
Der bekannte 3D Drucker Hersteller BambuLab hat jüngst sein neuestes Druckermodell vorgestellt. Der BambuLab X2D ist direkter Nachfolger des ehemaligen Top-Tier Modells X1c, schlägt jedoch sowohl preislich als auch von der Ausstattung in eine andere Kerbe. Der BambuLab X2D platziert sich jetzt im unteren Mittelfeld des Herstellers, was erste Fragezeichen aufkommen lässt. In unserem ausführlichen Test zum Gerät klären wir gerne für euch auf was ihr erwarten könnt, für wen der X2D der richtige Drucker ist und vor allem welche Leistung er mit sich bringt. Dazu gehen wir gerne sehr ausführlich auf alle relevanten Details ein.

Was ist der BambuLab X2D
Wie die Namensgebung schon vermuten lässt steht das D im Namen des X2D für eine zweite Düse. Marketingtechnisch ist ebenfalls die 2 natürlich nicht nur logisch sondern auch passend. Die X-Serie die zuvor mit dem BambuLab X1c die absolute Eliteklasse dargestellt hat wurde jedoch schon vor einer Weile von der deutlich größeren H-Serie abgelöst. Auch die H-Serie kommt mit mehreren verschiedenen Versionen, genauer dem H2S (Single), dem H2D (Dual) und dem H2C (Changer), die allesamt sowohl einen deutlich größeren Bauraum haben, eine Bauraumheizung mitbringen und mit einem Laser bzw. Cuttermodul erweitert werden können.
Der BambuLab X2D ist quasi eine „kleine Version des H2D“, doch Vorsicht mit dieser Aussage. Während das 2K+ Modell auf den ersten Blick lediglich die Erweiterbarkeit und den größeren Bauraum mitbringt, ist der X2D kein direkter „günstigerer und kleinerer H2D“!
Warum auch immer geht BambuLab einen Marketingweg der sich mir persönlich nicht erschließt und wertet mit dem X2D die Einsteigerklasse der u1000€ Modelle deutlich auf, jedoch auf Kosten einiger Einsparungen und einem, in meinen Augen fatalen Marketingfehler. Im direkten Vergleich ist der BambuLab X2D also kein Top-Tier Modell mehr sondern eher ein „aufgebohrter P2S“ mit Gimmicks. Dazu aber später mehr.
Preislich liegt der BambuLab X2D mit 629€ für das Standalone-Gerät gerade einmal 100€ über dem P2S, dem eigentlichen Mittelklasse-Zugpferd und positioniert sich damit an der Spitze der Mittelklasse.

BambuLab X2D technische Daten
| Kategorie | Eigenschaft | Spezifikation / Details |
|---|---|---|
| Bauraum & Gehäuse | Bauvolumen (Hauptdüse) | 256 × 256 × 260 mm³ (Volle Nutzung im Single-Modus) |
| Bauvolumen (Dual-Modus) | Verringerung der X-Achse durch Düsenabstand (ca. 240 × 256 × 260 mm³) | |
| Gehäuseheizung | Aktiv beheizter Bauraum bis 65 °C | |
| Druckkopf & Leistung | Düsen-System | Dual-Nozzle-System (Dedizierte Düse für Support/Multicolor) |
| Max. Düsentemperatur | 300 °C (ideal für Hochtemperatur-Filamente) | |
| Max. Druckgeschwindigkeit | Bis zu 600 mm/s | |
| Max. Volumenstrom (Flow) | Hauptdüse: bis zu 40 mm³/s Nebendüse: bis zu 30 mm³/s |
|
| Extruder | Closed-Loop Servo-Antrieb für höchste Präzision | |
| Wartung | Werkzeugloser Düsenwechsel („Quick-Swap“) | |
| KI & Sensorik | Kamerasystem | 1080p Live-View Kamera (für Fernüberwachung, Zeitraffer & KI-Analyse) |
| Sensor-Array | 31 Sensoren verbaut: Inkl. Vision Encoder (50 μm), 3x Kraftsensoren im Heizbett, Dual-Filament-Runout-Sensoren & Kammer-Thermistor usw. | |
| KI-Funktionen | Spaghetti-Erkennung, Fremdkörper-Check, First-Layer Inspection | |
| Materialien | Verwendbare Filamente | PLA, PETG, PCTG, TPU (nur linke Düse), ABS, ASA, PC (Polycarbonat), PA (Nylon), sowie kohle- und glasfaserverstärkte Filamente (CF/GF) |
| Material-Support | Kompatibel mit AMS 2 Pro (Multicolor/-material bis zu 25 Spulen) | |
| Kühlung & Filter | Lüftungskonzept | Dual-Intake Kühlsystem für verbesserte Überhänge |
| Filtration | 3-stufiges Filtersystem (HEPA H12 + Aktivkohle) | |
| Allgemein | Geräuschemission | < 50 dB (mit Active Motor Noise Canceling) |
BambuLab X2D Das Marketingproblem
Während Käufer des X2D ein vollwertiges Dualnozzlesystem erwarten sieht die Realität etwas anders aus. Direkt zur Verteidigung, BambuLab hat den Drucker niemals als H2D-Mini beworben sondern klar und offen gesagt was das Konzept hinter dem Gerät ist.
Zur steigerung der Druckqualität wurde hier nämlich auf einen zweiten Extruder sowie elektrische Motoren für diesen im Druckkopf verzichtet, die die Düsen heben/senken oder den Oozing-Schutz umschalten. Das passiert alles rein mechanisch. Zudem wurde der Extruder auf der rechten Seite als Bowdenzug System konzipiert, so das der eigentliche Filamentantrieb als Rucksacksystem auf der Rückseite des Druckers fungiert.
Das spart zwar massiv Platz im Druckraum selbst, erweitert den bedruckbaren Raum bei gleichzeitiger Implementierung von 2 Düsen, hat jedoch auch Nachteile. So ist das veraltete Bowdenzugsystem bereits seit langem nicht mehr eingesetzt worden da es vor allem die Geschwindigkeit reduziert. Durch das fördern des Filaments so weit weg von der eigentlichen Düse ist die mögliche Transportgeschwindigkeit aufgrund von Bewegungen im PTFE-Schlauch, eventuellen Stauchungen und anderen Faktoren begrenzt. Das macht zum einen die rechte Düse deutlich langsamer als die direkt angetriebene linke, es sorgt aber auch für Qualitätsabstriche.

Gerade bei hohen Geschwindigkeiten wie 150-200mm/s kann es bei einem Bowdenzugsystem bereits zu Problemen mit der Druckqualität kommen. Wenn wir uns die Specs des BambuLab X2D nun anschauen, in denen steht das er mit einer maximalen Geschwindigkeit von bis zu 1000mm/s drucken kann erscheint uns ein fünftel der Maximal Geschwindigkeit bereits als problematisch einzuordnen schon irgendwie als ein Fehler.
Die rechte Düse ist prinzipiell als „Nebendüse“ oder „Unterstützungsdüse“ gedacht. Das Ganze heißt nichts anderes als: Du kannst Multicolor damit drucken aber solltest du nicht! Die rechte Düse ist eigentlich gedacht um Stützen zu „unterstützen“. Nimmt man für die Trennschicht zwischen dem Ende einer Stützstruktur ein komplementäres Material, PETG bei PLA oder umgekehrt zum Beispiel, oder wasserlösliches Supportmaterial für das entsprechende Material, so bekommt man weitaus feinere und optisch ansprechendere Überhänge gedruckt, selbst bei schwierigen Modellen. Hier findet die Düse ihren Haupteinsatz und Verwendungszweck, nicht jedoch im groß angelegten Mehrfarbdruck mit 2 Düsen.

Für wen ist der BambuLab X2D geeignet?
Grundlegend ist der BambuLab X2D ein grundsolides Gerät das durchaus für ambitionierte Hobbyisten gedacht ist. Man hat hier alle Vorteile des 100€ günstigeren BambuLab P2s kombiniert mit einer Supportdüse und aktiven Bauraumheizung. In Kombination den Aufpreis mehr als wert, doch was bringt uns das und vor allem wer profitiert davon?
Die Antwort liegt auf der Hand! Auf beheizbare Bauraum ist ideal für Materialien die einen solchen eben benötigen. Sprich wer mit technischen Materialien drucken möchte erhält hier ein Einsteigergerät das für seinen Preis Marktführer werden könnte. Gerade der Druck mit ABS und ASA, die als Einsteigermaterialien in den hochwertigeren technischen Druck gelten ist hier perfekt möglich. In unserem Test konnten wir auch PA6 und PA12 wunderbar mit dem X2D verarbeiten.
Das schafft Platz für Alle die neben dekorativen und funktionalen Teilen für den Innenraum auch bleibende Anwendungen für den Außenbereich in Betracht ziehen möchten. Damit ist der X2D die perfekte Allroundlösung wenn es um platzsparenden und trotzdem hochwertigen Allrounddruck geht. Der BambuLab X2D macht hier keinerlei Kompromisse und bietet volle Leistung für technische Materialien. Auch ein Druck in mehreren Farben, selbst mit beiden Düsen ist möglich, allerdings mit geringen Abstrichen.

Der BambuLab X2D leidet natürlich unter dem Bowdenzug Extruder der weniger Geschwindigkeit und Leistung ermöglicht, auch sollte oder muss man die Filamente für die rechte „Support“ Düse anständig kalibrieren. Hierzu gibt es auf TikTok eine von mir verfasste Anfängerserie in der ich die wichtigsten Punkte hierzu erkläre: Hier gehts zur Serie. Mit dieser Erklärvideoserie sollten selbst Einsteiger eine nahezu perfekte Kalibrierung aller Filamente hinbekommen. Sollten zu diesem Tutorial noch Fragen bestehen hinterlasst gerne einen Kommentar bei TikTok.
Kurzum der X2D ist ein Drucker der sich kompromisslos als König des Mittelfeldes etablieren möchte. Dank dem optionalen Filament Track Switch den ihr hier bei BambuLab kaufen könnt, habt ihr sogar die Möglichkeit beide Düsen mit nur einem AMS zu nutzen. Auch wenn sich beim BambuLab X2D Vieles nach einem mittelmäßigen bis schlechten Kompromiss anfühlt so sprechen die Ergebnisse für sich! Egal ob PLA, PETG, PCTG oder technische Materialien wie ABS, ASA, PA6-CF, PA12-CF oder PET ließen sich in unserem Test allesamt mit guter Qualität verdrucken.
Beeindruckendes Mittelfeld? Ein Fazit zum X2D
Der BambuLab X2D ist vor allem für ambitionierte Hobbyisten perfekt. Wer sich von der Materialwahl her nicht einschränken lassen möchte und in der usability keine Kompromisse eingehen mag, der bekommt hier einen Mittelfeld Allrounder mit High End Kapazitäten.
Dank der Tatsache das BambuLab hier bewusst die gleichen Druckplatten und Düsen verwendet die bereits seit der A-Serie genutzt werden bieten volle Abwärtskompatibilität zu Düsen, Druckplatten und Heizelementen. Damit sind Alle abgedeckt die von einem kleineren Gerät wie dem A1 umsteigen wollen. Lediglich die Düsen der X1 und P1 Serie passen selbstredend nichtmehr da BambuLab den Standard der A1 Düsen in leicht abgewandelter Form (kleinerer Kühler) auf alle aktuellen Geräte, sprich P2s, H2D, H2C, H2S und X2D übernommen hat.

Dazu spendiert man dem X2D die gleiche Technik wie dem P2S, also aktive Flussratenkompensation, Autolevelling, aktive Bauraumbelüftung und so weiter. Hinzu kommen Bauraumheizung, ein zertifizierter Filter für den Wohnraum (Bei Verwendung von Bambu PLA/PETG) sowie eine zweite Düse die vor allem für Stützmaterialien gedacht ist, aber auch Multicolorfähig ist.
Letzteres ist nur bedingt sinnvoll, da der externe Bowdenzug Extruder natürlich typische Nachteile mit sich bringt, wie veränderte Werte bei den Filamenteinstellungen, die kalibriert werden müssen und eine deutliche langsamere Druckgeschwindigkeit. Wem das allerdings egal ist der bekommt einen H2D-light zu einem unschlagbaren Preis. Aber bitte seid euch bewusst das dies nicht als Dualnozzle Multicolor System gedacht ist. Qualitäts und Geschwindigkeitsabstriche muss man bei dieser Verwendung schon hinnehmen, denn die rechte Supportdüse ist teilweise deutlich langsamer als die linke direct drive angetriebene. Hier werden Druckzeiten im Gegensatz zur H2 Serie deutlich erhöht. Dafür gibt es quasi keine Materialeinschränkungen wenn es darum geht was der Drucker kann.
Natürlich versucht BambuLab hier den Ein oder Anderen Riegel vor zu schieben, wie zum Beispiel das drucken von TPU auf der rechten Supportdüse, aber das sollte Jedem klar sein, das ein flexibles Material auf einem Bowdenzug nicht ratsam ist. Das können wir leider auch nicht umgehen indem wir die Düse direkt von oben mit dem TPU füttern, da der Bowdenzug ja die Arbeit des Vorschiebens übernimmt. Das ist also faktisch unmöglich zu realisieren, ok evtl. mit TPU for AMS von BambuLab selbst oder steiferen TPU Materialien, aber das wäre ja nicht im Sinne des Materials.
Alles in Allem bekommen wir mit dem X2D für unser Geld eine echtes kleines Monster, das als Arbeitstier gedacht ist und sicherlich seine Daseinsberechtigung hat. Leider ist in der Community einiges falsch angekommen, so das der Drucker ein wenig hate und Häme erfahren musste. Verlässt man sich aber auf die Herstellerangaben bekommen wir einen grundsoliden Hobbydrucker für Wohnzimmer und Werkstatt der keine Kompromisse macht, bei dem was er verspricht!
An dieser Stelle von mir: Klare Kaufempfehlung !
Warum der Drucker für mich relevant war
Viele aus meiner TikTok Community, immerhin fast 17.000 Menschen mittlerweile, haben mich gefragt was an meinem X1c denn so falsch war das ich diesen verkauft habe und mir lieber den X2D gekauft habe! Diese Frage ist, glaube ich auch frü dieses Review mehr als Relevant!
Da ich eine recht große Flotte an BambuLab Geräten nutze und benutzt habe, kenne ich die Geräte mittlerweile gut. Der X1c ist ein wirklich verdammt gutes Gerät und mit 1200€ die ich damals bezahlt hatte mal eben doppelt so teuer wie der X2D. Dank des Lidar Sensors des X1c hat dieser neben dem Fluss auch pressure advance selbst kalibriert. ein großer Vorteil, vor allem auch das scannen des First Layers mittels 3d Lidar. Eigentlich ein Top Gerät von dem ich mich tatsächlich lediglich aus finanziellen Gründen getrennt habe. Wegen mir hätte er bleiben dürfen, aber irgendwie muss man ja auch Alles bezahlen.
Aber natürlich gab es für das Upgrade einen realistischen Use-Case. Der X1c war bei mir neben dem A1, A1mini, P2s, H2D und H2C mittlerweile nur noch für technische Materialien relevant. Multicolor läuft bei mir über die Multinozzle System zum Materialsparen und schnelle Singlecolordrucke über den P2s. Die A1 Serie habe ich hauptsächlich noch zum Prototyping genutzt um zum Beispiel meine Modell auf Makerworld zu testen bevor ich sie hochlade!
Der X1c hat dann Sachen gedruckt die z.B. für die Anwendung im Auto oder im Garten gedacht waren. Mit hauptsächlich PETG, PCTG, ASA und ABS nutzt man aber häufig, je nach Modell, unterschiedliche Düsengrößen. Hier hat der X1c einen großen Nachteil. Jede einzelne Düse ist mit eigenem Lüfter, Thermistor (Temperaturfühler) sowie einer Heizung ausgestattet. Eine geschraubte Befestigung am Druckkopf sorgt für einen sicheren und festen Halt am Druckkopf. Jedoch bei jedem Wechsel einer Düse muss man 3 Kabel lösen, 2 Schrauben, eine Klammer, Thermistor und Heizelement von der Düse entfernen ohne etwas kaputt zu machen, die Teile reinigen, Finger waschen um die Wärmeleitpaste wieder runter zu bekommen, WLP neu auftragen und alles wieder zusammenfummeln. Alles in Allem zwar lediglich 5-10 Minuten Arbeit, je nachdem wie oft man das gemacht hat, aber schmutzig und ärgerlich, denn aus dem PC-Bau kennen wir das Problem: Wärmeleitpaste und Klamotten gehen eine nie endende Verbindung ein, die auch keine Waschmaschine trennen kann.
Zusätzlich sind alle meine Geräte, die derzeit noch bei mir in Betrieb sind mit den gleichen Düsen ausgestattet, ok die Induktionsdüsen des H2c mal außen vor gelassen, benötige ich lediglich noch eine Düsengröße. Nur der X1c tanzt hier aus der Reihe. Da die „complete Hotends“ für den X1c die einzige Möglichkeit sind das „gefummel“ zu umgehen hatte ich natürlich Einige da. Der Wert alleine dieser Hotends war enorm im vergleich zu den H2-Serie Düsen, die man auch jederzeit als Drittanbieterdüsen kaufen kann.
Hier war die Entscheidung für mich leicht: aktive Bauraumheizung, Supportdüse, Wegfall zusätzlicher Hardware und Düsen, weniger Platzverbrauch dadurch, weniger rumliegende Ersatzteile. Das war mein Haupt Beweggrund. Schade nur das man für einen X1c nicht mehr das Geld bekommt das man bezahlt hat, aber immerhin konnte mir der Drucker knappe 2000 Druckstunden gute Dienste leisten. Der X2D ist zwar technisch simpler und günstiger, funktioniert aber genauso einwandfrei und bietet mehr für weniger Geld. In meinen Augen noch immer ein Win-Win-Geschäft.
Mehr zum Thema 3D Druck auf unseren Themenseiten!

BambuLab X2D FAQ
Im folgenden Einige Fragen die mich aus meiner TikTok Community immer wieder erreicht haben. Solltet ihr noch Fragen haben bitte gerne in die Kommentare wir werden sie hir ins FAQ aufnehmen! Ihr könnt mich auch jederzeit auf meinem TikTok Kanal kontaktieren.
- Für wen lohnt sich der BambuLab X2D?
- Der BambuLab X2D ist ein Mittelklasse Allrounddrucker der seine Stärken bei Stützen und technischen Materialien ausspielen kann. Mit einem günstigen Einstiegspreis von 629€ erhalten wir hier einen Drucker der vor allem auch praktische Dinge perfekt beherrscht.
- Was kann ich mit der zweiten Düse des BambuLab X2D drucken?
- Die zweite Düse ist eine „Supportdüse“. Gedacht ist diese um den Materialverbrauch bei umfangreichen Stützstrukturen zu verringern. Wer zum Beispiel gerne Dioramas, Figuren oder aufwendigere technische Teile mit großen Überhängen druckt kommt um Stützen oft nicht herum. Die zweite Düse erspart dabei unnötiges Materialspülen.
- Kann die Zweite Düse des BambuLab X2D für Mehrfarbdruck verwendet werden?
- Ja das ist durchaus möglich. Abhängig vom Material muss dieses allerdings gut kalibriert und/oder getrocknet sein. Die Geschwindigkeit auf der rechten Düse lässt dank Bowdenzug Extruder stark nach und verlängert die Druckzeit enorm. Wer damit leben kann bekommt ein günstiges Multinozzlesystem, das Qualitativ durchaus noch ok ist.
- Welche Vorteile bietet der BambuLab X2D?
- Der BambuLab X2D bietet eine aktive Bauraumheizung und einen externen Luftfilter, der Wohnraumzertifizierung mit sich bringt. Natürlich nur bei Verwendung von original BambuLab PLA und PETG. Die Zertifizierung für andere Materialien ist selbstverständlich nicht gemacht worden, aber der Hersteller würde auch niemals die Verwendung anderer Materialien empfehlen wenn er selbst welche verkauft.
- Muss ich beim BambuLab X2D BambuLab Filamente kaufen?
- Grundsätzlich ein klares NEIN! In unserem Test habe ich lediglich einmal eine einzige Rolle BambuLab Filament getestet um zu sehen ob das Basic PLA auf der rechten Düse besser performt als anderes Material. Die Antwort war Nein. Ansonsten haben wir Materialien von Ziro, Jayo, SunLu, Rosa, Dr.3D Crazy Monkey, Lotactree, Eryone, Copymaster und Kingroon verwendet. Es gab hier keinerlei Auffälligkeiten und trotz Warnung in der Software das Fremdmaterialien Probleme verursachen können, hatten wir keinerlei Probleme! Also egal ob 4,50€/Rolle (Eryone Galaxy Farbverlauf) oder 75€/Rolle (SunLU PA12-CF) gab es keinerlei Schwierigkeiten!
- Welches Zubehör macht zum BambuLab X2D Sinn?
- Solltet ihr kein anderes Gerät der gleichen Bauraumgröße von BambuLab besitzen so empfehle ich euch die BambuLab SuperTak Pro Platte gleich mit zu bestellen. Diese bietet einen extrem hohen halt bei niedrigerem Energieverbrauch. Dazu gibt es noch den Filament Track Switch der es ermöglicht mit einem AMS beide Düsen zu beschicken und somit ein echtes Quality of Life Feature ist. Generell macht es auch Sinn Düsen in verschiedenen Größen mit zu bestellen, diese könnt ihr beruhigt aber auch günstiger beim Drittanbieter bestellen, selbst wenn sie nicht original sind. Meiner Erfahrung nach sind auch die billigsten Düsen noch in Ordnung solange sie nicht als High-Flow Düsen gekennzeichnet sind und ihr wirklich versucht den Output zu maximieren. Bei Standard Einstellungen klappt das Alles wunderbar!
- Warum X2D und nicht P2s?
- Die Antwort ist einfach: Für 100€ mehr erhaltet ihr eine aktive Bauraumheizung die bereits integriert und voll steuerbar ist. Ähnliche Produkte aus dem Zubehör kosten schnell mehr und sind nicht wirklich komfortabler. Die zweite Düse ist praktisch wenn man sie richtig nutzt. Alleine das sollte den Aufpreis schon wert sein.
- Warum überhaupt BambuLab und kein anderer Hersteller?
- Das ist natürlich eine durchaus berechtigte Frage. Wie mein Vater immer sagte: „Andere Mütter haben auch schöne Töchter“ und so ist es bei BambuLab eben auch. Gehen wir mal vom persönlichen Feeling, Ethik oder anderen Dingen weg und begrenzen es auf die blanken Fakten, ist BambuLab die richtige Wahl für alle Einsteiger und Hobbyisten die einfach nur drucken wollen und sich nicht ewig mit der Materialwissenschaft oder Upgrades auseinandersetzen möchten. Alle BambuLab Geräte sind in ca. 1 Stunde nach dem Auspacken Einsatzbereit. Die Werbung verspricht zwar 15 Minuten aber nach diesen 15 Minuten kommen Software Updates und Selbstkalibrierung, das dauert auch nochmal und ist bei allen Herstellern gleich. Man kann vom Hersteller halten was man will, aber wer keine Berührungspunkte mit dem 3D Druck hatte und trotzdem Alles will ohne wochenlanges lernen ist hier perfekt aufgehoben.
- Wie laut ist der X2D?
- Im Betrieb haben wir, zugegeben mit einem billigen nicht geeichten Messgerät Werte um 68-72 DB gemessen. Wohl gemerkt bei geschlossener Tür und aktiviertem Kammerlüfter. Dieser ist recht nervig, wie ich finde, dennoch ist das meckern auf hohem Niveau. Er ist lauter als ein A1/mini im 50% Modus aber leiser als ein H2D oder H2c, wenn nur geringfügig.
- Welche Einschränkungen gibt es beim X2D?
- Die zweite Düse ist an einen Bowdenextruder angeschlossen. Dadurch ist sie langsamer und kann nicht alle Materialien verarbeiten. TPU fällt hier z.B. komplett raus, auch brüchigere Materialien, wie PA sollte man mit bedacht nutzen. Der Bauraum ist für die rechte Düse ebenfalls begrenzt. Ein Upgrade zum X2C wird es aus Platzgründen offensichtlich im gleichen Gehäuse auch nicht geben können. Zudem hat mich ein wenig geärgert das der Externe Luftfilter/Lüfter so nah am Auswurfschacht hängt das mein Poop Schubladensystem vom X1c nichtmehr gepasst hat. Das hätte man im Design besser lösen können.
- Würdest du den X2D wieder kaufen?
- Definitiv JA, allerdings ausschließlich als Kombo. Trotz der Tatsache das ich den X1c ohne AMS verkauft habe fehlen mir immer noch 2 AMS. Allerdings ist der X2D mit AMS lediglich 20€ billiger als im Einzelkauf. Man spart also nicht mehr wie bei der A-Serie 70-80€. Die 20€ sind also verschmerzbar wenn man erstmal nur den Drucker kauft.
- Was brauche ich als Einsteiger um den X2D zu betreiben?
- Grundsätzlich lassen sich alle BambuLab Drucker auch mit der Handyapp bedienen und steuern. Vorsicht ist hier beim X2D geboten da dieser ein neues System integriert. Durch den Bowdenextruder ändern sich einige Einstellungen im Druck, was dazu geführt hat das ältere Modelle auf Makerworld zu einem großen Teil als nicht kompatibel angezeigt werden. Das ist natürlich Quatsch, aber erforderd das erneute speichern und neu hochladen durch den Designer. Es empfiehlt sich also die Bambu Studio PC Software zu verwenden um dieses Problem zu umgehen. Als PC kann man hier quasi jeden PC nehmen der Windows 10/11 benutzt oder MacOs. Eine besondere Leistung benötigt er nicht, wir haben das auch auf uralten Strompar PC´s getestet deren Leistung für quasi nichts außer langsames Internetsurfen, Streaming und Office Anwendungen geeignet ist. Also jeder PC und Laptop geht, die Leistung bestimmt lediglich die Arbeitsgeschwindigkeit. WLan ist vielleicht auch von Vorteil, genauso wie ein Konto bei BambuLab/Makerworld. Nicht Pflicht aber für Quality of Life Features unbedingt empfehlenswert.
Kommentar hinterlassen