
In weniger als einer Woche, am 26. Januar 2026, erscheint Highguard. Es ist das Erstlingswerk von Wildlight Entertainment, einem Studio, das fast ausschließlich aus Titanfall- und Apex-Legends-Veteranen besteht. Doch während der Release unmittelbar bevorsteht, rätselt die Gaming-Welt: Erleben wir einen genialen PR-Schachzug oder steuert das Projekt auf ein Debakel zu?
Selten hat ein Spiel so kurz vor Veröffentlichung für so viel Gesprächsstoff gesorgt – und das paradoxerweise durch fast völliges Schweigen seitens der Entwickler.
Was ist Highguard? Das Konzept des „PvP Raid Shooters“
Abseits der PR-Stille bietet Highguard ein spielerisches Konzept, das sich bewusst von klassischen Battle Royales abhebt. Die Entwickler beschreiben es als eine völlig neue Art von Shooter, der Elemente aus Hero-Shootern, MOBAs und Belagerungsschlachten kreuzt.
- Die Wardens: Spieler schlüpfen in die Rolle von „Warden“-Crews – arkanen Revolverhelden, die Schusswaffen mit mächtiger Magie kombinieren. Laut ersten Trailer-Analysen wird es zum Start rund 10 verschiedene Wardens mit individuellen Fähigkeiten (wie Eiswände oder Lava-Beschwörungen) geben.
- Der Spielmodus: In Teams (vermutlich 3vs3) kämpfen Spieler auf einem mythischen Kontinent um den „Shieldbreaker“. Wer dieses Objekt kontrolliert, kann die Schilde der gegnerischen Basis durchbrechen.
- Belagerung & Zerstörung: Ziel ist es, in die feindliche Basis einzudringen und diese mit massiven Belagerungsmaschinen (wie riesigen, löwenköpfigen Panzern) zu zerstören.
- Movement: Wildlight bleibt seinen Wurzeln treu. Trotz des Fantasy-Settings gibt es Anleihen am berühmten Titanfall-Movement wie Wall-Running, kombiniert mit dem Einsatz von Reittieren (Mounts) für schnelle Vorstöße auf den weitläufigen Karten.
Die Gründe für die Funkstille
1. Das „Concord“-Trauma und die negative Resonanz Einer der Hauptgründe für die Funkstille dürfte die heftige Reaktion auf den Trailer bei den Game Awards (TGA) sein. Auf Kanälen wie IGN sammelte das Video massiv mehr Dislikes als Likes (ca. 54.000 zu 4.700). Die Community kritisierte vor allem:
- Die Platzierung: Als „One More Thing“ der Show erwarteten Fans ein neues Titanfall oder ein ähnlich gewaltiges Franchise. Ein unbekannter Hero-Shooter in diesem Slot wirkte für viele wie eine herbe Enttäuschung.
- Das Design: Viele empfanden den Grafikstil als „generisch“ und verglichen das potenzielle Schicksal des Spiels bereits mit dem Mega-Flop Concord.
2. Die Theorie des „Shadow-Drops“ Insider wie Paul Tassi (Forbes) berichten, dass Wildlight Entertainment den begehrten Final-Slot bei den Game Awards gar nicht bezahlt hat – Geoff Keighley soll das Spiel schlichtweg so gut gefallen haben, dass er es dort platzierte. Es gibt die Vermutung, dass Wildlight das Spiel eigentlich ohne große Vorankündigung (Shadow-Drop) veröffentlichen wollte, um den Hype organisch durch Gameplay statt durch Marketing aufzubauen – ähnlich wie sie es damals bei Apex Legends taten. Der TGA-Auftritt könnte diesen Plan unfreiwillig durchkreuzt haben, indem er eine Erwartungshaltung schürte, die das kleine Team (nur ein paar Dutzend Entwickler) gar nicht bedienen wollte.
3. PR-Streich: Die Ruhe vor dem Sturm? Es wäre denkbar, dass das Studio die negative Online-Stimmung bewusst aussitzt. Die Logik dahinter: Jede neue Info würde aktuell von „Hatern“ zerrissen werden. Indem sie schweigen, hoffen sie vielleicht darauf, dass am 26. Januar das reine Gameplay für sich spricht. Da das Team aus den Köpfen hinter Titanfall 2 besteht – einem der mechanisch besten Shooter aller Zeiten – setzen viele darauf, dass das Spiel sich einfach verdammt gut anfühlen wird.
Fakten zum Launch
Trotz aller Gerüchte bleibt das Datum fest verankert. Auf Steam wird der Countdown bereits angezeigt:
- Release-Datum: 26. Januar 2026
- Plattformen: PC (Steam), PlayStation 5, Xbox Series X|S
- Modell: Free-to-Play
- Technik: Full Cross-Play und Cross-Progression ab Tag 1
Highguard ist ein Hochrisiko-Projekt. Entweder beweist das Team von Wildlight erneut, dass sie das Shooter-Genre besser verstehen als jeder andere, oder das Spiel verschwindet so lautlos, wie es angekündigt wurde. In wenigen Tagen wissen wir, ob die Wardens die neue Speerspitze der Online-Shooter werden.
Kommentar hinterlassen