über 1000 Stunden später: BambuLab P1s im Test

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Der Bambu Lab P1s ist sicherlich der Sweetspot für Alle diejenigen die keine 1000€ in einem aktuellen 3D Drucker investieren können und/oder möchten. Mit kleinsten Upgrades lässt sich dieser auch an die primären Fähigkeiten eines Flagschiffmodells anpassen. Sicherlich, mit kleinen Abschlägen, aber gehärtete Düsen und verbesserte Extruderzahnräder sind nun keine großen Kostenpunkte. Mit ein wenig Schraubergeschick und damit meine ich wirklich wenig, lässt sich das problemfrei umsetzen. Doch was kann der P1s wirklich leisten?

Nach nunmehr über 1100 Druckstunden mit PLA, PETG, ABS, TPU und ASA kann ich ein fundiertes Langzeiturteil abgeben und bin vom Ergebnis überrascht.

Das bietet der Bambu Lab P1s in 2025

Der P1s ist geschlossenes Drucksystem nach Core X/Y Technologie. Damit entfallen Bettbewegungen und Vibrationen werden minimiert. Dank der Doppelachsenführung ist der Druckkopf stabil und präzise. Mit 25,6×25,6×25,6 cm Bauvolumen ist er eigentlich ausreichend und passt sich dem Bambu Lab A1 an. Die Druckplatten sind zwischen allen Modellen von BambuLab kompatibel, ausgenommen natürlich der A1mini. Das bedeutet wer bereits einen A1 oder einen X1c hat kann sein Zubehör weiterhin nutzen ohne weitere Bauplatten bevorraten zu müssen. Somit entfällt auch der kauf zusätzlicher Effektplatten.

Der geschlossene Bauraum ist natürlich ein Vorteil, der vor allem für PETG, ABS und ASA interessant ist. Darüber hinaus verfügt der P1s über einen zusätzlichen Kammerlüfter der die Temperatur im inneren regeln kann, ebenso das Mainboard verfügt über einen eigenen Lüfter was defekte und Abnutzung aufgrund von Überhitzung minimieren soll.

Der P1s bietet zudem die Möglichkeit mit bis zu 16 Farben/Materialien drucken zu können ohne wechseln zu müssen. Hierfür sind jedoch zusätzliche AMS Module notwendig sowie ab dem zweiten AMS ein AMS Hub der auch noch einmal mit über 50€ zu Buche schlägt. Ein zusätzliches AMS für 4 weitere Farben kostet zum aktuellen Zeitpunk 309€.

Mit 18 Minuten und 24 Sekunden für ein High Speed Benchy beweist der P1s seine bis zu 20 Meter pro Sekunde Beschleunigung und seine enorme Druckgeschwindigkeit von 500 mm/s. Diese Geschwindigkeiten sind natürlich nicht immer vorhanden und dafür müssen wir den Drucker auch in den höchsten der 4 einstellbaren Geschwindigkeitsmodi stellen.

Dank pressure Advance und aktiver Schwingungskompensation bekommen wir schöne gerade Linien und scharfe Kanten. Der Direct Drive Extruder hat zwar nur ein angetriebenes Zahnrad, ist aber dennoch sehr effizient. Die wiederherstellung nach dem Stromausfall, ein vollmnetall Hotend und der Filamentsensor sollten in der Preisklasse ü500€ selbstverständlich sein. Die zusätzliche Bauraumkamera sowie eine Beleuchtung ermöglichen dabei die Fernüberwachung per App.

P1s technische Daten

Gehäuse:

Druckvolumen: 256 x 256 x 256 mm³
Rahmen: Geschweißter Stahl
Gehäuse:
Geschlossen (Kunststoff und Glas)

Geschwindigkeit:

Maximale Geschwindigkeit des Werkzeugkopfes: 500 mm/s
Maximale Beschleunigung des Werkzeugkopfes: 20 m/s²

Werkzeugkopf:

Hotend: All-Metal
Düse: Edelstahl
Maximale Hotend Temperatur: 300℃
Werkzeugkopfkabel:
Verbessertes Werkzeugkopfkabel mit Kabelkette

Kühlung und Filtration:

Mainboard Lüfter: Closed Loop Steuerung
Kammertemperatur Regulierungslüfter:
Closed Loop Steuerung
Hilfslüfter:
Closed Loop Steuerung
Luftfilter: Aktivkohlefilter

offiziell unterstützte Filamente:

PLA, PETG, TPU, PVA, PET: Ideal
ABS, ASA: Ideal

PA, PC: Möglich

Produktmerkmale

  • Funktioniert sofort nach dem Auspacken und ist in 15 Minuten eingerichtet
  • Gut ausgefeilte Hardware und Software
  • Geschlossenes Gehäuse für den 3D-Druck mit Hochtemperatur-Filamenten
  • Bis zu 16 Farben mit dem AMS
  • Bis zu 20.000 mm/s² Beschleunigung, druckt einen Benchy in 18 Minuten
  • Eingebaute Kamera für Fernüberwachung und Zeitraffer

Lieferumfang:

Bambu Lab P1s Drucker, Edelstahl-Hotend mit Düse (zusätzlich zum verbauten), Bauplatte (strukturiert, beidseitig), Bambu PLA Filamentprobe mit Spule (ca.200 gr.), Pin-Tool zum entfernen von Verstopfungen, Stromkabel, Zubehörbox mit Ersatz Düsenwischern, Druckbettschaberklingen, Filamentschneider Klingen, Werkzeug usw…

Wenn bestellt: ein AMS System, Bambu-Buskabel zum Anschluss des AMS 6 polig, 2 Rollen Bambu PLA Filamentproben ca.200 gr.

Anmerkung: Das AMS, wenn bestellt, wird im inneren des Druckers verschraubt geliefert!

Aktueller Preis des P1s zum Zeitpunkt der Artikelerstellung:

P1s Drucker bei Bambu Lab direkt: €599,-

P1s Combo mit AMS bei Bambu Lab direkt: €799,-

Link zum Hersteller

Vor- und Nachteile des P1s

Der P1s hat einen geschlossenen Bauraum und ist recht einfach aufgebaut. Das ermöglicht es dem Nutzer auch Hochtemperaturfilamente zu drucken. Dabei bleiben wir aber hinter den Branchenstandards zurück und erreichen zum Beispiel „nur“ eine Düsentemperatur von 300 Grad Celsius, 20 Grad mehr wären schön gewesen. Genauso verhält es sich leider mit der Bauplatte. Diese kann bis 100 Grad geheizt werden, 110 oder 120 wären hier schöner gewesen um zum Beispiel ABS und ASA oder gar PA drucken zu können. Der P1s bleibt damit leicht hinter den Erwartungen für ein High-End Gerät zurück.

Entwickler Bambu Lab spendiert dem Flagschiffmodell X1c einen Lidar Sensor zur Flusskalibrierung, die A-Serie kommt mit einer aktiven Flusskompensation daher, die zwar nicht perfekt ist, dafür aber für Einsteiger recht gut funktioniert. Die P-Serie hingegen kommt ohne diesen „Schnick-Schnack“ und arbeitet somit nicht mit allen Filamenten out-of-the-Box einwandfrei. So musste ich im test zum Beispiel feststellen das sich Kingroon PETG im generischen Profil des Bambu Studios nicht oder nur bedingt drucken lässt, da es nach der kalibrierung auf 225 Grad, nicht wie von Bambu Lab vorgesehen auf 255 Grad voreingestellt werden muss. Es funktioniert tatsächlich als generisches PLA besser als auf dem PETG Profil. Das bedeutet das wir beim P1s vieles kalibrieren sollten/müssen.

Wer sich natürlich nur auf bestimmte Filamentmarken beschränkt, wie z.B. Bambu Lab, SunLu, eSun, Geeetech, Pollite oder Fiberon, die bereits im Bambu Studio hinterlegt sind, oder als Bambu PLA Basic funktionieren, sollte keinerlei Schwierigkeiten bekommen. Kalibrieren ist und bleibt hier aber das Schlüsselwort.

Druckgeschwindigkeit und Zuverlässigkeit des P1s im Vergleich zur Lautstärke sind angemessen. Wir müssen hier aber klar und deutlich sagen das der Bambu lab P1s zwar leiser ist als der Creality K1 aber die Lautstärke sich im Test nur marginal unterscheidet. Zwar ist der Creality K1 im Test besonders durch seine hohe Betriebslautstärke aufgefallen aber der P1s ist nicht bedeutend leiser. Das bekommen die Modelle der A-Serie deutlich besser hin. Die aktive Geräuschunterdrückung ist hier nicht implementiert, was ich ehrlich gesagt sehr schade finde. Mehr Ruhe im Büro und dafür 10-10% weniger Druckgeschwindigkeit wären meiner Meinung nach sehr angemessen gewesen.

Die Druckqualität des P1s ist hingegen, wenn man mit kalibriertem Filament arbeitet, sehr gut. Artefakte, Ringing und Ghosting sind auf ein absolutes minimum reduziert und lassen sich mittels regelmäßiger Wartung leicht auf diesem Niveau halten. Etwas unglücklich in diesem Thema ist das abschmieren und schmieren der hinteren Z-Achsen Führung. Diese ist ins Gehäuse integriert, wodurch das schmieren und reinigen stark erschwert wird. Auch der Poop-Auswurf auf der Rückseite ist meiner Meinung nach sehr ungünstig, da der große Vorteil der geringeren Stellfläche damit zur Nichte gemacht wird. Hier muss man sich selbst für Abhilfe sorgen. In meinem Fall habe ich ein sehr gutes Modell des Designers Tooling Lee gefunden. Tooling Lee bietet auf Makerworld ein Schubladensystem an, im übrigen nicht nur für die P- und X-Serie sondern auch für beide Serie A Drucker. Zwar verbraucht das Modell eine ordentliche Menge Material, ungefähr 3 Kilo PETG in unserem Fall, aber es erleichtert die Arbeit doch enorm, da es verhindert das Materialabfälle dahinter fallen und wir den Müll aus der Schublade, vorne am Drucker herausziehen können.

alltägliche Benutzung und Probleme

Der P1s, in Kombination mit dem automatischen Materialtauschsystem AMS ist ein leicht zu benutzender und zuverlässiger Drucker. Leider hatte ich ein hotend dabei das wohl nicht korrekt produziert war. Dieses hotend ist nach ein paar hundert Druckstunden bereits geplatzt. Dieser Materialfehler wurde aber durch Bambu Lab ohne Anstand anerkannt und ich habe ein komplettes hotend neu bekommen, inkl. der kompletten Technik. Diese großzügige Geste stimmt bisher mit meinem persönlichen Serviceeindruck von Bambu Lab überein, die sich auch bereits bei meinem A1 sehr kulant gezeigt haben.

Nach etwa 1000 Druckstunden hat der Düsenreiniger so langsam seine Funktion eingestellt. Ein Austausch ist dabei und mit einer einzelnen Schraube montiert, ist auch schnell getauscht, dauert keine 30 Sekungen. Dennoch habe ich selbst einen verbesserten Düsenwischer gedruckt und montiert, da die Drittanbieter hotend/Düsenkombination, die ich montiert habe eventuell qualitativ etwas schlechter ist als das original. Ich habe aber mit den originaldüsen nicht lange genug gedruckt um das beurteilen zu können. Dennoch hatte ich nach 1K+ Druckstunden vermehrt Probleme mit dem abstreifen bzw. einer verklebten Düse. Das schiebe ich mal auf die billigen Drittanbieterdüsen die ich verwende. Ich verwende sie trotz allem weil ich die Düsen, klassisch aus dem hotend herausschrauben kann, statt das gesamte hotend entfernen zu müssen. Das ist zwar wieder eine veränderung am original, jedoch fällt es mir so leichter zwischen den Düsengrößen zu wechseln.

Bei kleinen und schnellen Drucken zeigt sich der P1s als extrem zuverlässig. Hier hatte ich selten Probleme. Bei größeren Drucken hingegen kam es manchmal zu Problemen mit PLA. Auch PETG drucke ich mittlerweile lieber auf meinem A1, da es dort scheinbar einfacher zu drucken ist als auf dem P1s. Mit derzeit 3 Bambu Lab Druckern habe ich aber auch den Luxus der Auswahl, allerdings auch das Kopfzerbrechen des dauernden kalibrierens, da natürlich wie immer genau die Farbe, die ich gerade verwenden möchte auf dem jeweiligen Drucker noch nicht kalibriert ist.

Modell: Klonchy aus dem Klonchyversum von MASTER CALIBÄR auf Makerworld

Die Maßhaltigkeit und genauigkeit des P1s sind allerdings extrem gut. Auch der Druck von Materialien wie ABS oder ASA ist möglich. Hier muss man allerdings sagen das ein ordentliches vorheizen des Bauraums unerlässlich ist. In unserem Fall schaffen wir es den Bauraum auf etwa 38 Grad in 2 Stunden vorzuheizen. Das ist leider weder gut noch ausreichend, jedoch hat es mit einer 100 Grad heißen Bauplatte für ASA oder ABS noch immer gerade so ausgereicht. Natürlich sind hier vor allem die Materialien von Bambu Lab selbst gut geeignet.

Interessanterweise funktioniert der Aktivkohlefilter dabei verdammt gut. Selbst mit billigstem Temu ABS konnte ich keinen oder kaum störende Gerüche wahrnehmen. Gerade bei ABS bin ich persönlich aufgrund meines Hautjobs in der Chemie sehr empfindlich und meine Nase erschnüffelt auf der Arbeit kleinste Undichtigkeiten am Butadiensystem auf bis zu 15 Meter entfernung, wenn der Wind günstig steht. Auch Acryl und Sytrol sind für mich bekannte Gerüche, die ich beim drucken so nicht wahrnehmen kann. Es sei denn ich öffne den Druckraum nach dem drucken oder währenddessen natürlich. Der Filter scheint also gute Arbeit zu leisten.

Derweil kann ich sagen das ich, bis auf die geplatzte Düse, die mir vom hotend aus dem fitting gepresst wurde, bisher keine größeren Probleme mit dem P1s hatte. Verstopfte Düsen kenne ich nur vom A1/A1 mini, Filamentbrüche hatte ich auch keine und auch das AMS funktioniert derzeit tadellos. Lediglich die Tatsache das man einige Spulen im AMS beschweren muss, da sie sonst zu wenig Reibung bekommen, wenn sie leer werden und nicht ordentlich zurückgespult werden, ist das AMS Fehlerfrei geblieben.

1165 Druckstunden habe ich zum Zeitpunkt dieses Artikels mit dem Drucker seit September 2024 abgedruckt. Das ist eine durchaus intensive Nutzung würde ich sagen, die nahezu komplett Wartungs- und Fehlerfrei verlaufen ist. Bisher muss ich gestehen habe ich den Drucker auch lediglich ein einziges Mal komplett abgeschmiert, gereinigt und neu geschmiert. Trotzdem dankt mir der P1s das Ganze mit einer einwandfreien funktion und ohne grobe Fehler. Jedoch ist die Zahl der Fehldrucke am P1s bedeutend höher als am A1/A1 mini die zwar mehr Wartung von mir erhalten, da sie mich auch regelmäßig daran erinnern aber als Bettschubser eigentlich eher prädestiniert für Fehleranfälligkeit sind.

Fazit & Kritik

Der Bambu Lab P1s kostet derzeit €599,- ohne und €799,- mit Materialtauschsystem. Die Leistung des Gerätes ist extrem solide. Die eingebaute Kamera hingegen ist eigentlich ein schlechter Witz. Mit 0,5 FPS haben wir zwar ein allgemein brauchbares Bild, jedoch reicht dieses maximal für Timelapse Aufnahmen oder um zu beurteilen ob es einen schwerwiegenden Fehler gibt. Eine Live Überwachung ist leider nicht wirklich möglich, da wären 24/30 FPS das Minimum gewesen um ein flüssiges Bild zu bekommen.

Bas Bedienfeld, das oftmals als Kritik für den P1s angegeben wird, ist klar, bei doppelt so teuren Flagschiffmodell, dem X1 deutlich hübscher und dazu noch ein Touchscreen, aber das Display braucht man eigentlich so gut wie nie. Aktuell benötige ich das Display lediglich um die Druckbetttemperatur auf 100 Grad zu stellen wenn ich einen ABS Druck aus dem Drucker hole. Aber auch das geht natürlich am PC oder über die App genauso gut. Das lasse ich an dieser Stelle nicht alk Kritik gelten.

Der P1s ist das verbesserte Modell des P1P, der für PLA und PETG die perfekte Core X/Y Lösung sein mag. Der P1s jedoch bietet dank seinem geschlossenen System die Möglichkeit auch ABS und ASA zu drucken was mit der A-Serie oder dem P1P nicht empfehlenswert ist. Das AMS sorgt für komfortable Lagerung und einfachen Wechsel der Filamente.

Mit Wenig Wartung bekommen wir hier ein sehr zuverlässiges Gerät das mich bisher noch nicht im Stich gelassen hat. Der P1s ist weitaus weniger Fehleranfällig als z.B. die A-Serie. Jedoch ist die Druckzuverlässigkeit etwas geringer, was zu häufigeren Fehldrucken geführt hat. Probleme mit Ringing/Ghosting oder Layershifts hatte ich absolut garkeine. Druckablösungen vom Druckbett hingegen sind öfters vorgekommen als es sein sollte. Auch frisch mit Isopropanol gereinigte Druckplatten scheinen nicht immer top zu funktionieren. Hier muss man alelrdings auch dazu sagen das ich den P1s mit sehr vielen Materialien füttere und sehr viel rum experimentiere.

Im großen und Ganzen ist der P1s ein solider Alltagstauglicher Drucker. Zwar habe ich mit dem P1s mehr Qualitätsprobleme, wobei wir hier auf sehr sehr hohem Niveau reden, als mit der A-Serie, jedoch ist der P1s wesentlich robuster und verzeiht auch mehr Fehler. Dank des vollwertigen AMS können wir mit bis zu 16 Farben bzw. Materialien drucken, was ebenfalls ein enormer Vorteil ist und der Aktivkohlefilter sorgt für weniger Geruch.

Ich würde sagen es gibt günstigere Alternativen, jedoch ist das Bambu Lab Ökosystem schon ein sehr gutes und auch der Service funktioniert. Nicht immer schnell, aber zuverlässig genug in meinem Fall. Mittlerweile sind nur noch geringe Modifikationen notwendig und meistens gibt es auch fast Alles vom Drittanbieter. Meine größten Kritikpunkte sind das Druckbett das ruhig etwas heißer sein könnte, die fehlende Isolierung der Wände, wodurch wir in 2 Stunden vorheizen maximal 40 Grad Innenraumtemperatur erzeugen können sowie die Düsentemperatur die ruhig auf 320 Grad gehen könnte.

Fehlende Flussratenkompensation und Geräuschunterdrückung sind ein klares Manko, genauso wie die zu langsame Kamera, die gerade ausreichet um zu sehen ob der Druck noch auf dem Bett ist oder bereits komplett zerstört. Dafür bekommen wir einen gut funktionierenden und robusten Drucker. Euch sollte aber klar sein das ihr hier nicht drumherum kommt Materialien zu kalibrieren wenn ihr ein anständiges Ergebnis haben wollt. Der Einzige Weg das zu umgehen ist ausschließlich Filamente zu nutzen die der Hersteller bereits vorgegeben hat oder die eigene kalibrierungen mitbringen oder die einwandfrei funktionieren. Als Beispiel seien hier SunlU und Geeetech genannt die beide als Bambu Lab Basic PLA problemfrei funktioniert haben. Die fehldende Kammerheizung ist ein Problem das vor allem bei ABS und ASA die Druckgeschwindigkeit stark reduziert um vernünftige Ergebnisse erzielen zu können.

Alles in Allem würde Anfängern eher zu einem Drucker der A-Serie raten. Wer unbedingt ABS und ASA drucken möchte der sollte lieber zum X1c greifen. Wem dazu das Geld fehlt oder zu schade ist, der kommt mit dem P1s aber auch gut über die Runden. Jedoch überwiegen in meinen Augen die Nachteile gegenüber dem Preisvorteil zum X1c. Auch für ABS und ASA gibt es günstigere Methoden, wenn man sowieos alles selbst kalibrieren muss. Hier sollte BambuLab definitiv nachbessern. Das AMS Lite kompatibel zur P-Serie machen, genauo Beleuchtung und Kamera verbessern. Wichtig wäre mir persönlich jedoch die aktive Geräuschunterdrückung die bei der A-Serie wahre Wunder bewirkt.

Der P1s ist ein guter Drucker, keiner Frage, wer jedoch keinerlei Ambitionen hat technische Filamente zu drucken und den Drucker nur für Dekoratives und einfachere Modelle nutzen will, sagen wir besser wer mit PLA und PETG als einzigen Einsatzstoffen gut leben kann, der ist sicherlich mit der A-Serie besser aufgehoben. Wenngleich die A-Serie auch mehr Aufwand und mehr Wartung benötigt.

Damit bekommt der Bambu Lab P1s an dieser Stelle von mir, nach 1168 Druckstunden (ja ich habe ne Weile gebraucht den Artikel zu schreiben):

… kombiniert mit einer bedingten Kaufempfehlung, ich persönlich würde eher zum X1c raten, aber den habe ich selbst ja auch, aufgrund des massiv höheren Preises für wenig Vorteile, nicht gekauft!

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