickler an diesem Punkt der Gamescom bereits sichtlich erschöpft waren, konnte mich Wardens of Avalon in der knappen halben Stunde überzeugen. Die Mischung aus Basisbau in klar strukturierten Bezirken, überraschend vertikalem Leveldesign und einem spürbaren Risiko-Belohnungs-System dürfte vor allem Fans von isometrischen Action-Rollenspielen ansprechen – und ganz besonders alle, die schon in V Rising ihre Zeit versenkt haben. Ein Spiel, das ich definitiv im Auge behalten werde.

Über Egor Sommer 2292 Artikel
Lange Zeit bei Playstation-Choice.de mitgewirkt und nun als Freelancer bei Gamolution.de tätig. Ich freue mich darauf euch weiterhin mit Tests, Specials und News rund um die Gaming-Welt zu informieren.
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