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Tales of Kenzera: Zau (PS5) im Test

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2024 scheint ein gutes Jahr für Metroidvania Fans zu werden, denn nach dem gelungenen Prince Of Persia: The Lost Crown kommt bereits Nachschub in Form von Tales of Kenzera: Zau. In dem Erstlingswerk der britischen Entwickler der Surgent Studios, verarbeitet der Gründer des Studios Abubakar Salim seinen persönlichen Verlust des Vaters.

Abubakar Salim
Abubakar Salim

Der britische Synchronsprecher und Schauspieler erlangte durch seine Performance als Bayek in Assassin’s Creed Origins größere Bekanntheit und gründete das Studio 2019, um das Spiel seiner Träume zu erschaffen. Bei der Erfüllung seines Traums griff ihm Publisher Electronics Arts unter die Arme, sodass der Titel am 23. April 2024 für die Nintendo Switch, PlayStation 5, Xbox Series X/S und den PC veröffentlicht werden konnte. Wir haben uns das Spiel genau angesehen und verraten euch in diesem Test, ob sich ein Kauf lohnt. 

Trauerbekämpfung

In Tales of Kenzera: Zau schlüpfen wir in die Rolle von Zuberi, der gerade den Tod seines Vaters zu verarbeiten versucht. Um seinen Schmerz zu lindern, überreicht ihm seine Mutter ein Buch an dem der Vater gearbeitet hat. Die Geschichte des Buches handelt von dem jungen Schamanen Zau, der den Verlust des eigenen Vaters nicht akzeptieren kann und den Todesgott Kalunga aufsucht. Zau bittet Kalunga ihm seinen Vater zurück zu geben und der Gott willigt ein, doch zuvor muss ihm Zau drei Götter ausliefern, die diesen verleumdet haben. Und so macht sich Zau, begleitet von dem Totengott, auf die Reise, um seinen Vater ins Reich der Lebenden zurück zu bringen. 

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Tales of Kenzera™ ZAU Mutter übergibt das Buch

Die Geschichte ist schön inszeniert und gut erzählt. Zudem erhält man, dank kleinerer Nebengeschichten und legenden Erzählungen, einen moralischen Einblick in die fremde Kultur. Es macht durchaus Spaß den Protagonisten zu lauschen, da die Synchronisation durchweg professionell ist und wir hierdurch auch emotional mitgenommen werden. Auch der Soundtrack ist gelungen und fühlt sich nie unpassend an.

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Tales of Kenzera™ ZAU Treffen mit Kalunga

Standard Metroidvania-Kost

Tales of Kenzera: Zau liefert alles, was das Metroidvania-Herz begehrt. Zwar beherrscht Zau von Beginn an bereits den Doppelsprung und den Dash, der in vielen Metroidvania-Plattformer erst später erlernt werden muss, um neue Wege zu erschließen, doch um ausreichend Fähigkeiten braucht ihr euch nicht zu sorgen. Ganz im Gegenteil, Zau erlernt dermaßen viele Fähigkeiten, dass sich das Gameplay gegen Ende sogar etwas überladen anfühlt. Vor allem in Trial&Error-Passagen, wo jeder Sprung und eingesetzte Fähigkeit, wie Greifhaken, Drill-Dash oder das Schweben sitzen müssen, fühlt man sich etwas überfordert. Zum Glück sind diese Passagen jedoch selten und die Checkpoints mehr als Fair gesetzt, sodass die Frustgrenze gering ausfallen dürfte. 

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Tales of Kenzera™ ZAU Screenshot

Die Spielwelt ist wunderschön inszeniert und fällt sehr abwechslungsreich aus, was man leider zu der Gegnervielfalt nicht sagen kann. Mit gerade einmal 11 Gegnertypen, die drei Bossgegner eingeschlossen, werden die Kämpfe im Verlauf der knapp acht stündigen Kampagne etwas eintönig, unübersichtlich und hierdurch chaotisch. Zau verlässt sich als Schamane auf zwei göttliche Masken, die ihm zum einen die Kraft des Mondes und zum anderen die Kraft der Sonne verleihen.

Mit der Kraft des Mondes (blau) kann Zau ein Fernkampfgeschoss auf die Gegner abfeuern, gegnerische Geschoße zurückschleudern und später sogar per Frostgeschoss Gegner und Objekte wie Wasserfälle einfrieren. Mit der Kraft der Sonne (rot) greift Zau zu einer Nahkampfwaffe und setzt die Gegner später auch in Brand. Zwischen den Masken kann jederzeit per Knopfdruck gewechselt werden, das ist zu Beginn noch spannend und fühlt sich abwechslungsreich an, doch da Zau im verlauf der Kampagne keine weiteren Waffen erhält und der Kampf nur durch neue Fähigkeiten aus einem minimalistischen Fähigkeitsbaum erweitert wird, ist das schlicht zu wenig, um über so einen langen Zeitraum spannend zu bleiben. 

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Tales of Kenzera™ ZAU Ausschnitt der Spielkarte

Zudem erhalten die Gegner zusätzlich noch einen blauen oder roten Schild, der nur mit der jeweiligen Maske zerstört werden kann. Dank dieser Schilder und zusätzlichen bunten Effekten, kann man schnell seine Spielfigur aus den Augen verlieren und das Kampfgeschehen fühlt sich chaotisch an. Wer sich jedoch daran nicht stört, freut sich über zusätzliche Prüfungen, die euch alle Spielmechaniken und Fähigkeiten abverlangen werden. 

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Tales of Kenzera™ ZAU Bosskampf

Wie in jedem Metroidvania, kommen natürlich auch Sammelfreunde in Tales of Kenzera: Zau voll auf ihre Kosten. Mit Schmuckstücken, Echoes, Meditationsbäumen und den erwähnten Prüfungen verbessert ihr stets Zaus Fähigkeiten und werdet auch in den Plattform-Passagen immer besser. Zudem begegnet ihr gelegentlich auch Umgebungsrätsel, die jedoch sehr leicht ausfallen und somit eher als Zeit Strecker angesehen werden können. Natürlich erlernt Zau auch zahlreiche Fähigkeiten, die neue Passagen eröffnen oder gar Abkürzungen erschaffen. Die Spielwelt ist riesengroß und lädt zum Erkunden ein, fühlt sich jedoch durch die Erzählung der Geschichte zu linear an und auch der Umstand, dass auf der Karte keine Markierungen gesetzt werden können, ist unglücklich, da viele Sammelgegenstände erst durch bestimmte Fähigkeiten eingesammelt werden können. Wer alles entdecken möchte, wird nicht drumherum kommen Gebiete ein zweites Mal aufzusuchen. 

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Tales of Kenzera™ ZAU Zwischensequenz

Fazit

Tales of Kenzera: Zau ist ein wunderschönes und emotionales Werk geworden, welches mich sofort in seinen Bann ziehen konnte. Die Spielwelt ist durchdacht designt und bietet viel Abwechslung. Die zahlreichen Geschichten um die sagenumwobenen Götter haben mir ebenfalls gefallen und bieten stets eine moralische Botschaft.

Die britischen Entwickler der Surgent Studios haben mit ihrem Erstlingswerk ein solides Metroidvania Erlebnis abgeliefert, welches durchaus sein Geld wert ist. Lediglich ein paar Stolperfallen, wie die geringe Vielfalt der Gegner, Waffenarten und dem damit verbundenen Kampfsystems sind hier zu eintönig geraten. Zudem arten einige Geschicklichkeits-Passagen durch die überladene Steuerung der Fähigkeiten zur Geduldsprobe aus. 

Ich vergebe:

7 von 10 Punkte

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