Zu Gast bei Team17 auf der Gamescom: Earthless Test

Gamescom 2023

Natürlich hat sich auch Publisher Team17 es sich nicht nehmen lassen uns auf der Gamescom 2023 willkommen zu heißen. Wir danken den Kollegen an dieser Stelle noch einmal. Nachdem wir vor garnicht allzulanger Zeit, nämlich erst vor ein paar Stunden, schon einmal ein Produkt von Team17 vorgestellt haben, sind wir heute Abend wieder zurück. Wir hatten das Spiel Gord im Test und cih darf sagen das es sich lohnt den Test zu lesen (hier gehts lang). Aber als ich in der Einleitung zu diesem Test hörte das es sich um einen Rougelike Deckbuilder handelt wollte ich am liebsten schreiend den Raum verlassen. Ich muss unbedingt in meinen persönlichen präferenzen ergänzen das ich keine Deckbuilder mehr spiele! Das war meine Meinung für wenige Minuten, die sich dann aber schnell ändern sollte…

Das ist Earthless

Die Story kennt ihr nun bereits aus dem Trailer. Sie ist im Prinzip recht platt und kaum ansprechend. Ja die Erde ist kaputt und wir fliehen, gabs schon tausende Male, nichts Neues! Auch das Spielprinzip haut mich nicht wirklich vom Hocker, ein Deckbuilder… naja. Aber wir rennen natürlich nciht aus einem Termin raus und haben uns das Spiel angeschaut. Bereits wenige Augenblicke nachdem der Kollege Nico die Maus ergriffen hatte waren die Basics des Spieles eigentlich verinnerlicht. Ihr bekommt eine Anzahl Karten aus eurem Deck, die nach jeder Runde, wenn sie nicht gebraucht worden sind, abgelegt werden. Dabei müsst ihr euer Schiff durch feindlichen Weltraum bewegen um am Ende eine neue Heimat für uns finden zu können.

Hört sich jetzt schon interessanter an! Zu Beginn wählt ihr eine Fraktion und eine Schiffsklasse, beide bieten euch diverse Boni. Zur heutigen Demo war leider nur eine Fraktion verfügbar und 3 Schiffsklassen. Wieviele es nun genau werden wissen wir noch nicht. Sodann werdet ihr auf die Sternenkarte geworfen, bekommt ein kurzes Tutorial das euch das einfache Spielprinzip erklärt und dann gehts auch schon los!

Als Kommandant eures Schiffes, der letzten Hoffnung der Menschheit, einer von vielen, übernehmt ihr die Navigation im unbekannten Sektor. Dazu habt ihr 5 Energiepunkte pro Zug zur Verfügung. Diese könnt ihr entweder für Aktionen eurer Karten einsetzen oder für eure Bewegung. Ihr müsst euch den Weg durch die Gegner und Asteroiden bahnen und darauf achten das ihr ständig voran kommt. Als Aktionen setzt ihr eure Karten ein, die ihr in jeder Runde komplett neu bekommt. Ihr könnt euch also keine Strategie “aufbewahren”.

Zusätzlich zur Energie ist noch ein zweiter Wert für euch wichtig, eure Trefferpunkte, die müsst ihr im Auge behalten. Mit der richtigen Karte könnt ihr dann zum Beispiel euer Schiff reparieren, Schild generieren oder viele andere Dinge durchführen. Angriffe in Form von Flächenangriffen, Raketen, Railguns und mehr sind natürlich ebenfalls möglich.

Zusätzlich müsst ihr aber auch auf eure Crew achten, denn was dem Einen gefällt muss der Andere nicht gutheißen. Eure Crew und die Loyalität zur Mannschaft bringen euch ebenfalls Boni die ihr nutzen könnt. Wie ihr die Boni verdient? mittels Aktionsfeldern. Es gibt nämlich 4 verschiedene Feldtypen in einem Abschnitt auf die ihr treffen könnt. Dazu zählen die Begegnungen, sprich die Kämpfe die wir bereits erwähnt haben, aber auch Trümmerfelder mit denen ihr neue Technologieen oder Materialien für neue Karten herstellen könnt, die Points of Interest an denen eine Storyquest erfolgt oder die Transmission Sites, die eure Crew verbessern können. Aber Vorsicht: Wenn ihr ein Mitglied zu sehr verhätschelt und vertätschelt kann es dazu kommen das andere Crewmitglieder sauer werden und euch sogar schaden können.

Was mich letztlich begeistern konnte

Als erklärter Feind von Visual Novels und Deckbuildern war ich komplett überrascht als ich mich vollends im Strategieschmieden mit Nico wiederfand. Ich fragte mich gerade noch warum ich mich damit überhaupt beschäftige wenn ich die Spiele doch nicht mag, aber ich glaube Earthless erinnert mich ein wenig an die gute alte Zeit der rundenbasierten Strategiespiele. Die habe ich damals nämlich geliebt! Lange bevor es Echtzeitstrategiespiele wie Command & Conquer gab, gab es Strategiespiele wie Battle Isle (Hier noch auf GOG verfügbar). Das 1991 veröffentlichte Strategiespiel hatte mich damals, da war ich gerade zarte 12 Jahre alt, im Dachtgeschoß meines Kumpels Holger tagelang gefesselt. Wir haben Strategieen erarbeitet und um jeden Sieg zusammen gekämpft. Das waren noch Zeiten, wo die Kugel Eis noch 30 Pfennige gekostet hat knappe 15,4 Cent, wenn man bedenkt das die Kugel Eis im Sommer mittlerweile mancherorts Zehnmal so teuer ist fragt man sich wo die Zeit geblieben ist. Aber das ist ein anderes Thema, Earthless erinnert mich ein wenig an Battle Isle und die guten Alten Zeiten, natürlich kombiniert mit zeitgemäßer Grafik und einem interessanteren Thema als dem ersten Weltkrieg.

Wir zocken uns also durch die Demo, Zug um Zug, planen was als nächstes passieren kann, setzen unsere Strategie und schlagen am Ende das beste Tagesergebnis raus. Earthless konnte uns also begeistern, nicht nur mich als alten Hasen der Gamesbranche sondern genauso Nico als jungen Gamer. Ich glaube Earthless könnte es schaffen meine Meinung über Deckbuilder generell komplett zu verändern…

…wir werden sehen was kommt…