
Comrade Buddy lädt zur eigenen Beerdigung – und Indie-Fans dürfen zuschauen. In „Sobakistan – The Land of Dogs“ wird schwarzer Humor zum Staatsprogramm.
Was kommt dabei raus, wenn man „Papers, Please“, „Disco Elysium“ und einen satirischen Tiercomic in einen Mixer wirft? Vermutlich etwas wie „Sobakistan – The Land of Dogs“ – das neu angekündigte narrative Abenteuer vom Indie-Studio Terletski Games, das auf Steam 2026 erscheinen soll.
Die Entwickler nehmen uns mit in eine finstere, abgeschottete Hundediktatur voller abgedrehter Ideen, düsterem Humor und überraschend tiefgründiger Story. Willkommen in Sobakistan, wo alle Einwohner Hunde sind – und Glücklichsein zur patriotischen Pflicht erklärt wurde.
Be happy. Or else.
Die Geschichte beginnt auf besonders absurde Weise: Comrade Buddy, der ewige Führer von Sobakistan, will seine eigene Beerdigung inszenieren – zu Lebzeiten. Warum? Um zu sehen, wie sehr das Volk ihn wirklich liebt. Dafür öffnet das Regime erstmals seine Grenzen und lädt ausländische Gäste ein.
Einer davon: Henri Pascal, ein journalistisches Chamäleon (wortwörtlich!), berühmt für investigative Dokus. Der Spieler schlüpft zunächst in seine Haut und bereitet eine Reportage über das streng abgeschottete Hundereich vor – allerdings ohne professionelle Technik: Seine Kamera wird sofort konfisziert und durch ein Überwachungsgerät ersetzt, das nur Textaufzeichnungen, pixelige Fotos und GPS-Tracking erlaubt. Willkommen im Überwachungsstaat.
Mehr Perspektiven, mehr Wahnsinn
Das Spiel erzählt seine Geschichte in 13 Kapiteln und erlaubt es dir, in insgesamt sechs verschiedene Charaktere zu schlüpfen – jeder mit seiner ganz eigenen Sicht auf die Geschehnisse:
- Henri Pascal – Investigativer Journalist in Reptilienform
- Comrade Buddy – Der ewige Sonnenstrahl und Führer Sobakistans
- Der Supreme General – Geheimer Sicherheitschef und rechte Pfote des Regimes
- Orbita – Ein mysteriöses Hundemädchen mit schicksalhafter Rolle
- Tadeusz Wolczetski – Ein früh erwachsener Wolf-Junge mit rebellischem Funken
- Harmony – Eine loyale Arbeiterin mit Zweifel im Herzen
Der Clou: Du erlebst zentrale Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln, was das Storytelling besonders dynamisch macht.
Schräge Mischung trifft auf starke Themen
„Sobakistan“ verbindet JRPG-Elemente wie rundenbasierte Sequenzen und Item-Management mit Mini-Games, Puzzles und entscheidungsbasierten Dialogen. Und obwohl alles in charmantem Pixel-Art-Stil präsentiert wird, ist der Ton überraschend ernst. Die Entwickler zielen klar auf politische und soziale Themen ab – von Propaganda bis Identitätsverlust – immer gewürzt mit einer guten Dosis schwarzem Humor.
Meta-Gags und das Durchbrechen der vierten Wand gehören genauso zum Konzept wie multiple Enden, je nachdem, wie sich der Spieler verhält. Wer genau hinschaut, wird außerdem zahlreiche Anspielungen auf das gleichnamige Comic-Original entdecken – eine weitere kreative Spielwiese der Macher.
Wann geht’s los?
Eine erste Demo mit zwei Kapiteln und den Charakteren Henri Pascal und Harmony ist für Sommer oder Herbst 2025 geplant. Der vollständige Release soll dann 2026 via Steam folgen. Wer sich schon jetzt einstimmen will, kann sich den Trailer ansehen oder einen Blick in den Original-Comic werfen.
Fazit:
„Sobakistan – The Land of Dogs“ sieht aus wie ein Indie-Game für Fans schräger Geschichten, aber liefert obendrauf politische Satire, emotionale Tiefe und stylishe Pixelästhetik. Wenn du auf abgedrehte Szenarien mit echtem Biss stehst, solltest du dir diesen dystopischen Hunde-Staat vormerken.
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