Lost Ember – Art-Game mit Anspruch?

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Mit Lost Ember ist in unserer Redaktion mal wieder ein schöner Titel zum träumen eingetroffen. So jedenfalls der erste Eindruck. Lost Ember will kein grafischer Triple A Titel sein und bietet uns dafür viel mehr den künstlerischen Aspekt der uns die Möglichkeit gibt uns auf eine Handlung zu konzentrieren, statt auf beeindruckende Kulissen. Der Ersteindruck ist jedenfalls interessant und wir haben uns gefreut das Spiel für euch unter die Lupe nehmen zu dürfen. Wir hatten in unserer Redaktion die Nintendo Switch Version am Start, das Spiel ist aber auch für X-Box One, PC und PS4 erschienen.

Entwickler Mooneye Studios entführen uns in Lost Ember, das am 22.November erschienen ist, in eine magische und uralte Welt. Eine Welt in der wir einst ein Mensch gewesen sind und heute lediglich ein Wanderer zwischen den Welten, in Form eines schwarzen Wolfes. Wir treffen auf eine andere verlorene Seele, unser Selbst fast vergessen, wandern wir fortan an der Seite eines leuchtenden Wegbeleiters durch eine Welt die vor vielen Jahren mit unserer Anwesenheit beehrt haben.

Unser dahinscheiden aus dieser Welt jedoch war bei bestem Willen nicht so friedlich und einträchtig wie die Welt, in der wir uns bewegen, heute wirkt denn wir kommen mit fortlaufendem Spiel immer mehr dahinter was geschehen ist und was uns an die Stelle geführt hat an der wir zu Spielbeginn sind. Eurem schwarzen Wolf wird allerdings mehr zuteil als nur ein schlimmes Schicksal oder einige fragwürdige Dinge denn ihr seid in der Lage die Körper zu tauschen, ihr seid ein Seelenwanderer. Mit dieser Fähigkeit könnt ihr große Distanzen als Vogel überbrücken, aber auch enge Gänge unter der Erde als Murmeltier benutzen um abgelegene Stellen zu erreichen.

Eure Seele kann dabei direkt von Wirt zu Wirt springen und so kommt ihr teilweise recht komfortabel durch das Spiel. Diese Art zu spielen ermöglicht euch aber auch immer wieder das Spiel aus einer anderen Perspektive zu betrachten, was hier auch ein gewisses künstlerisches Gewicht hat, denn Lost Ember ist nicht einfach ein Spiel das Spaß machen will, vielmehr beschäftigt es sich mit den Problemen der heutigen Zeit, auch wenn man das vielleicht nicht direkt bemerken möchte. Andere Perspektiven, die schlimme Geschichte die hier lauern könnte, Dinge von denen wir nichts wissen, die wir aber nach und nach erfahren und der Abstand den wir zu all dem gewonnen haben, sowie die Art und Weise wie die Vergangenheit aufgearbeitet wird sind etwas Besonderes.

Aber wir wollen uns nicht am künstlerischen Anspruch eines Spieles aufhängen, denn es werden weniger Kunststudenten, Philosphen oder Doktorranden sein die sich mit dem Spiel beschäftigen, sondern viel mehr ihr!

Lost Ember ist ein Third Person Spiel, ihr steuert euren Wolf ganz einfach mit dem Controller und habt dabei eine große SPielwelt vor euch, die euch mit einer spirituellen Barriere in verschiedenen Bereichen hält, damit ihr nicht ohne das erledgien der jeweiligen Aufgaben einfach so abhauen könnt. Die Spielwelt erscheint offen, ist aber dennoch in ihrer Nutzung eher linear aufgebaut. Ihr habt sehr große Areale aber kaum einen Grund diese Areale auch komplett zu erkunden, da euer Weg zumeist vorgegeben ist. Die Seelenwanderung ist schnell erlernt und ermöglicht es den Entwicklern immer wieder kleinere bis größere Rätsel einzubauen mit denen ihr klarkommen müsst. Mal ist es ein Murmeltier das es euch ermöglicht einen Gang, unter der Erde zu nutzen, statt über eine unüberwindbare Spalte springen zu müssen und mal ist es ein Vogel den ihr euch zueigen machen müsst weil der Weg am Berg entlang einfach zu eng wird.

Spielerisch bietet euch Lost Ember zwar wenig Abwechslung, dafür aber ein entspanntes und ruhiges Spielerlebnis. Lost Ember ist nichts für heiße Gamingnächte sondern viel eher ein Spiel das perfekt ist um runter zu kommen. Lost Ember lädt zum träumen ein und entführt euch eine Welt die trotz der wirklich vernachlässigten Grafik, auf Nintendo Switch (Die Umsetzung an der Switch in Verbindung mit einem TV ist nicht gut gelungen), absolut immersiv ist. Ihr könnt euch schnell in der Geschichte verlieren und ganz den Worten eures Begleiters lauschen, der euch durch eine Welt begleitet die so komplett frei von negativen Einflüssen scheint und lediglich die Schatten der Vergangenheit auf sich lasten lässt.

Lost Ember schafft etwas das ich in den letzten Wochen für unmöglich gehalten hätte, es gibt mir ein wenig den glauben in die Spieleentwicklung zurück. Ein Spiel das keine großartige Grafik braucht, ein Spiel das keine heiße Action braucht, schnelle Bewegungen, in dem ich nicht unbedingt tausende von Lootboxen benötige um alle Ziele zu erreichen, ein Spiel das auch nicht fordert sondern mich mitnimmt auf eine Reise die ich in meinem Tempo genießen kann. Das Spiel setzt mich nicht unter Druck, es entspannt, erzählt mir eine Geschichte und lässt mich einfach eine Gute Zeit verbringen ohne mir gleich einen DLC oder zweiten Teil aufdrängen zu wollen.

Ich habe in den letzten Wochen leider zu viele minderwertige Produktionen erlebt und war mittlerweile schon der Meinung das man gerade bei Sony auf bewusst schlechtere Qualität setzt um die Next-Gen besser dastehen zu lassen. Lost Ember ist auch kein Remaster oder Titel der für Next-Gen optimiert und für current Gen heruntergerechnet wurde, es ist einfach ein Spiel das für die aktuelle Zeit und Situation entwickelt wurde. Es beruhigt mich und ist schön gemacht.

Es gibt nicht allzuviel zu meckern an Lost Ember und bevor ich euch das Spiel ans Herz legen will möchte ich noch sagen das es wohl lediglich auf Nintendo Switch, im TV Modus, optisch unschön aussieht, im Handheld Modus sieht es deutlich besser aus und nach Berichten von Kollegen wohl auch auf X-Box, PC und PS4. Schade das ich mich für die optisch schlechtere Version entschieden habe, aber dafür kann ich Lost Ember nun auch unterwegs spielen, was auch eine tolle Sache ist!

Ich gebe Lost Ember an dieser Stelle:

9 von 10 Punkte

weil es mich einfach abgeholt hat und in einer stressigen Zeit etwas Entspannung bieten konnte…

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