
Release: 29. August 2025 Plattformen: PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch Entwickler: Lizardcube Publisher: SEGA Genre: Action-Platformer, Stealth, Hack and Slash
Ah, Joe Musashi. Der Name ruft bei vielen Retro-Gamern sofort Erinnerungen an eine Ära hervor, in der knallharte Action, präzises Platforming und bunte 16-Bit-Grafik den Ton angaben. Mit Shinobi: Art of Vengeance kehrt der legendäre Ninja-Meister auf die moderne Bühne zurück. Doch ist dies nur ein weiterer Nostalgie-Trip oder eine meisterhafte Wiedergeburt, die es mit den Giganten von heute aufnehmen kann? Ich habe mich in die Rolle des schlagkräftigen Shinobi geworfen, um dieser Frage auf den Grund zu gehen. Lass mich dir sagen: Dieses Spiel ist weit mehr als nur ein Liebesbrief an die Vergangenheit – es ist ein lautes, unmissverständliches Ninja-Manifest.
Wie Phönix aus der Asche
Die Story von Shinobi: Art of Vengeance ist herrlich unkompliziert. Du schlüpfst in die Rolle des legendären Joe Musashi, der sich eigentlich zur Ruhe gesetzt hat, um als Sensei des Oboro-Clans zu unterrichten. Doch sein ruhiges Leben wird jäh unterbrochen, als die finstere Organisation ENE Corp unter der Führung von Lord Ruse sein Dorf angreift. Joe Musashi muss wieder an die Front und Rache üben. Die Geschichte ist geradlinig und unkompliziert, ohne den Spieler mit überflüssigen Details zu überladen. Sie dient als perfekte Kulisse für das, was wirklich zählt: das meisterhafte Gameplay.

Dementsprechend ist die Story nicht sonderlich aufwendig in Szene gesetzt oder gar Inszeniert. Während die Geschichte in starren Bildern erzählt wird, werden die Dialoge wie in einem Visual Novel präsentiert. Das wird nicht jedem Spieler schmecken. Besonders hervorzuheben sind aber die unterschiedlichen Level. Jedes Level ist ein Abenteuer für sich, von den üppigen Bambuswäldern und mysteriösen Schreinen des Oboro-Dorfes bis hin zu den neon-durchtränkten Städten und geheimen Laboratorien des Feindes. So führt euch die Kampagne durch vielfältige und abwechslungsreiche Level die dich über 10 Stunden lang am Controller fesseln werden. Doch auch nach dem Ende der Geschichte ist noch lange nicht Schluss, denn es gibt genügend Zusatzinhalte, die dich für Dutzende weitere Stunden unterhalten werden.


Ästhetik trifft auf Gameplay
Was sofort ins Auge sticht, ist die Optik. Shinobi: Art of Vengeance sieht einfach nur fantastisch aus. Jeder Hintergrund, jeder Charakter und jeder Effekt wurde von Hand gezeichnet, was dem Spiel einen unvergleichlichen Charme verleiht. Es ist, als würde man einen spielbaren Anime in Perfektion erleben. Die Animationen sind butterweich, die Farben leuchten und das Design der verschiedenen Level ist so abwechslungsreich, dass man ständig neue Details entdeckt. Einmal kämpft man sich durch einen wunderschönen Bambuswald, das nächste Mal bahnt man sich seinen Weg durch die neonbeleuchteten Straßen einer futuristischen Metropole. Diese Liebe zum Detail zieht sich durch das gesamte Spiel. Das ist definitiv eine Stärke, die das Spiel von vielen anderen modernen Titeln unterscheidet.

Der Weg des Kriegers: Das Kampfsystem
Anders als im Original verfügt man in Shinobi: Art of Vengeance über eine Lebensleiste und kann mehrere Treffer einstecken. Das gilt nicht nur für dich, sondern auch für deine Gegner. Mit dem Katana kann man verheerende Combos ausführen, doch der Weg zum Sieg ist nicht immer leicht. Einige Gegner verfügen über einen Schild, den man zunächst mit gezielten Schlägen brechen muss. Erst wenn der Schild gebrochen ist, können die Gegner gestaggert und in ihren Aktionen behindert werden. Jede deiner Handlungen ist potenziell tödlich, und das macht die Kämpfe so intensiv und befriedigend. Es ist ein Spiel, das dich in den Flow bringt und dich für deine Fähigkeiten belohnt.

Neben deinem treuen Katana und den ikonischen Shuriken, die als Fernkampfwaffen dienen, stehen dir verschiedene Ninpo-Fähigkeiten zur Verfügung. Das sind mächtige Spezialangriffe, die du im Kampf einsetzen kannst, um große Gegnergruppen zu dezimieren oder mächtige Bosse in die Knie zu zwingen. Außerdem kannst du Amulette ausrüsten, die dir passive oder aktive Boni geben, wie eine Lebensregeneration oder einen Angriffsschaden-Boost. Die Kombination aus diesen Fähigkeiten macht das Kampfsystem so unglaublich tiefgängig.

Plattformer-Meisterwerk
Das Platforming ist das zweite Standbein des Spiels und ist genauso präzise und belohnend wie die Kämpfe. Joe Musashi steuert sich wie ein Traum. Er kann Wände hochlaufen, springen, sich an Seilen schwingen und sogar einen langsamen Gleitflug ausführen, um lange Strecken zu überbrücken. Die Level sind voller vertikaler Ebenen, versteckter Wege und Geheimnisse, die es zu entdecken gilt. Das Spiel ermutigt dich, die Level immer wieder zu spielen, um alles zu finden. Das ist nicht nur wegen der Sammelgegenstände und Upgrades motivierend, sondern auch, weil es einfach Spaß macht, die Level zu meistern und deine Fähigkeiten zu perfektionieren.

Der Reiz der Wiederkehr
Der Levelaufbau ist anfangs etwas irritierend, da Shinobi: Art of Vengeance auf eine klassische Levelstruktur setzt und keine offene Welt bietet, wie man es von modernen Metroidvanias gewohnt ist. Dennoch zwingt uns das Spiel dazu, bereits besuchte Abschnitte zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu erkunden. Dies liegt daran, dass einige Bereiche, wie die mit dem Enterhaken erreichbaren Stellen, erst Stunden später zugänglich werden, wenn wir die entsprechende Fähigkeit freigeschaltet haben. Dies kann die Erkundung zu Beginn etwas ausbremsen und frustrierend wirken, da man ständig auf blockierte Wege stößt.

Glücklicherweise haben die Entwickler hier gut mitgedacht und eine Schnellreisefunktion implementiert. Bevor man ein Level für die 100%-Vervollständigung erneut betritt, kann man sich auf der Karte orientieren und direkt zu einem gewünschten Ort springen, was das Backtracking deutlich vereinfacht und beschleunigt.

Auch das Shop-System spielt eine zentrale Rolle bei der Charakterentwicklung. Im Spiel sammelt man durch das Besiegen von Feinden und das Öffnen von Truhen Münzen. Diese dienen als Währung, um bei einem Händler neue Fähigkeiten (etwa zusätzliche Ninpo-Techniken) oder permanente Boni wie mehr Leben oder eine höhere Maximalanzahl an Kunais zu erwerben. Dieses RPG-Element belohnt die Mühe der Spieler und gibt einem das befriedigende Gefühl, Joe Musashi stetig stärker zu machen.

Technik und Perfektion
Technisch läuft Shinobi: Art of Vengeance auf der PS5 absolut makellos. Die 60 FPS sind konstant, Ladezeiten gibt es so gut wie gar nicht und das Spiel fühlt sich unglaublich flüssig an. Der Soundtrack ist ebenfalls ein absolutes Highlight. Er fängt die Atmosphäre der 16-Bit-Ära perfekt ein, während er gleichzeitig modern und neu klingt.

Fazit
Egal, ob du ein alter Shinobi-Hase bist oder das Franchise gerade erst entdeckst, Shinobi: Art of Vengeance ist ein Muss für jeden Action-Platformer-Fan. Es ist die perfekte Balance zwischen traditionellem Gameplay und modernen Elementen, die es zu einem der besten Spiele des Jahres macht. Es fühlt sich einfach nur richtig an und ist eine absolute Wucht.
Ja, das Spiel hat seine kleinen Schwächen. Die Story ist etwas generisch, einige Plattformpassagen sind sehr knifflig, das kann bei manchen Spielern für Frust sorgen, und die Gegner sind nicht besonders vielfältig. Doch diese kleinen Kritikpunkte verblassen schnell, wenn du in den Fluss des Gameplays eintauchst. Das Spiel hat eine unglaubliche Anziehungskraft, die dich immer wieder dazu bringt, es erneut zu versuchen. Das Kampfsystem ist brillant, die Steuerung ist präzise und der handgezeichnete Stil ist ein wahrer Augenschmaus. Die Entwickler haben hier ein Spiel geschaffen, das man nicht verpassen darf und das dich süchtig machen wird. Ich kann dir eine absolute Kaufempfehlung geben.
Pro & Kontra
Pro
- Brutale und präzise Kampf-Mechanik
- Wunderschöne handgezeichnete Grafik und flüssige Animationen
- Abwechslungsreiche Level mit Metroidvania-Elementen und hohem Wiederspielwert
- Hervorragendes Sounddesign und Soundtrack
- Belohnende Erkundung und Upgrades durch Amulette und Ninjutsu
- Fordernde, aber faire Kämpfe und Bosse
Kontra
- Generische Story ohne große Twists
- Hohe Schwierigkeit für Gelegenheitsspieler
- Weniger vielfältige Gegnertypen als man es sich wünschen würde
- Gelegentliche Clipping-Fehler in der Physik
Wertung
Gesamtwertung: 8/10 ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆
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