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Alpha Response: Intensiver Tactical-Shooter von Counter-Strike-Legende auf der Gamescom 2025

Mitten im pulsierenden Indie-Paradies der gamescom, Halle 10.2, traf ich auf eine wahre Legende: Minh „Gooseman“ Le, Mitbegründer von Counter-Strike und prägende Figur meiner Jugend – und eines ganzen Genres. An einem unscheinbaren Stand mit gerade einmal drei PCs präsentierte er sein neuestes Werk: Alpha Response. Ein Tactical-Shooter, der besonders PvE-Koop-Fans von Spielen wie Payday oder Back 4 Blood ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern dürfte.

Worum geht es in Alpha Response eigentlich?

Bevor ich meine persönlichen Eindrücke teile, hier ein klarer Überblick: Du schlüpfst in die Rolle eines Elite-Polizisten und erledigst missionsbasierte Einsätze – solo oder im Koop mit bis zu vier Spielern. Ob Geiseln befreien, Bomben entschärfen oder VIPs eskortieren – jeder Einsatz stellt dich vor neue Herausforderungen in offenen Stadtarealen, U-Bahnsystemen oder Industriekomplexen.

Und das Beste: Schon vor einem Einsatz kannst du in den Einsatzparametern schalten und walten. Du entscheidest nicht nur, wie viele Missionen hintereinander absolviert werden müssen, sondern kannst auch aggressives Verhalten der Gegner einstellen, Gegneranzahl anpassen oder sogar bestimmte Gegnerarten wie Maschinengewehrsoldaten oder Angriffs-Hunde deaktivieren. Diese Anpassungsmöglichkeiten sorgen dafür, dass jede Runde sich individuell anfühlt – und das erhöht sowohl die Herausforderung als auch den Wiederspielwert enorm.

Ein Einsatz voller Adrenalin

In meiner knapp 20-minütigen Anspielsession erlebte ich nicht nur das Spiel, sondern auch den Menschen dahinter: Minh „Gooseman“ Le – bescheiden, freundlich, voller Leidenschaft. Er stand direkt neben mir, erklärte die Key-Features und stellte die Einsatzparameter ein. Besonders beeindruckend: Der Missions-Regler lässt bis zu 40 Missionen pro Einsatz zu – und wenn man bedenkt, dass eine einzelne Mission zwischen 5 und 15 Minuten dauern kann, ergibt sich hier ein riesiges Potenzial an Spielzeit. Die restlichen Parameter wie Feindtypen oder Gegneranzahl beließ er auf moderatem Schwierigkeitsgrad – und los ging’s.

Wir spawnen in einer 3 km großen Karte. Kurz darauf erscheint unser erstes Briefing-Video oben rechts im Bildschirm: Eine Bande will mehrere Geldtransporter überfallen – wir müssen eingreifen. Da wir noch kein Fahrzeug besitzen, machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Ein Timer zeigt: 7 Minuten bleiben uns, um den Einsatzort zu erreichen und die Lage zu sichern.

Vor Ort erwartet uns pures Chaos: Menschen rennen panisch davon, während schwer bewaffnete Gegner versuchen, die Transporter aufzubrechen. Sofort beginnt ein wilder Schlagabtausch. Alpha Response zeigt hier schon seine taktische Seite: Unser Elite-Polizist kann sich zur Seite lehnen, springen, auf Trucks oder Autos klettern – und Gegner tun dasselbe, sie klettern uns sogar hinterher. Unterschiedliche Feindtypen sorgen für Abwechslung: von einfachen Schützen mit Pistole oder Shotgun über gepanzerte Kämpfer bis hin zu einem fast unzerstörbaren Juggernaut. Dazu kommen Attacken durch Hunde oder Drohnen, die Blendgranaten, Sprengsätze oder sogar MG-Salven einsetzen. Wer hier allein handelt, geht schnell unter – Teamwork ist Pflicht.

Die Gegner spawnen nicht einfach im Gebiet, sondern fahren mit Vans oder Trucks vor. Das wirkt authentisch und macht jede Begegnung dynamisch. Für jeden Kill und erfolgreiche Mission gibt’s Geld, das nach dem Einsatz im Shop eingelöst wird. Hier erinnert Alpha Response an Counter-Strike: Waffen, Aufsätze, Granaten oder Panzerungen können gekauft werden. In meiner Session standen noch nicht alle Gadgets bereit, aber schon jetzt ließ sich erahnen, welches Potenzial das finale Arsenal bietet. Nach der ersten Mission erhielten wir zudem endlich ein Einsatzfahrzeug, um schneller zum nächsten Hotspot zu gelangen.

Die zweite Mission: eine Geiselrettung in einem Bahnhof. Insgesamt 16 Geiseln mussten befreit werden, während Terroristen den Ort fest im Griff hatten. Besonders nervenaufreibend: Suizidbomber, die mit Sprengwesten direkt auf uns zustürmen – nur ein gezielter Kopfschuss verhindert die Explosion. Als ich einen Augenblick zu spät war, detonierte der Attentäter vor mir und riss mich zu Boden. Zum Glück kann das Team gefallene Spieler wieder auf die Beine helfen – doch mit stark reduzierter Lebensleiste. Der Einsatz ist erst verloren, wenn das ganze Team gleichzeitig am Boden liegt.

Die Geiselbefreiung selbst war ein kleines Highlight: Mitten im Gefecht musste ich per Mini-Spiel die Kabelbinder der Geiseln durchtrennen – mit Cursor und Mausklick die Schneidzange bedienen, während Kugeln um uns flogen. Minh Le verriet mir, dass es mehrere solcher Mini-Spiele gibt, etwa beim Bombenentschärfen, um zusätzliche Spannung in die Missionen zu bringen.

Meine Session endete viel zu schnell. Klar, Alpha Response hat noch seine Ecken und Kanten: Animationen beim Klettern wirken unfertig, viele NPCs sehen sich noch ähnlich, und auch die Gegnertypen wiederholen sich stellenweise. Doch gleichzeitig fühlen sich die Waffen wuchtig an, das Treffer-Feedback ist hervorragend und die Atmosphäre packend.

Mein Fazit:

Alpha Response hat das Potenzial, das Koop-Shooter-Genre kräftig aufzumischen. Hier versucht kein Studio, einfach nur Erfolgsrezepte zu kopieren – stattdessen setzt Ultimo Ratio Games auf Innovation, auf Open-World-Elemente, taktische Tiefe und chaotische Dynamik. Für mich war die Gamescom-Session ein echter Überraschungsmoment, und ich werde das Spiel definitiv im Auge behalten. Genau so stelle ich mir den perfekten Koop-Shooter vor. Wenn ihr euch selbst einen Eindruck vom Spiel verschaffen wollt, dann findet ihr Alpha Respose bereits jetzt in einer Early Access Fassung auf Steam.

Zum finalen Release hofft das Team, auch die Plattformen PlayStation 5 und Xbox Series X/S bedienen zu können. Doch da die Entwickler noch recht klein sind und über begrenzte Ressourcen verfügen, konnten sie bislang kein festes Versprechen geben. Ich drücke den Machern beide Daumen, dass es gelingt – denn ein Titel wie Alpha Response hätte es verdient, auf so vielen Plattformen wie möglich gespielt zu werden.

Über Egor Sommer 1510 Artikel
Lange Zeit bei Playstation-Choice.de mitgewirkt und nun als Freelancer bei Gamolution.de tätig. Ich freue mich darauf euch weiterhin mit Tests, Specials und News rund um die Gaming-Welt zu informieren.
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