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Hide the Corpse im Test (PS VR2) – Witziger VR-Spaß oder Leichenflop?

„Hide the Corpse“ ist ein ungewöhnliches VR-Spiel, das aus dem Nichts kam und mit seinem makabren Konzept für Aufsehen sorgt. Entwickelt von Realcast, einem kleinen Studio, das sich auf immersive VR-Erfahrungen spezialisiert hat, dreht sich alles um das Verstecken einer Leiche – ja, wirklich. Ich habe von dem Spiel erst durch eine PR-Mail erfahren und war neugierig, ob der dunkle Humor und die Physik-Puzzles halten, was sie versprechen. Um mich vorzubereiten, habe ich mir ein paar Gameplay-Videos angeschaut und war direkt amüsiert von der absurden Prämisse. Ob es auf der PS VR2 überzeugt, erfahrt ihr im Test. „Hide the Corpse“ ist am 18. August 2025 für PlayStation VR2 erschienen, nach einer erfolgreichen Quest-Version im Vorjahr. Es kostet um die 15 Euro und ist ein reines VR-Spiel, das auf der PS5 mit der VR2-Brille läuft.

„Hide the Corpse“ hat keine tiefe Story – es geht um pure Gameplay-Mechaniken mit einem Hauch von 70er-Jahre-Ästhetik. Du bist ein anonymer Charakter in den 1970er Jahren, der die Leiche von Gus verstecken muss, bevor die Polizei eintrift. Jeder Level beginnt damit, dass Gus tot auf dem Boden liegt, und du hast genau vier Minuten, um ihn in sechs verschiedenen Verstecken zu verbergen, Beweise zu entsorgen und Fingerabdrücke wegzuwischen. Die Polizei plaudert über Funk, was die Spannung steigert: „Wir sind in zwei Minuten da!“ Es gibt keine Hintergrundgeschichte, warum Gus tot ist oder wer du bist – es ist absurd und humorvoll, inspiriert von Filmen wie „Weekend at Bernie’s“. Die Levels spielen in abwechslungsreichen Schauplätzen wie einer Wohnung, einer Garage, einem Museum, einem versunkenen Schiff, einem Diner oder sogar einer Raumstation. Jeder Ort ist voller interaktiver Objekte, die du manipulieren kannst, um Gus zu verstecken: Schränke öffnen, Möbel verrücken oder kreative Lösungen wie das Einklemmen in enge Spalten finden.

Level, Rätsel & Verstecke

Das Spiel ist in sechs Hauptlevels unterteilt, plus einem Sandbox-Modus für freies Experimentieren. Jeder Level fordert dich heraus, Gus in sechs einzigartigen Verstecken zu platzieren, während du Beweise wie Blutflecken oder Gegenstände versteckst und Fingerabdrücke mit einem Tuch wegwischst. Die Zeit läuft gnadenlos ab, und du musst multitaskingfähig sein: Gus schleppen, Objekte umräumen und aufpassen, dass nichts verräterisch herumliegt. Die Rätsel basieren auf Physik – Gus ist ein Ragdoll-Modell, das schwer und floppy ist, was zu komischen Momenten führt, wenn Arme oder Beine heraushängen oder er aus dem Versteck rutscht. In der Wohnung zum Beispiel kannst du ihn in einen Kühlschrank quetschen oder unter dem Bett verstecken, aber du musst Türen schließen und Möbel richtig positionieren, damit nichts auffällt.

Die Level sind thematisch vielfältig und nachempfunden an 70er-Jahre-Settings mit grellen Farben, Mustertapeten und Retro-Möbeln. Im Museum versteckst du Gus in Statuen oder hinter Gemälden, im versunkenen Schiff kämpfst du gegen Wasserströmungen, die den Körper wegtreiben, und in der Raumstation gibt’s Zero-Gravity, wo alles schwebt. Das sorgt für Abwechslung, und jedes Versteck fühlt sich wie ein kleines Puzzle an: Wie falte ich Gus zusammen, ohne dass er stecken bleibt? Neu sind Modifier, die du freischaltest, wie „Schwerer Gus“ für mehr Gewicht oder „Doppelte Zeit“ für entspannteres Spielen – super, um den Schwierigkeitsgrad anzupassen. Wer S-Rank will, muss perfekt performen: Schnell sein, alle Beweise verstecken und keine Abdrücke hinterlassen. Das motiviert zum Wiederholen, und mit Trophäen für alle 36 Verstecke (sechs pro Level) gibt’s Replay-Wert.

Doch leider baut das Spiel in manchen Bereichen ab. Die Level wirken oft repetitiv – immer wieder Gus schleppen, Beweise suchen, wischen. Nach ein paar Durchläufen kennst du die Spots, und der Reiz verfliegt, es sei denn, du jagst Highscores. Die Erkundung ist linear: Du bist in einem Raum gefangen, läufst herum, aber es gibt keine offene Welt. Manche Verstecke sind frustrierend, weil die Physik janky ist – Gus klemmt fest, Objekte fallen um, und du verlierst Zeit. Auf der PS VR2 fühlt sich das dank besserer Haptik intensiver an, aber die Portierung nutzt nicht alle Features aus, wie feinere Vibrationen oder Eye-Tracking. Hier hätte man mehr machen können, um die Immersion zu steigern. Die Areale haben die richtige Größe für VR – nicht zu groß, um Motion Sickness zu verursachen –, aber sie wirken statisch, ohne dynamische Elemente wie zufällige Polizeibewegungen.

Dabei sorgen die kleinen Räume für Klaustrophobie, was zum Thema passt. Charaktere gibt’s keine, außer Gus’ Leiche, die du steuern musst – zitternd vor Frustration, wenn sie nicht kooperiert. Trotz Liebe zum Detail merkt man, dass die Levels wie Dioramen funktionieren und keine lebendige Welt vermitteln. Zuar kannst du mit Objekten interagieren, doch tragen sie nichts zur „Story“ bei. Auch werden dir Hinweise auf Verstecke nicht immer klar gegeben, sodass du blind rumprobierst. Hier hätte man Tutorials oder Hilfen einbauen können.

Wunderschöne VR-Interaktion

Das Herzstück ist die Physik-Interaktion in VR. Du greifst Gus mit den Controllern an Armen oder Beinen, schleppst ihn durch den Raum – er fühlt sich schwer an, dank guter Haptik auf PS VR2. Die Kamera folgt flüssig, und du kannst ausweichen, springen oder klettern, um Verstecke zu erreichen. Auf den ersten Blick erinnert es an Physik-Puzzler wie „Job Simulator“, aber es ist komplexer: Du musst Gus falten, Objekte stapeln und auf Balance achten. Die Energie kommt aus dem Zeitdruck – die Leiste unten zeigt die verbleibende Zeit, und du füllst Punkte durch schnelles Handeln. Sobald du ein Versteck meisterst, schaltest du das nächste frei.

Man merkt der Interaktion die VR-Spezialisierung an. Spätestens in schwierigen Levels kommst du mit Zufallsgrabschen nicht weit und musst planen. Besonders das Falten von Gus erfordert Übung – Timing, um Gliedmaßen zu positionieren. Um Fähigkeiten zu feilen, gibt’s den Sandbox-Modus, wo du in Ruhe experimentierst. Alternativ kannst du Levels wiederholen oder Modifier nutzen. Die „Boss“-Momente sind die kniffligen Verstecke, wie im Space-Level, wo Schwerelosigkeit alles kompliziert. Hier haben die Entwickler die Physik gut umgesetzt, mit bombastischen Misserfolgen, wenn Gus schwebt. Quick-Time-ähnliche Aktionen, wie schnelles Wischen, belohnen mit Extra-Punkten.

Atmosphäre pur

Fans von dunklem Humor werden es lieben: Der 70er-Stil ist perfekt umgesetzt, mit grellen Farben, funky Mustern und cheesy Muzak. Die Soundeffekte – Gus’ Floppen, Polizeifunk – bauen Spannung auf, und die PS VR2-Haptik lässt dich das Gewicht spüren. Englische Sprachausgabe ist da, aber minimalistisch – hauptsächlich Polizeichatter. Auf Deutsch fehlt’s. Die Entwickler konzentrieren sich auf das Wesentliche: Absurde Komik und Immersion. Wer das Spiel spielt, braucht keinen Film – es fängt den Slapstick ein. Besser geht’s fast nicht, außer mit mehr Inhalt.

Fazit

„Hide the Corpse“ ist ein bizarrer VR-Spaß von Realcast, der mit dunklem Humor punktet. Der Retro-Stil und die Physik-Interaktionen sorgen für Lacher, aber auch Frust. Die Levels sind kreativ, der Zeitdruck packend, doch die Umsetzung hapert. Repetitive Aufgaben, janky Physik und fehlender Inhalt trüben den Eindruck. Für VR-Fans ist es ein kurzweiliger Spaß, aber die Mängel – schwache Tutorials, kurze Spielzeit, ungenutzte PS VR2-Features – machen es für Gelegenheitsspieler schwer zugänglich. Es fehlt die Tiefe, um langfristig zu fesseln, und die Frustration überwiegt oft den Spaß. Ich empfehle es nur für Hardcore-VR-Spieler mit Humor.

Pro:

  • Einzigartiges, humorvolles Konzept mit dunklem Twist
  • Immersive Physik-Interaktion, perfekt für VR
  • Abwechslungsreiche Levels mit kreativen Verstecken
  • Zeitdruck und Modifier sorgen für Spannung und Replay
  • Retro-70er-Ästhetik mit toller Haptik auf PS VR2
  • Sandbox-Modus für freies Experimentieren

Kontra:

  • Repetitive Levels nach wenigen Durchläufen
  • Janky Physik führt zu Frustration
  • Keine tiefe Story oder Erklärungen für Neulinge
  • Kurze Spielzeit ohne viel Inhalt
  • Controls brauchen Gewöhnung, kein Seated-Modus
  • Audio kann repetitiv werden

Gesamtwertung: 6/10
⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆☆☆

Über Egor Sommer 1494 Artikel
Lange Zeit bei Playstation-Choice.de mitgewirkt und nun als Freelancer bei Gamolution.de tätig. Ich freue mich darauf euch weiterhin mit Tests, Specials und News rund um die Gaming-Welt zu informieren.
Kontakt: Webseite

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