Microsoft will härteres Vorgehen gegen toxische Nutzer

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Das Internet hat sich in den letzten Jahren vor allem von seiner schlechtesten Seite gezeigt. Da gibt es nicht nur Verschwörungstheorieen die sich verbreiten, Hetze die betrieben wird und Hass der verbreitet wird, sondern auch fernab von Nachrichtendiensten und Chatplattformen häufen sich negative Verhaltensweisen. Zu anonym sei das Internet rufen die Einen, nach moch mehr Datenschutz schreien die Anderen, während es mittlerweile für die meisten “interessierten” garkein Problem darstellt, persönliche Daten auszulesen, Passwörter abzufragen, E-Mails und Messenger nachrichten mitzulesen. Oftmals reicht es bereits sich ein, oder zwei Tage im Internet mit entsprechenden Themen zu beschäftigen, oder sich per Darkweb einen Hacker zu besorgen der gegen Geld arbeitet.

Doch auch die Gaming Industrie wird immer mehr Schauplatz für Hass und Hetze. Es beginnt meist ganz klein. So habe ich persönlich bereits gut 150-200 Spieler in bekannten Co-Op Titeln gesperrt. Meist aus einfach Gründen, wie Laut schreienden Kindern im Hintergrund, mit offenem Mikrofon, lauter Hintergrundmusik die den gesamten Chat beschallt oder einfach weil diese Menschen ohne Ende auf einer Sprache gequatscht haben, die ich nicht verstanden habe. Aber es gab auch einige Momente in denen Spieler von mir gesperrt worden sind, weil sie sich In-Game assozial Verhalten haben. Das kann bei einigen Titeln wiederholter Teambeschuss sein, in anderen Titeln der Diebstahl von Ressourcen oder das ungefragt verbrauchen von Ressourcen anderer Spieler. Als Beispiele könnte man hier Genshin Impact nennen, Spieler treten einem anderen Spieler bei und teleportieren sich sofort an eine Stelle an der es begrenzte, wichtige Ressourcen gibt, ohne ein Hallo, ohne eine Frage ob das ok ist und stehlen diese Ressourcen. EIn anderes Beispiel wäre Fortnite, wo man zum Erzabbau mehrere Schläge mit seiner Spitzhacke benötigt. Bei seltenem Erz stellen sich einige Spieler gerne hinter Denjenigen der die Ressourcen gefunden hat, zählen die Schläge mit und erledigen den letzten Schlag vor dem eigentlichen Spieler, so das die Ressourcen dann an den anderen Spieler gehen statt an den Finder. Genauso wie das einbauen von Spielern, damit diese die Ziele der Mission nicht erreichen können. Es mag für den Ein oder Anderen witzig sein, aber für den betroffenen ist es eher nervig.

In anderen Spielen haben wir es auch schon erlebt das man eine vernünftige Unterhaltung führt und nach seiner Herkunft gefragt wird. Sobald man dann antwortet man sei Deutscher wird man entweder gekickt oder die gesamte Gruppe verlässt sofort das Spiel. Das gleiche passiert aber nicht nur mit nationalitäten, sondern auch mit Glaubensrichtungen, Fanzugehörigkeiten und so weiter. Alles, in meinen Augen, noch kleine Probleme, wenn man bedenkt das über solche Spiele mittlerweile auch Meinungsmache betrieben wird. Gezielt werden junge Menschen angesprochen, es wird Hass vermittelt, es wird zu Straftaten aufgefordert und vieles mehr.

Um solchen Spielern flächendeckend die Plattform zu nehmen möchte Microsofts Phil Spencer gerne plattformübergreifend toxische Spieler sperren. Das würde bedeuten das ein Spieler der sich auf Playstation 5 toxisch verhält, in Zukunft auch auf X-Box und Nintendo Switch, keinerlei Online Funktionen mehr nutzen können soll. Die Netzwerkübergreifenden Maßnahmen gegen toxische Spieler sollen sich dann schnell und erbarmungslos auswirken. Vor allem aber sollen die Spieler selbst in der Lage sein, sich gegen andere Spieler zur Wehr zu setzen. Er sagte gegenüber der New York Times, es sei ihm ein anliegen, Spieler die er z.B. auch X-Box gesperrt habe, auch in anderen Netzwerken aus dem Weg zu gehen. Hierfür würde er gerne die Liste gesperrter Spieler in andere netzwerke “mitnehmen”, weil das persönliche Interesse ja durchaus gegeben wäre.

Wie realistisch sind netzwerkübergreifende Maßnahmen?

Die Idee klingt durchaus nach einem Plan. Grundlegend würde ich persönlich ein solches Vorgehen, wie sicherlich auch viele andere, durchaus begrüßen aber es gibt große Schwierigkeiten bei dieser Sache. Oftmals haben Spieler in verschiedenen Plattformen, verschiedene Namen, verschiedene Daten, teilweise besitzen sie auch in einem einzigen Netzwerk mehrere Konten, die durchaus mit unterschiedlichen Daten gefüllt sein können. Um diese Accounts einer einzigen “zusammenhängigkeit” zuzuführen müsste man sicherlich einige Datenschutzgesetze außer kraft setzen. Alleine in mienem persönlichen Bekanntenkreis gibt es ausreichend Spieler die für viele Spiele einzelne Accounts besitzen um die In-Game Namen entsprechend anpassen zu können.

Doch auch hier will Phil Spencer in Zukunft mit einer Lösung aufwarten. Zum einen soll es eine bessere K.I. Überwachung von Sprach- und Text-Chats geben, genauso wie eine automatisierte Bilderkennung, die verdächtige und/oder illegale Inhalte in Zukunft filtern soll. Wie genau das passieren soll, bleibt offen, aber es ist durchaus anzunehmen das die Gaming Branche im großen Maße zur verbesserung von Audio K.I.´s beitragen wird. Auch Sony hat bereits die Überwachung von Audio Chats offiziell eingeführt. Allerdings handelt es sich bei keinem dieser Systeme um Spionage, sondern lediglich um technische Auswertungen, die im Falle einer Meldung, illegalen Verhaltens erst geprüft werden. Ohne konkreten Verdacht wird hier also in keine Wohnung reingehört oder ähnliches.

Was haltet ihr davon und wehrt ihr euch gegen toxische Spieler?

Toxizität in Spielen nimmt leider immer mehr zu und es gibt sicherlich den Ein oder Anderen Weg sich gegen soetwas zur Wehr zu setzen. Sei es durch Sperren, durch Meldungen oder durch Strafanzeigen, die mit entsprechenden Beweisen durchaus etwas bringen können. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht und vor allem wie wehrt ihr euch gegen toxische Spieler?

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