
MindsEye, das ambitionierte Projekt des neuen Studios Build a Rocket Boy, wurde nach seinem katastrophalen Release zur Zielscheibe massiver Kritik – und nun folgt ein Paukenschlag: Studio-Chef Leslie Benzies, ehemals federführend bei GTA V, erhebt schwere Vorwürfe. In internen Gesprächen sprach er laut eines Berichts von Play3 von „internen und externen Saboteuren“, die den Launch des Spiels absichtlich torpediert haben sollen. Auch Co-CEO Mark Gerhard unterstützte diese Sicht bereits zuvor. Er vermutet eine „100% externe Kampagne“, die durch bezahlte Nutzerbewertungen gezielt negatives Feedback erzeugt haben soll.
Die Vorwürfe klingen dramatisch – besonders vor dem Hintergrund, dass MindsEye mit einem Metascore von gerade einmal 38 Punkten und einem verheerenden User Score gestartet war. Der Titel, einst als Prestigeprojekt eines der berühmtesten Entwickler der Branche angekündigt, wurde als unfertig, technisch instabil und inhaltlich unausgereift kritisiert. Viele Käufer verlangten Rückerstattungen – und erhielten sie, unter anderem via PlayStation Store.
Doch anstatt sich dem Debakel zu ergeben, plant das Studio einen Relaunch. Dieser soll sich an der Erfolgsgeschichte von Cyberpunk 2077 orientieren. CD Projekt RED hatte es geschafft, ein zunächst gescheitertes Spiel durch kontinuierliche Updates in ein respektables Action-RPG zu verwandeln. Auch MindsEye soll mit Patches, einer überarbeiteten Struktur und klareren Inhalten gerettet werden – ob dies gelingt, bleibt ungewiss.
Währenddessen brodelt es intern. Laut mehreren LinkedIn-Profilen gibt es Hinweise auf Sorgen unter den Mitarbeitern. Build a Rocket Boy sowie das Mutterunternehmen PlayFusion sollen Budgetkürzungen vorgenommen und sich auf Personalabbau vorbereitet haben. In Kommentarspalten und Foren äußern viele Gamer nicht nur Enttäuschung über das Spiel, sondern auch Zweifel an den Sabotage-Vorwürfen. Für manche klingt Benzies’ Verhalten wie eine Schutzbehauptung, für andere wie ein Ausdruck von Kontrollverlust.
MindsEye bleibt vorerst ein Mahnmal gescheiterter Ambitionen – und ein Hoffnungsträger für ein mögliches Comeback. Ob sich das Blatt wirklich wenden lässt, hängt nicht nur vom Relaunch ab, sondern auch davon, ob das Team hinter dem Spiel sein Vertrauen bei den Spielern zurückgewinnen kann.
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