
Xbox-Chef Phil Spencer sprach bei einem Branchen-Event über die Notwendigkeit, Kreativteams vor Online-Kritik zu schützen. Die Aussagen werden angesichts tausender Entlassungen bei Microsoft und geschlossener Studios kritisch beleuchtet.
Phil Spencer, der Leiter von Xbox, meldete sich letzte Woche auf dem Paley International Council Summit zu Wort und betonte die Wichtigkeit des Schutzes kreativer Teams innerhalb der Spieleindustrie. Allerdings scheint Spencer diesen Schutz primär auf die Abwehr von Internet-Kritik zu fokussieren.
Der Schutz vor dem Internet
Auf dem Branchen-Event hob Spencer hervor, dass die Kreativität der Teams das Wichtigste sei, was geschützt und gefördert werden müsse. Tim Schafer, Leiter des Double Fine Studios (welches 2019 von Microsoft übernommen wurde), pflichtete ihm bei und bestätigte den weithin bekannten „Hands-off“-Ansatz von Microsoft in Bezug auf die Studio-Kultur.
Spencer formulierte den Schutzbedarf jedoch explizit im Kontext der Online-Kritik:
„Ich denke, es ist das Mutigste, was ein Team tun kann, egal ob man einen Film oder eine Fernsehsendung macht, etwas zu veröffentlichen, das das Internet bewerten, beurteilen und kommentieren kann. Manchmal frage ich mich, warum irgendjemand das tun möchte, denn das Internet ist nicht immer ein freundlicher Ort für den Diskurs über Dinge, die geschaffen wurden. Aber kreative Teams zu fördern und zu schützen, die Risiken eingehen wollen, ist die Wurzel jeder Medienindustrie, der kreative Kern.“
Kontrast zur Unternehmenspraxis
Während Spencer die Notwendigkeit betonte, Entwickler vor den Schattenseiten des Online-Diskurses zu bewahren, steht seine Betonung in starkem Kontrast zu den jüngsten Maßnahmen des Unternehmens selbst.
Microsoft war in jüngster Vergangenheit alles andere als zurückhaltend, wenn es um drastische Entscheidungen ging, die die Existenzgrundlage von Entwicklern direkt betrafen: Tausende von Mitarbeitern wurden entlassen, mehrere Studios und Projekte wurden eingestellt – darunter Berichten zufolge ein vielversprechender MMO-Shooter. Gleichzeitig verzeichnete der Tech-Gigant Milliardenprofite und zwang die Xbox-Sparte Berichten zufolge, über mindestens zwei Jahre hinweg schier unmögliche Gewinnmargen zu erzielen.
Diese Diskrepanz wirft Fragen auf: Wie glaubwürdig ist die Aussage über den Schutz der Kreativität, wenn die Priorität offensichtlich auf der Maximierung des Profits und nicht auf der Sicherung der Arbeitsplätze liegt? Die Branche fragt sich, ob der Schutz der psychischen Gesundheit vor Online-Hass wichtiger ist als der Schutz der finanziellen Sicherheit vor Entlassungen.
Das ist doch lediglich ein Versuch Menschen mundtot zu machen die sich über steigende Preise bei onlineabos und immer schlechter entwickelte Spiele beschweren. Im Falle eines kleinen Studios das einen hervorragenden Titel herausbringt darf man also schreiben was man möchte. Bringt ein Milliardenunternehmen aber generischen Schrott auf den Markt soll die Presse den Mund halten und Privatleuten verboten werden Kritik zu üben? Kommt mir irgendwie bekannt vor…