
Das einst gefeierte Entwicklerstudio Sony Bend, bekannt für den PS4-Kult-Hit Days Gone, erlebt derzeit turbulente Zeiten. Während Fans auf eine Fortsetzung hofften, scheint das Studio selbst erst einmal mit dem Überleben beschäftigt zu sein.
Laut einem aktuellen Bericht wurden mehrere unangekündigte Projekte gestrichen, darunter ein ambitioniertes Live-Service-Projekt, das ursprünglich Teil von Sonys Multiplayer-Offensive sein sollte.
Von der Zukunft zur Fußnote: Projektstopp nach Concord-Flop
Sony verfolgte einst die Vision, bis zum Jahr 2026 ganze zwölf Live-Service-Titel zu veröffentlichen. Doch nach dem katastrophalen Launch von Concord wurde die Strategie offenbar stillschweigend überarbeitet. Die Folge: Sieben Projekte flogen aus der Pipeline, darunter auch eines von Sony Bend.
Mit dem Verschwinden von Bend Studios’ Live-Service-Projekt versinkt ein weiterer Baustein von Sonys Multiplayer-Traum im digitalen Nirwana.
Was sagt die Belegschaft? Leaks auf LinkedIn geben Einblick
Einen unverblümten Blick hinter die Kulissen geben Profile ehemaliger Entwickler. So berichtet Game Designer Jacob Fieth davon, an gleich mehreren gestoppten Projekten gearbeitet zu haben, darunter:
- Open-World-Eventsysteme
- Rätseldesign-Prototypen
- Layouts für interaktive Karten
- Cutscenes und Animationskonzepte
Mit anderen Worten: Bend Studio hatte durchaus Ideen – nur keinen Rückhalt mehr von Sony.
Entlassungen mit bitterem Beigeschmack
Im Juni 2025 kam der nächste Schlag: Rund 30 % der Belegschaft, etwa 40 Mitarbeiter, wurden vor die Tür gesetzt. Darunter auch Veteranen, die teils über ein Jahrzehnt Teil des Studios waren.
Creative Lead Kevin McAllister zeigte sich sichtlich betroffen:
„Es ist ein trauriger Tag bei Bend. Ich liebe dieses Studio, es bedeutet mir sehr viel.“
Traurig – und symbolträchtig: Das Studio, das einst gegen alle Widerstände Days Gone zum Erfolg machte, wird nun selbst zum Opfer strategischer Kurskorrekturen.
Was bleibt – und was kommt?
Offiziell arbeitet Sony Bend weiterhin an einem neuen Projekt. Worum es geht, weiß jedoch niemand. McAllister versprach immerhin, man wolle weiterhin „coolen Shit“ machen.
Eine charmante Aussage – doch in Zeiten von Projektabbrüchen und Massenentlassungen klingt sie fast wie der Optimismus eines Kapitäns auf einem halb gesunkenen Schiff.
Vom Ausnahmestudio zum Sorgenkind
Sony Bend galt einst als Paradebeispiel für kreative Eigenständigkeit innerhalb Sonys First-Party-Reihe. Nun steht das Studio auf wackeligem Fundament – mit vagen Versprechen, gestrichenen Ideen und einer Belegschaft, die nicht weiß, wie es weitergeht.
Die Ironie? Während Sony Millionen in KI und Monetarisierungsmodelle steckt, verliert ein Studio mit Herzblut und Fankultur seinen Rückhalt. Vielleicht ist „Service Game“ doch nicht gleich „Herzensprojekt“?
Quelle: Tech4Gamers;
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