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Dying Light: The Beast im Test (PS5) – Zurück zu altem Glanz?

Spiel: Dying Light: The Beast Release: 18. September 2025 Plattformen: PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S Entwickler: Techland Publisher: Techland Genre: Survival-Horror, Action-Adventure

Techland hat es schon wieder getan. Erneut kehren sie in die düstere und brutale Welt des Zombie-Slashers Dying Light zurück. Während der erste Ableger zunächst nicht auf ganzer Linie überzeugte und wie ein guter Wein erst mit der Erweiterung „The Following“ zu einem der besten Zombiespiele reifte, konnte Dying Light 2 nicht an den Erfolg des Erstlings anknüpfen. Nun möchte Techland zurück zu den Wurzeln und verspricht mit Dying Light: The Beast die bisher beste Dying Light-Erfahrung. Dafür holen sie sogar Kyle Crane zurück, den Protagonisten des ersten Ablegers. Und bevor ich euch in meinem ausführlichen Testbericht verrate, welche Stärken und Schwächen der neuste Teil zu bieten hat, kann ich euch eines vorweg sagen: Techland hat sowas von abgeliefert!

Die Rückkehr einer Legende

Fans der Serie dürfen sich freuen: Kyle Crane ist zurück!. Nachdem er jahrelang in den Fängen des Barons litt und dessen schmerzhafte Experimente ertragen musste, gelingt ihm die Flucht. Doch die Qual hat ihre Spuren hinterlassen. Mit einer tödlichen Mischung aus menschlicher und Zombie-DNA kämpft Crane nun am Rande seiner Menschlichkeit. Dieser innere Konflikt ist nur ein Vorgeschmack auf den wahren Kampf, der ihn erwartet. Um Rache an dem Mann zu nehmen, der ihm dies angetan hat, muss er das Biest in sich kontrollieren.

Dying Light: The Beast führt die packende Geschichte von Kyle Crane fort und entführt uns in eine einzigartige Mischung aus Open-World-Erkundung und knallhartem Survival-Horror. Das malerische Castor Woods-Tal ist längst keine Touristenattraktion mehr, sondern eine mit Zombies überrannte Todeszone. Um deinen ehemaligen Peiniger zu stürzen, musst du brüchige Allianzen schmieden und alle Kampffähigkeiten und Parkour-Optionen in deinem Arsenal nutzen. Sei jedoch vorsichtig: Jeder Schritt ist ein Kampf ums Überleben, vor allem, wenn die Sonne untergeht. Die Anspannung steigt, denn erst in der Dunkelheit kriechen die wahren Schrecken der Nacht heraus!

Der beste Parkour-Fluss seit Teil 1

Das Herzstück von Dying Light war schon immer die Parkour-Mechanik, und in Dying Light: The Beast fühlt sie sich präziser und intuitiver an als je zuvor. Fans des ersten Teils werden sich sofort wieder zu Hause fühlen, denn die frustrierende Ausdauerleiste aus Dying Light 2 ist passé. Kyle Crane kann ohne Einschränkung sprinten, klettern und springen, was die Bewegung durch die offene Welt zu einem nahtlosen und befreienden Erlebnis macht. Der nahtlose Übergang zwischen der Fortbewegung zu Fuß und der Fahrt mit dem Geländefahrzeug durch die weitläufigen Areale des Castor Woods-Tals zeigt, wie gut die Spielwelt dafür designt wurde.

Brachiales Trefferfeedback und eine neue Beast-Mechanik

Das Kampfsystem macht unglaublich viel Spaß, denn die Waffen in den Händen von Kyle Crane fühlen sich herrlich wuchtig an und das Gewicht lässt sich spürbar erahnen. Gerade in Verbindung mit dem grandiosen Trefferfeedback und dem erstklassigen Sounddesign gehört es zu den besten Kampfsystemen der Serie. Jede Waffe fühlt sich einzigartig an; man spürt förmlich das Gewicht und die Wucht des Aufschlags. Das Schadensmodell passt sich dabei dynamisch dem Waffentyp an: Messer fügen tiefe Schnittwunden zu, die Gedärme und Knochen freilegen, Macheten und Schwerter trennen Gliedmaßen ab, und stumpfe Waffen zertrümmern Schädel, bis das Gehirn zum Vorschein kommt. Das ist visuell beeindruckend, auch wenn es das extrem ausufernde Schadensmodell von Dead Island 2 meiner Meinung nach nicht ganz erreicht.

Das wahre Highlight ist jedoch die neue Beast-Mechanik. Anfangs noch unkontrollierbar, kannst du diese Superkraft im späteren Spielverlauf selbst auslösen. Sobald Crane in den Bestien-Modus wechselt, wird er zur unaufhaltsamen Tötungsmaschine. Nur mit den Fäusten bewaffnet, schlägt er sich durch die Horden, reißt Köpfe, Gliedmaßen und sogar Herzen heraus. Es ist eine herrlich verrückte Mechanik, die dem Splatter-Fest die Krone aufsetzt. Obwohl sie stark an den Beast Mode aus Dead Island 2 erinnert, fühlt sie sich dank des herausragenden audiovisuellen Feedbacks hier wesentlich besser an. Sie bietet nicht nur eine spektakuläre Show, sondern rettet auch in brenzligen Situationen das Leben.

Crafting und Skillsystem

Das Crafting-System ist intuitiv und essenziell für dein Überleben in Castor Woods. Mit den Ressourcen, die du in der Spielwelt findest, kannst du an Werkbänken neue Waffen, Modifikationen, Gadgets wie Granaten, Wurfmesser und Molotow-Cocktails herstellen. Zudem lassen sich wichtige Heilgegenstände wie Verbände, Spritzen und Aufpuscher anfertigen, die du im Kampf dringend benötigst.

Das Skillsystem wurde im Vergleich zu Dying Light 2 deutlich entschlackt und ist übersichtlicher gestaltet. Es bietet vier unterschiedliche Skill-Trees für Beast-Fähigkeiten, Parkour, Kampf und Schleich-Fähigkeiten. Erfahrungspunkte (XP) für den Level-Aufstieg sammelt man hauptsächlich durch Nebenmissionen und Aktivitäten, da Kämpfe allein nur wenig XP einbringen. Mit jedem Level-Up erhält man einen Fähigkeitspunkt, den man in den jeweiligen Skill-Trees einsetzen kann.

Besonders hervorzuheben ist das Level-Scaling der Open World. Einige Areale sind deutlich gefährlicher als andere. Sollte dein Level zu niedrig für ein Gebiet sein, erhältst du eine klare Warnung. Diese weist dich darauf hin, dass du die Region zwar frei erkunden kannst, das Überleben dort jedoch eine extrem schwierige Herausforderung darstellen wird.

Die Nacht gehört den Jägern

Dying Light: The Beast ist spürbar schwieriger als sein Vorgänger und orientiert sich wieder mehr an den Wurzeln der Serie. Die Nächte sind nicht nur gruselig, sondern auch wesentlich gefährlicher, da wahre Horrorgestalten auf die Jagd gehen. Ihre markerschütternden Schreie und tödlichen Angriffe machen sie zu unerbittlichen Jägern, vor denen es nur eine Option gibt: Flucht. Die Verfolgungsjagden sind dramatisch inszeniert und verlangen dir alles ab. Dank einer Rückblick-Mechanik, mit der Crane auf Knopfdruck über die Schulter blicken kann, behältst du deine Verfolger immer im Auge und kannst strategisch Hilfsmittel wie die UV-Taschenlampe einsetzen.

Das Spiel bietet zudem drei Schwierigkeitsgrade: „Leicht (Story)“, „Normal (Überleben)“ und „Schwer (Brutal)“. Auf dem Schwierigkeitsgrad „Überleben“ stellt das Spiel eine angenehme Herausforderung dar, die nie zu schwer oder zu leicht ausfällt. Auf der Stufe „Brutal“ hingegen verlangt dir das Spiel alles ab und liefert die ultimative Survival-Erfahrung, da schon eine kleine Zombiehorde den Tod bedeuten kann. Auf dem leichten (Story) Schwierigkeitsgrad ist das Spiel deutlich einfacher, da man hier mehr Ressourcen hat, die Gegner weniger Schaden verursachen und man keine Erfahrungspunkte im Falle des Todes verliert, doch wer auch hier nicht aufpasst, kann dennoch eine schnelle und einfache Beute für Zombies und Mutanten werden.

Eine Welt voller Geheimnisse

Die Open World ist nicht nur wunderschön designt, sondern auch vollgepackt mit Inhalten. Die Erkundung lohnt sich, denn unzählige Aktivitäten wie Dark Zones, Schatzsuchen oder Safe Houses laden dazu ein, nach speziellem Loot zu suchen. Besonders hervorzuheben sind die Nebenmissionen, die sich nahtlos in die Spielwelt einfügen und eine fortlaufende Geschichte erzählen. Auch optisch überzeugt das Spiel. Der dynamische Tag- und Nachtwechsel sowie atemberaubende Panoramen, besonders bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang, machen das Castor Woods-Tal zu einem Augenschmaus.

Die Entwickler haben die Welt bis ins kleinste Detail mit Leben gefüllt: Von den 140 Nahkampfwaffen und 17 Schusswaffen bis hin zu den 120 einzigartigen Animationen für Kyle Crane und über 12.000 NPC-Animationssequenzen zeugt alles von einer unglaublichen Liebe zum Detail. Wenn du dich mit Freunden in den Koop-Modus stürzt, könnt ihr diese beeindruckende Welt sogar gemeinsam in einer Gruppe von bis zu vier Leuten erleben und das Schönste ist, dass der Fortschritt unter allen geteilt wird und nicht nur beim Host verbleibt, wie es leider bei Dying Light 2 der Fall war.

Technische Mängel und nervige Abschnitte

Auch wenn Dying Light: The Beast ein nahezu perfektes Erlebnis liefert, ist es nicht ganz frei von kleineren technischen Unsauberkeiten. Etwas nervig waren einige Kletterpassagen, da die Klettermechanik etwas fummelig ausfällt und Kyle Crane persönlich etwas zu behäbig unterwegs ist. Das ist zwar authentisch, kann aber langwierig sein. Auch die unzähligen Umgebungsrätsel, bei denen man den Strom mittels Kabel wiederherstellen muss, werden auf Dauer eher nervig als spaßig, vor allem, wenn man diese bereits aus dem Vorgänger kennt.

Im Verlauf des Abenteuers begegneten uns zudem vereinzelt Bugs, wie zum Beispiel Fische, die über dem Wasser schwebten, Zombies, die auf der Wasseroberfläche saßen, oder gelegentliche Soundrückkopplungen beim Händler. Gelegentlich hatte man das Gefühl, dass die Hitboxen nicht ganz exakt waren und auch Clipping-Fehler waren zu sehen. Dennoch sind diese kleinen Spielfehler im Gesamtbild zu vernachlässigen und trübten meinen Spielspaß zu keinem Zeitpunkt.

Fazit

Egal ob es nun Kyle Crane, Aiden Caldwell oder eine komplett neue Figur ist, durch dessen Augen wir die Welt von Dying Light erleben, hätte bei Dying Light: The Beast gar keinen Unterschied gemacht. Die Entwickler bei Techland haben ihre gesamte Erfahrung in den neusten Ableger gelegt und auf fast jedem erdenklichen Level voll abgeliefert. Ob es die intuitive Parkour-Mechanik ist, die sich von der ersten Minute präzise anfühlt, die brachiale Kampf-Mechanik, die dank audiovisuellem Trefferfeedback so befriedigend wie noch nie ausfällt oder das Sounddesign, welches euch mit dem Knacken der Knochen und dem Schmatzen des aufreißenden Fleisches Authentizität und Immersion beschert.

Einen faden Beigeschmack hinterlässt weiterhin die Zensurpolitik der USK, die vielen Spielern in Deutschland vermutlich nicht schmecken wird. Zum Zeitpunkt des Tests, hatte meine Version noch mit kleineren Bugs zu kämpfen, die mein Spielerlebnis jedoch zu keinem Zeitpunkt schmälerten und für meinen Geschmack könnte das Schadensmodell noch ausufernder werden, da hat Dead Island 2 noch die Nase vorn. Dennoch ist Dying Light: The Beast meiner Meinung nach das beste Zombiespiel, welches ich jemals gespielt habe.

Danke an Techland für das Testmuster, ich hatte einen riesen Spaß mit dem Titel. Eine klare Kaufempfehlung!

Pro & Kontra

Pro

  • Intuitive und präzise Parkour-Mechanik ohne Ausdauerleiste
  • Brachiales Kampfsystem mit grandioser Wucht und Trefferfeedback
  • Erstklassiges Sounddesign
  • Gelungene neue Beast-Mechanik
  • Dramatische Verfolgungsjagden und gruselige Nächte
  • Umfangreiche Open World mit vielen Aktivitäten und Geheimnissen
  • Koop-Modus mit geteiltem Fortschritt für bis zu vier Spieler
  • Umfangreiches Crafting-System
  • Mehr als 150 Waffen
  • Übersichtliches, entschlacktes Skillsystem
  • Deutsche Sprachausgabe

Kontra

  • Kleinere Bugs und Clipping-Fehler
  • Zensurpolitik der USK
  • Schadensmodell nicht ganz so ausufernd wie bei Dead Island 2
  • Grafik nicht überragend
  • Gesichtsanimationen etwas steif
  • Teils nervige Puzzle
  • Klettermechanik an einigen Stellen fummelig

Wertung

Gesamtwertung: 8/10 ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆

Über Egor Sommer 1494 Artikel
Lange Zeit bei Playstation-Choice.de mitgewirkt und nun als Freelancer bei Gamolution.de tätig. Ich freue mich darauf euch weiterhin mit Tests, Specials und News rund um die Gaming-Welt zu informieren.
Kontakt: Webseite

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