
Lange bereits liebäugele ich mit den verschiedensten Soulslike´s. Als kleiner Geheimtipp von der Gamescom 2024, den ich nichtmal selbst gesehen habe, haben wir The First Berserker Khazan mitgebracht. Mein Kollege Egor Sommer schwärmte bereits vom Titel dem ich mich nun annehmen durfte. Vorab mag ich erwähnen das Soulslikes eine echte Hassliebe für mich sind! Titel wie Elden Ring, Demon Souls, Sekiro, Nioh, Bloodborne, selbst Remnant und The Surge in beiden Teilen, stehen in meinem Regal, direkt neben allen Dark Souls Teilen, weil ich sie liebe. Wunderbare Titel mit tollen Kämpfen und genialer Grafik, einer Stimmung wie ich sie am liebsten habe und dennoch kann ich keinen dieser Titel wirklich jemals richtig spielen. Gerade noch Code Vein ging für mich und meine Fähigkeiten in Ordnung. Letzteres darf man aber eigentlich nicht wirklich als Soulslike bezeichnen, da es dafür wohl viel zu einfach ist… und wenn ich das schon sage 😉
Es war Egor der mich auf den „einfach“-Modus in The First Berserker Khazan hingewiesen hat und mich ermutigt hat es mal zu probieren. Einfach!? Naja ich glaube das diskutieren wir irgendwann noch aus, aber dennoch war selbst für mich als unfähiger alter Mann, zumindest was Soulslikes angeht, The First Berserker Khazan im Test eine verkraftbare Belastung. Was sich an dieser Stelle abwertend anhört ist eigentlich ein großes Lob, denn Spiele wie Sekiro haben mich teilweise so agressiv gemacht, das ich, komplett untypisch für mich, meine Hardware zerstören wollte. Das ist aber glücklicherweise nie passiert. Aus diesem Grund ist dieses Review an dieser Stelle bereits eine Adelung für The First Berserker Khazan, denn ich habe viel Zeit mit dem Spiel verbringen dürfen.
Verraten von Jenen denen er einst diente blickt der große General Khazan seinem Tod entgegen. Doch nutzlos ist er nicht, denn ein martialischer Geist aus der Unterwelt nimmt sich seiner an! Um die Probleme der Unterwelt, in der Welt der lebenden lösen zu können, benötigt dieser einen Körper. Doch er sucht sich nicht nur einen starken Körper aus, sondern einen, der vielleicht zu stark für ihn ist, denn Khazan schafft es sich der kontrolle zu widersetzen. Mit dem sinnen nach Rache begeben wir uns in ein Actionreiches Abenteuer, das uns quer durch eine begeutelte Welt führt, die so manches Geheimnis birgt. Das natürlich in bester Soulslike manier mit allen Konsequenzen.

Was keinesfalls fehlen darf!?
The First Berserker Khazan beginnt einfach. Die ersten Gegner sind noch keine große Herausforderung, doch schnell zieht der Schwierigkeitsgrad an. Dabei ist vor allem die lernkurve gut gemacht, denn ich komme gut damit klar. Was bereits recht schnell auffällt ist, das wir noch viel zu lernen haben!
Als gefallener General Khazan wollen wir Rache üben und können nun nichtmehr sterben. Allerdings nur theoretisch, denn unser Ableben ruft die klassischen Soulslikemechanismen hervor. Dieses Mal werden sie uns jedoch als Effekte der Macht der Unterwelt beschrieben und sinnvoll erklärt. Wir sammeln auf unserem Weg nicht nur Gold und Erfahrung, genauso wie Wunden und todesfälle natürlich, sondern auch Lacrima. Diese sind quasi mit Seelen oder ähnlichen Währungen anderer Soulslike gleichzusetzen. Fähigkeitspunkte hingegen erwerben wir mit der Erfahrung.
Neben Ausrüstungsgegenständen in typischen Seltenheitsklassen bekommen wir auch recht schnell unterstützung verschiedener Charaktere und Geister. Geistfähigkeiten, Spezialangriffe und Fähigkeiten beleben wir frei nach unserem Wunsch auf verschiedenen Tastenkombinationen, so das wir die für uns wichtigsten Elemente schnell parat haben.
Das Aufleveln fühlt sich erstmal ein bisschen langsam an, was aber auch daran liegen mag, das ich für meinen Teil deutlich mehr Fähigkeitspunkte benötige und mehr Lebensenergie und Ausdauer als meine Kollegen die solche Spiele lieben 😉

Stimmung und Spielgefühl
In einer verschneiten Zone starten wir das Spiel. Optisch ist The First Berserker Khazan nicht auf dem Level eines Sekiro oder Nioh, aber trotzdem ansprechend gestaltet. Das Spiel ist im allgemeinen recht Abwechslungsreich gestaltet. So finden wir uns direkt nach dem verschneiten Areal auf einem Berg, in einer verfallenen Ruine wieder um danach durch Dörfer und andere Zonen zu streifen. Ich will hier nicht zuviel vorweg nehmen, aber ich bin auch nicht so unheimlich weit gekommen. Dennoch haben wir das Spiel mit Mehreren getestet und sind uns einig das hier viel Abwechslung geboten wird.
Loot zum Beispiel gibt es ohne Ende, fühlt sich teilweise schon fast an wie in Destiny. Probleme mit der Tragkraft hatte ich eigentlich nie, da ich viel auf Stärke geskillt habe und unnütze Ausrüstung schnell habe zerlegen lassen. Mit weit über 50 Spielstunden findet ihr in The First Berserker Khazan nicht nur eine Menge Loot sondern auch ausreichend Craftingmöglichkeiten.
Hier bedient sich das Spiel an vielen Mechaniken, die wir aus anderen Spielen bereits kennen. Lediglich die Suche nach den Zutaten kann sich hin und wieder recht nervig gestalten, da man recht viel dafür benötigt. Dafür gibt es aber kein Mitleveln von Gegnern!
Sprich: alte Zonen die ihr zum absuchen neu besucht bleiben auf ihrem Level. Bedeutet ihr könnt sie im späteren verlauf des Spieles jederzeit besuchen und eure volle Power ausleben. Leider leidet das Balancing an einigen Stellen etwas, da Bogenschützen im Test überproportional viel Schaden gemacht haben.
Technisch und Spielerisch ist The First Berserker Khazan jedoch ein sauber laufendes genretypisches Spiel. Die Steuerung funktioniert einwandfrei und selbst für mich als „Neuling“, zumindest im ernsthaften Versuch eines Souslikes, kam nur wenig dazwischen das sich ungenau oder unfair angefühlt hat. Das liegt aber wohl eher an mir, als am Spiel.

Spielbarkeit und Fortschritt
Sicherlich werde ich noch sehr viel Zeit mit dem Spiel verbringen, denn vor allem die Bossgegner haben es in sich. Sie sind Abwechslungsreich gestaltet und bergen ein gutes Herausforderungspotential. Selbst im einfachen Modus habe ich bereits beim zweiten Boss recht viele Anläufe benötigt, beim dritten noch viel mehr. Mit Pausen war das selbst mit einer sehr niedrigen Frustschwelle spielbar.
Das bedeutet das selbst Spieler die sich schnell aufregen und aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades solche Spiele eigentlich meiden würden, eine schaffbare Herausforderung finden werden. Besonders erwähnenswert ist hier wohl die nähe zu Nioh. Ob gewollt oder ungewollt sind beide Spiele recht ähnlich aufgebaut. Zwar laufen wir bei The First Berserker Khazan in einer Hubwelt rum, während wir bei Nioh Missionen auf einer Karte wählen, doch auch die Kartenauswahl bekommen wir in Khazan schnell nähergebracht.
Wirklich 1:1 übernommen worden sind vor allem die Töpflinge, die wir auch in Nioh finden. Dort sind es zwar die Kodama Geister, jedoch verhalten sie sich genauso und verstecken sich in den verschiedenen Leveln des Spieles, wie der Name schon sagt, unter Töpfen. Diese können in der Hubwelt beim Daijin gegen spezielle Topfhelme getauscht werden, die je nach Anzahl der gefundene Geister bessere Fähigkeiten bieten.

Das erwartet euch in The First Berserker Khazan
Effektvolle und blutige Kämpfe mit einem hohen Anspruch erwarten euch genauso wie ein umfangreiches System zur individualisierung eurer Ausrüstung. Verschiedene Waffen und Sets ermöglichen euch das Spiel an eure Fähigkeiten und Vorlieben anzupassen. Ob brutaler Nachkampf mit Schwert und Axt gleichzeitig oder lieber den schweren Zweihänder oder die Stabwaffe. Das sind nur einige verschiedene Systeme die ihr nutzen könnt.
In weitläufigen Arealen verstecken sich oftmals kleine Geheimnisse und noch mehr Loot. Die Story ist gut gemacht, wenn auch etwas platt, wie so oft in einem Soulslike. Dennoch ist die Stimmung dicht gehalten und wir haben ständig das Gefühl das etwas neues passieren könnte.
Versagt haben die Entwickler leider bei den Nebenmissionen, die meist nur Abschnitte der bereits abgelaufenen Areale sind. Teilweise laufen wir diese auch einfach nur rückwärts und treffen auf gleiche oder schwerere Varianten der gleichen Bosse. Das wirkt ein wenig einfallslos auf Dauer und kann, da wir die Areale für Craftingmaterialien mehrfach ablaufen müssen, durchaus nervig werden.
The First Berseker Khazan: PRO
- Einfach Modus für Neulinge und Einsteiger
- Abwechlsungsreiche Kampagne und gute Bosse
- Gute Lernkurve
- adaptiver Spielstil mit verschiedenen Spielstilen
- Viel Loot und Crafting möglich
- Effektvolle Kämpfe und gutes Waffenhandling
- Gute Optik
- präzise Steuerung
- wuchtiges Waffengefühl
The First Berseker Khazan: Contra
- Nebenmissionen zu 95% nur recycled
- keine neuen Bosse sondern nur verstärkte alte Bekannte
- teilweise zu gut versteckte Ressourcen
- Balancing teilweise unausgegoren
- Einfach Modus noch immer sehr schwer

The First Berserker Khazan: Fazit und Bewertung
Abschließend kann ich zu The First Berserker Khazan sagen das es für das erste Soulslike ist, das ich wieder besuchen werde, nachdem ich den Test dazu geschrieben habe. Der Einfach-Modus hat mir vieles erleichtert. Zwar nicht Alles und trotzdem ist das Spiel noch megaschwer aber spielbar. Das bedeutet das selbst nicht-Souslike-Spieler, die mal einen Blick riskieren wollen, die frustration langsam lernen dürfen.
Im normalen Modus hingegen ist The First Berserker Khazan ein brutales und beinhartes Soulslike das sienen Charakter nicht verleugnen kann. Ein verdammt gutes Waffenhandling und ein wirklich wuchtiges Spielgefühl versetzen euch in eine Spielwelt wie wir sie uns wünschen. Auch wenn wir keine extrem offenen Gelände haben, wie z.B. in Elden Ring, so ist The First Berserker Khazan ein waschechtes Soulslike, das wenigstens die Einsteiger nicht am langen Arm verhungern lässt.
Optisch sind wir zwar bei weitem nichtmehr auf dem aktuellen Stand, dafür lässt sich das Spiel, in der PC Version aber auch am Steamdeck problemfrei spielen. Unser Test bezieht sich zwar auf die Playstation 5 bzw. Playstation 5 Pro Version, aber dieser Fakt war erwähnenswert.
In meinen Augen ist The First Berserker Khazan das Soulslike das ich mir immer gewünscht habe! Herausfordernd und schwer, aber nicht unmöglich für mich zu schaffen. Den „normalen“ Modus oder gar einen optionalen New Game+ Mode würde ich nie anpacken, wenn es ihn geben würde, aber das kann euch ja schon ganz anders gehen.
Trotz kleiner Schwächen, vor allem bei den Nebenmissionen will ich das Spiel mit guten Bewertung versehen. Immerhin hat es in meinen Augen ein Wunder vollbracht, es hat mich abgeholt! Aus diesem Grund vergebe ich:
8 von 10 Punkte
… das Soulslike das ich mir immer gewünscht habe!
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