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Imp of the Sun im Test – Dieser Kobold lässt uns kalt

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Metroidvania Spiele erfreuen sich größter Beliebtheit und auch ich bin ein großer Fan dieses Genres. Zuletzt konnte mich Metroid Dread in seinen Bann ziehen, auch wenn es nicht ganz perfekt war. Jüngst schaffte es ein völlig neues Indiespiel meine Aufmerksamkeit zu erhaschen, und zwar durch seinen wunderschönen Animations- sowie Zeichenstil. Dabei handelt es sich um “Imp of the Sun” dem Erstlingswerk des noch jungen Entwicklerstudios Sunwolf Entertainment. Leider reicht jedoch ein schicker Grafikstil allein nicht aus. Erfahrt in meinem Test, woran es bei “Imp of the Sun” hapert und warum es bedauerlicherweise nur ein mittelmäßiges Spielerlebnis ohne Highlights geworden ist.

Der Kobold der Sonne

Bei “Imp of the Sun” handelt es sich um ein nicht-lineares 2D-Action-Plattformspiel, welches rasante Kämpfe sowie Erkundung in einer atemberaubenden, peruanisch inspirierten Welt verspricht. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Nin, einem Kobold, der aus dem letzten Funken des Sonnengottes erschaffen wurde. Er wird auf ein Abenteuer geschickt, um die vier Hüterwesen zu besiegen und die Macht des Sonnengottes wiederherzustellen, um die ewige Sonnenfinsternis zu beenden, bevor die Welt in Dunkelheit versinkt.

Viel mehr gibt es zur Geschichte enttäuschenderweise nicht zu sagen, sie dient uns lediglich als Rahmenhandlung. Wer mehr über die eigentlich interessante Lore herausfinden möchte, wird auf Sammelgegenstände verwiesen, die bei einer alten Dame im Dorf eingereicht werden können, um deren Legende in Zwischensequenzen zu erfahren.

Wir starten unser recht kurzes Abenteuer in einem kleinen Dorf, wo wir die wichtigsten Personen direkt kennenlernen können. Bei der bereits erwähnten Dame können wir mehr zur Geschichte erfahren, bei einem kleinen Mädchen tauschen wir Sammelobjekte gegen Erfahrungspunkte ein und ein Geist dient uns als Speicherpunkt und ermöglicht uns die Schnellreise. Zudem erhöht er im Austausch gegen Erfahrungspunkte unser Leben, die Angriffskraft oder auch das sogenannte innere Feuer. 

Während Angriffskraft und Leben womöglich keiner weiteren Erklärung bedarf, ist das innere Feuer wie eine Art Mana-Anzeige zu verstehen. Da der kleine Kobold der Sonne entsprang, kann er auch in der Nähe von Feuerstellen sein inneres Feuer wiederaufladen. Mit dem inneren Feuer können spezielle Fähigkeiten ausgelöst werden, wie die Feuer- oder Rauchform. Zudem kann man das innere Feuer dazu nutzen, sich zu heilen. 

Völlig orientierungslos

Neben dem Dorf, müssen wir vier weitere Schauplätze aufsuchen, um die Welt zu retten. So führt man uns in eine Wüste, einen Dschungel oder auch ein finsteres Höhlensystem. Ihr könnt frei entscheiden, wohin ihr euch zuerst begebt. Schade nur, dass man dem Spieler keine übersichtliche Karte an die Hand gibt. Es existiert nur eine rudimentäre Karte, die euren ungefähren Standort anzeigt, aber wirklich zurechtgefunden hab ich mich damit nie. Ich wusste grob wohin ich musste, doch Spaß am Erkunden empfand ich dabei nie, denn die einzelnen Teilbereiche eines Gebietes unterscheiden sich kaum voneinander. Ich irrte vielmehr orientierungslos durchs Spiel. 

Darüber hinaus muss man in jedem Gebiet ein und dieselbe Aufgabe erledigen. Der Zugang zum Bossraum muss zunächst mit zwei Schlüsseln geöffnet werden, die verstreut in dem jeweiligen Gebiet zu finden sind. Meistens sind sie im Dungeon versteckt, aber oftmals erhält man diese auch nach einem Kampf in einer Arena. Man kennt es eher aus Devil May Cry oder auch Dante´s Inferno, ein Areal wird plötzlich versperrt und erst wieder geöffnet, nachdem man eine Horde an Monstern bekämpft hat. Dieses Prinzip wiederholt sich in jedem Gebiet. Für ein wenig Abwechslung sollten wohl die unterschiedlichen Rätsel im Spiel sorgen, doch durch die recht unpräzise sowie teilweise träge Steuerung machen sie es nur noch schlimmer. 

Das größte Problem an der Steuerung ist, dass der Kobold sich wie auf Rollschuhen bewegt. Er nimmt sehr schnell Geschwindigkeit auf und man kann dann seine Sprünge schwer einschätzen. Das wirkt sich frustrierend aufs gesamte Gameplay aus. Zudem können einzelne Fähigkeiten im Kampf gar nicht eingesetzt werden, weil sie schlicht zu träge sind. So ist der Bogen zum Beispiel ein hilfreiches Mittel für Rätsel, doch für den Kampf völlig ungeeignet, obwohl dieser auch Schaden anrichten kann. Um den Bogen einsetzen zu können, muss der  Kobold diesen zunächst spannen, was schlicht zu lange dauert. 

Gute Ideen, schlechte Umsetzung

Für weitere Abwechslung sollten die unterschiedlichen Gegnertypen sorgen, doch das funktioniert ebenfalls nicht so richtig stimmig. Im Getümmel mit mehreren Typen kann es durch die träge Steuerung schon mal frustrierend werden. Bei den Bossen hingegen hat man sich etwas mehr Mühe gegeben. Für jeden Boss benötigt ihr eine andere Strategie. Bei dem Untergrundboss, müssen wir zunächst alle Fackeln erleuchten, um ihn zu blenden, dadurch offenbart er seine Schwachstelle am Rücken und wird verwundbar. Nervig ist jedoch seine zweite Phase, da er plötzlich die Fackeln löschen kann. Da man bei diesem Kampf im Kreis laufen muss, um die Fackeln zu zünden und sogar an einer Passage den langsamen Bogen benutzen muss, dauerte der Kampf länger als nötig. Besonders spannende werden diese jetzt dadurch nicht. 

Für die Kampagne habe ich etwas mehr als 6 Stunden gebraucht, was bei einem Titel für 19,99 Euro völlig in Ordnung geht. Dabei habe ich jedoch einige Sammelgegenstände und Geheimnisse liegen lassen. Überrascht war ich über ein wirklich sympathisches Easter Egg. Wer das Spiel zu 100 % durchspielen möchte, wird deutlich länger brauchen. Trophäenjäger müssen das Spiel zum Beispiel unter 3 Stunden durchspielen oder es komplett ohne Upgrades oder einem Tod schaffen. Darüber hinaus wird nach dem ersten Playthrough ein neuer, herausfordernder Spielmodus geboten. Ich gehe aber davon aus, dass die meisten es bei einem Durchlauf belassen werden, wenn sie es denn soweit durchhalten. Dafür bietet das Spiel einfach zu wenig Abwechslung und zu viele Frustmomente.

Fazit

Mit Imp of the Sun liefern die Entwickler von Sunwolf Entertainment ein mittelmäßiges Spiel ab, welches zwar durch sein Artstyle und den hübschen handgezeichneten Animationen entzücken kann, jedoch auf spielerischer Ebene oftmals frustriert. Die Erkundung macht kaum Spaß, da sich viele Bereiche ähneln und es keine vollwertige Karte gibt. Die Rätsel sind simpel, die Steuerung etwas zu träge sowie unpräzise und die Geschichte ist kaum erwähnenswert. Wer auf den nächsten Metroidvania Hit gehofft hatte, der wird hier definitiv nicht fündig. Ich vergebe 

5 von 10 Punkten

 

 

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