News Ticker

Split Fiction – setzt neue Maßstäbe im Koop-Genre – PS5

Split Fiction – Ein neuer Meilenstein im Koop-Genre

Kooperative Spiele, die echte Zusammenarbeit erfordern, bleiben auch heute noch eine Seltenheit. Wir hatten das große Vergnügen, Split Fiction gemeinsam auf der PlayStation 5 zu testen – doch erfüllt es wirklich alle Erwartungen und wird den hohen Maßstäben des Genres gerecht?

Gameplay und Koop-Design

Split Fiction überzeugt durch ein vielseitiges, clever durchdachtes Leveldesign, das auf echte Kooperation setzt. Die Spielmechaniken sind abwechslungsreich, sinnvoll verzahnt und fordern von beiden Spielern gleichermaßen Aufmerksamkeit, Kommunikation und strategisches Denken.

Das Spiel verlässt sich nicht auf simple Aufgabenverteilungen, sondern stellt die Spieler immer wieder vor Herausforderungen, die nur durch aktives Zusammenwirken zu lösen sind. Mal agiert man aus unterschiedlichen Perspektiven gleichzeitig auf dasselbe Ziel hin, mal muss man sich aufeinander verlassen, um einen komplexen Mechanismus zu überwinden. Besonders lobenswert ist dabei die ständige Aktivierung beider Spieler – Leerlaufphasen oder einseitige Aufgaben gibt es praktisch nicht. Die Steuerung bleibt dabei stets präzise, Eingaben werden direkt umgesetzt, und die Lernkurve ist hervorragend ausbalanciert: anspruchsvoll, aber nie überfordernd. Die Geschichte entfaltet sich organisch über das Gameplay und bleibt stets motivierend, aber dazu später mehr.

Grafik und Atmosphäre

Visuell ist Split Fiction ein echtes Highlight. Der stilisierte Look vereint verspielte Elemente mit atmosphärischer Tiefe und sorgt so für eine Welt, die gleichermaßen fantasievoll wie glaubwürdig wirkt. Jedes Level bietet ein eigenständiges Design mit stimmigen besonders in Szene gesetzten Lichtstimmungen, einer fein abgestimmten Farbpalette und zahlreichen kleinen Details, die zur Immersion beitragen.

Besonders beeindruckend ist die kreative Vielfalt der Umgebungen: Kein Areal gleicht dem anderen, und immer wieder überrascht das Spiel mit neuen visuellen Ideen. Auf technischer Ebene überzeugt Split Fiction durchweg. Die PS5-Version läuft in nativer 4K-Auflösung bei stabilen 60 Bildern pro Sekunde – und das konstant, selbst in anspruchsvolleren Passagen. Die Ladezeiten sind minimal, die Übergänge zwischen den Szenen somit nahtlos.

Performance und Technik

In puncto Technik leistet sich Split Fiction keinerlei Schwächen. Während unseres kompletten Durchlaufs kam es zu keinem einzigen Absturz oder spielrelevanten Bug. Ein kleiner Clipping-Fehler in einer Zwischensequenz blieb die einzige Auffälligkeit – kosmetischer Natur und ohne Einfluss auf das Spielgeschehen.

Die Checkpoints sind intelligent gesetzt, was gerade in fordernden Momenten Frust vermeidet. Besonders hervorzuheben ist die Einbindung der PS5-spezifischen Features: Der DualSense-Controller wird ausgezeichnet genutzt, sei es durch adaptives Trigger-Feedback, haptische Impulse oder subtil eingesetzte Soundeffekte aus dem Controller selbst. Das verstärkt die Immersion spürbar, ohne aufdringlich zu wirken.

Storytelling und emotionale Tiefe

Neben dem spielmechanischen Feinschliff bietet Split Fiction eine überraschend tiefgehende Geschichte. Die Handlung bewegt sich zwischen Realität und Fantasie, zwischen emotionaler Intimität und erzählerischer Größe. Themen wie Verlust, Vertrauen, Verdrängung und persönliche Entwicklung werden sensibel und ohne Kitsch behandelt.

Die Figuren sind authentisch geschrieben, die Dialoge glaubwürdig, und die Entwicklung der Charaktere geschieht nachvollziehbar und ohne künstliche Dramaturgie. Besonders stark gelingt Split Fiction der Wechsel zwischen den spielbaren Figuren: Dadurch entstehen verschiedene Perspektiven auf dieselben Konflikte – was nicht nur narrativ interessant ist, sondern auch das Spielerlebnis vertieft.

Nach dem vielfach ausgezeichneten Koop-Hit It Takes Two legt das schwedische Studio Hazelight nun mit Split Fiction ein weiteres gemeinschaftliches Spielerlebnis vor. Doch wer erneut ein humorvolles Abenteuer voller Slapstick und verspielter Mini-Games erwartet, wird überrascht sein: Split Fiction schlägt einen anderen Ton an. Es ist leiser, emotionaler, reifer. Statt auf turbulente Action und augenzwinkernde Gags zu setzen, erzählt das Spiel eine tiefgehende Geschichte über Nähe, Verlust und das, was zwischen zwei Menschen unausgesprochen bleibt. Der Vergleich zu It Takes Two liegt nahe – schließlich stammen beide Spiele aus derselben kreativen Feder. Doch Split Fiction will nicht bloß unterhalten. Es fordert – emotional, erzählerisch, kooperativ.

Fazit

Split Fiction ist weit mehr als nur ein weiteres Koop-Spiel – es ist ein rundum durchdachtes, technisch sauberes und ein erzählerisch kraftvolles Werk, das den Begriff „Zusammenspielen“ in jeder Hinsicht ernst nimmt. Spieler werden hier nicht nur unterhalten, sondern emotional eingebunden und auf kreative Weise herausgefordert.

In unseren Augen übertrifft Split Fiction den hochgelobten Vorgänger It Takes Two – sei es in Bezug auf Storytelling, Spielmechanik oder technische Umsetzung. Die Vielseitigkeit der Aufgaben, die erzählerische Tiefe und das ästhetische Design machen dieses Spiel zu einem echten Meilenstein im Genre. An dieser Stelle möchten wir uns ausdrücklich bei dem Publisher Electronic Arts bedanken, der uns Split Fiction freundlicherweise für diesen Test zur Verfügung gestellt hat.

Gesamtwertung: 9,5 von 10 Punkten

Ein Meilenstein im Koop-Genre – spielerisch, technisch und emotional.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*