
Die Tech- und Gaming-Branche kommt nicht zur Ruhe. Laut übereinstimmenden Medienberichten und Insider-Informationen bereitet der Software-Riese Microsoft eine weitere umfangreiche Entlassungsrunde vor. Betroffen sind dieses Mal voraussichtlich rund 5.500 Arbeitsplätze weltweit – und auch die Xbox-Gaming-Sparte steht vor einem harten Einschnitt.
Erneuter Stellenabbau nach dem Fiskaljahr-Wechsel
Es ist ein Muster, das sich bei Microsoft in den vergangenen Jahren wiederholt hat: Pünktlich zum Start des neuen Geschäftsjahres am 1. Juli greift der Konzern beim Personal durch, um die Kosten zu kontrollieren. Die geplante Entlassungswelle soll laut Personen, die mit der Situation vertraut sind, bereits in der kommenden Woche offiziell angekündigt werden, wobei sich der genaue Zeitpunkt noch verschieben kann.
Betroffen sein sollen weniger als 2,5 Prozent der weltweit insgesamt rund 220.000 Beschäftigten. Das entspricht einer Zahl von circa 5.500 Mitarbeitern. Die Kürzungen betreffen vor allem die Bereiche Vertrieb und Consulting, aber eben auch die Spiele-Sparte von Xbox. Gerüchten zufolge stehen im Zuge der Sparmaßnahmen sogar die Schließungen von bis zu fünf Entwicklerstudios im Raum. Offiziell bestätigt hat Microsoft diese Berichte bisher nicht.
Immerhin: Für einen Teil der betroffenen Angestellten soll das Unternehmen versuchen, sofort neue Positionen innerhalb des Konzerns zu finden. Zudem fällt diese Welle kleiner aus als im Vorjahr, als Microsoft im Mai und Juli insgesamt über 15.000 Stellen (rund 4 % der Belegschaft) gestrichen hatte.
Druck von der Wall Street und der Fokus auf KI
Dass die Entlassungsrunde nicht noch drastischer ausfällt, liegt an einem zuvor durchgeführten Vorruhestandsprogramm in den USA. Microsoft hatte US-Mitarbeitern ab einer bestimmten Karrierestufe eine freiwillige Abfindung angeboten, sofern die Kombination aus Lebensalter und Dienstjahren den Wert 70 überstieg. Rund ein Drittel der knapp 9.000 berechtigten Angestellten nahm dieses Angebot an, was den Druck für betriebsbedingte Kündigungen etwas abfederte. Mitarbeiter im Vertrieb mit provisionsbasierter Vergütung waren von diesem Angebot allerdings ausgeschlossen.
Hinter den Kulissen steht Microsoft enorm unter Druck. Die Aktie des Unternehmens brach im vergangenen Monat um rund 19 Prozent ein – der schlechteste Monat seit der Dot-Com-Ära um die Jahrtausendwende. Die Wall Street sorgt sich zunehmend darum, dass moderne KI-Dienste bestehende Software-Services ersetzen könnten. Microsoft reagiert darauf mit massiven Investitionen in den Ausbau der eigenen Künstlichen Intelligenz und muss das Geld dafür an anderer Stelle einsparen.
Xbox vor dem „Reset“
Dass es nun auch die Gaming-Division erwischt, kommt für Branchenkenner nicht völlig überraschend. Erst kürzlich hatte die neue Xbox-Chefin Asha Sharma ein internes Memo an die Belegschaft geschickt, in dem sie einen grundlegenden „Reset“ des gesamten Geschäftsbetriebs forderte. Welche Studios oder Abteilungen im Detail von den Kürzungen und potenziellen Schließungen betroffen sein werden, wird sich erst zeigen, wenn Microsoft die Pläne in den kommenden Tagen offiziell macht.
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