
Physische Medien als Höchstgenuss vermarkten, aber Discs bei Videospielen abschaffen: Eine neue Werbekampagne von Sony sorgt in der Gaming-Community für hochgezogene Augenbrauen. Während das Unternehmen sein Musik-Equipment für das haptische Vinyl-Erlebnis feiert, steht das Aus für physische PlayStation-Spiele ab 2028 bereits fest.
„So, wie es gehört werden sollte“
In einem aktuellen Werbebeitrag für den bereits im Frühjahr erschienenen LX3 Turntable-Plattenspieler fordert Sony Musikliebhaber dazu auf, die Nadel aufzusetzen und Musik „so zu genießen, wie sie gehört werden sollte“ – nämlich entschleunigt und auf einem physischen Tonträger.
Rediscover the warmth, detail, and ritual of vinyl with the LX3 Turntable. Drop the needle, press play, and enjoy music the way it was meant to be heard. Time to upgrade: https://t.co/kkSP2R2eKj pic.twitter.com/HESluTGSgw
— Sony Electronics (@SonyElectronics) July 26, 2026
In der Community stößt diese Botschaft jedoch auf gemischte Gefühle und spöttische Kommentare. Der Grund dafür liegt in der angekündigten Strategie der Videospielsparte des Konzerns: Sony hat bereits bestätigt, dass ab Januar 2028 keine neuen PlayStation-Spiele mehr auf optischen Datenträgern (Discs) ausgeliefert werden sollen.
Bitterer Beigeschmack für Sammler
Der auffällige Kontrast zwischen beiden Sparten sorgt für Diskussionen:
- Audio-Sparte: Hier setzt Sony gezielt auf die Faszination des Greifbaren. Das Auflegen der Platte, das Cover in den Händen und das Ritual des Nadel-Absenkens werden als Premium-Erlebnis inszeniert.
- Gaming-Sparte: Bei PlayStation wird der Abschied von der Disc vorangetrieben, was das Ende von klassischen Disk-Sammlungen in den Regalen der Spieler bedeutet.
Auch wenn Großkonzerne für unterschiedliche Produktsparten naturgemäß eigene Strategien verfolgen, hinterlässt das Verfechten physischer Medien im Musikbereich bei Verfechtern der physischen Spielesammlung einen faden Beigeschmack.
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