News Ticker

Highguard im Kreuzfeuer: Warum der neue Shooter der Titanfall-Macher gnadenlos durchfällt

Der mit Spannung erwartete PvP-Raid-Shooter Highguard ist gestern Abend gestartet und sorgt seither für extrem gespaltene Gemüter. Während die Steam-Bewertungen auf den ersten Blick ein Desaster vermuten lassen, offenbart ein genauerer Blick in die Statistiken und das Gameplay ein weitaus komplexeres Bild. Ist der Shooter der Titanfall-Veteranen wirklich ein Flop oder ein verkannter Rohdiamant?

Die Erwartungen an das Studio Wildlight Entertainment waren gigantisch. Doch direkt nach der Freischaltung um 19:00 Uhr schlug dem Team eine Welle der Empörung entgegen. Auf Plattformen wie Steam wird das Spiel aktuell mit „Äußerst Negativ“ gelistet. Doch die Gründe für diesen Absturz sind vielschichtig und liegen oft noch vor dem eigentlichen ersten Schuss.

Der „gnadenlose“ Verriss: Was ist schiefgelaufen?

Der Unmut der Community speist sich aus Quellen, die vor allem den ersten Moment dominieren:

  • Technisches Chaos: Login-Probleme, instabile Server und eine mangelhafte Optimierung der Unreal Engine 5 machten den Start zur Geduldsprobe. Besonders auf der PlayStation 5 litten Spielende unter Verbindungsabbrüchen und schier endlosen Warteschlangen.
  • Identitätskrise: In sozialen Netzwerken wird der Titel oft als „Concord 2.0“ verspottet. Das Charakterdesign wird als generisch empfunden, und ein Marketing-Vakuum ließ viele ratlos zurück, was das Kernkonzept des „PvP-Raids“ eigentlich ausmacht.
  • Steile Lernkurve: Ohne ausführliche Tutorials wirkt das Zusammenspiel aus Basis-Infiltration, Reittier-Kampf und Klassen-Synergien auf den ersten Blick überfordernd.

Die „Zwei-Stunden-Marke“: Wenn der Funke überspringt

Interessanterweise korreliert die Bewertung stark mit der investierten Spielzeit. Die überwältigende Mehrheit der negativen Stimmen stammt von Personen, die weniger als eine Stunde im Spiel verbracht haben. Wer jedoch die „Ein-Stunden-Hürde“ nimmt, erlebt eine Überraschung.

Spielende, die mehr als zwei Stunden investiert haben, zeichnen ein weitaus positiveres Bild. Der Mix aus dem flüssigen Movement von Apex Legends, der strategischen Tiefe eines MOBAs und dem intensiven Nervenkitzel von Counter-Strike (beim Platzieren der Sprengsätze in der gegnerischen Basis) entfaltet einen enormen Suchtfaktor.

Map-Größe: Streitpunkt oder taktischer Segen?

Ein großer Kritikpunkt in den Reviews ist die Kartengröße, die vielen für 3vs3-Matches zu weitläufig erscheint. Doch hier gehen die Meinungen auseinander: Während Kritiker lange Wege bemängeln, empfinden Fans die Map-Größe als perfekt. Sie bietet den nötigen Freiraum, um in Ruhe zu looten und sich strategisch aufzurüsten, bevor der große Kampf um die Festung beginnt. Die weiten Distanzen geben dem Spiel eine taktische Atempause, die im hektischen Shooter-Alltag oft fehlt.

Kommentar: Meine persönliche Erfahrung auf der PS5

Ich habe gestern Abend selbst den Sprung in die Welt von Highguard gewagt und kann den Frust über den technischen Zustand absolut nachvollziehen. Auf der PlayStation 5 war der Start eine echte Geduldsprobe: Viele Verbindungsabbrüche und eine extrem lange Warteschlange haben den ersten Eindruck getrübt.

Aber: Sobald ich im Match war, hat mich der Mix aus Apex Legends, MOBA-Elementen und der taktischen Intensität von Counter-Strike (beim Sabotieren der Generatoren) sofort gefesselt. Während viele die Map-Größe kritisieren, fand ich sie persönlich perfekt. Sie gibt einem genau den nötigen Freiraum, um in Ruhe zu looten und sich für den bevorstehenden Base-Raid auszurüsten. Für mich ist das kein ‚toter Raum‘, sondern notwendige Vorbereitungszeit, die den finalen Kampf umso befriedigender macht. Ich kann es kaum erwarten, heute Abend wieder reinzuspringen.

Die Entwickler reagieren: Erste Rettungsmaßnahmen

Wildlight Entertainment ist sich der Probleme bewusst. Über X (ehemals Twitter) kündigte das Team bereits erste Hotfixes an:

„Vielen Dank an alle, die Highguard bisher erkundet haben ❤️ Zur Info: Heute Abend werden wir ein Client-Update für alle Plattformen veröffentlichen, um verschiedene Stabilitätsprobleme zu beheben. Wir untersuchen weitere Probleme und erwarten im Laufe der Woche weitere Patches.“@PlayHighguard

Rohdiamant mit schlechter Verpackung

Highguard leidet aktuell unter einer katastrophalen „First-Hour-Experience“. Wer nur kurz reinschaut, sieht technische Mängel und ein gewöhnungsbedürftiges Design. Doch wer die Geduld aufbringt, entdeckt ein taktisch tiefes Teamspiel, das sich wohltuend vom Standard-Einerlei abhebt. Das Fundament ist solide – ob das Studio jedoch schnell genug nachbessert, um die Masse zurückzugewinnen, bleibt abzuwarten.

Aber wie sieht es mit euch aus? Habt ihr die Warteschlangen bezwungen und dem Spiel eine Chance gegeben, oder ist es für euch vergebene Liebesmühe?

Über Egor Sommer 1510 Artikel
Lange Zeit bei Playstation-Choice.de mitgewirkt und nun als Freelancer bei Gamolution.de tätig. Ich freue mich darauf euch weiterhin mit Tests, Specials und News rund um die Gaming-Welt zu informieren.
Kontakt: Webseite

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*