
Was würdet ihr tun, wenn eure Großmutter die Wahrheit über die dunkle Vergangenheit eurer Familie kennt, sich aber beharrlich weigert, darüber zu sprechen? Das Leipziger Indie-Studio ROTxBLAU bricht das Schweigen und hat mit Grandma(88) ein psychologisches und handgezeichnetes Mystery-Thriller-Adventure angekündigt. Das Spiel glänzt mit einer unkonventionellen Gameplay-Mechanik, bei der eure eigene Oma eure größte Kontrahentin ist.
Die Erzählerin bestimmt die Realität
In Grandma(88) schlüpft ihr in die Rolle einer jungen Enkelin, die ihre im Sterben liegende Großmutter besucht. Das Ziel: Antworten auf Fragen zu einer lang begrabenen Familiengeschichte zu finden. Doch statt Klarheit erwartet euch ein verworrenes Labyrinth aus lückenhaften Erinnerungen, Widersprüchen und wohlgehüteten Geheimnissen.
Das Besondere: Eure Großmutter ist nicht nur eine passive Gesprächspartnerin. Sie fungiert als die eigentliche Erzählerin der Geschichte. Sie erschafft die Spielwelt um euch herum und entscheidet aktiv, wie viel von der Vergangenheit ihr überhaupt zu Gesicht bekommt.
- Spieler gegen Erzähler: Im Kern des Spiels steht eine einzigartige „Player-vs-Narrator“-Mechanik. Eure Oma ist Wegweiserin, Gegnerin und manchmal eure Verbündete zugleich. Sie versucht euch mit allen Mitteln von der unbequemen Wahrheit abzulenken.
- Widerspruch verändert die Welt: Sobald ihr beginnt, ihre Version der Ereignisse infrage zu stellen oder Unstimmigkeiten aufzudecken, verändert sich die Spielwelt in Echtzeit. Räume, Wege, Charaktere und Objekte tauchen plötzlich auf, verschwinden oder nehmen völlig neue Bedeutungen an.
- Der schmale Grat des Vertrauens: Fingerspitzengefühl ist gefragt. Setzt ihr eure Großmutter im Verhör zu sehr unter Druck, wird sie wütend oder verschließt sich euch gegenüber komplett. Seid ihr dagegen zu vorsichtig, schont ihr zwar die Beziehung zu ihr, werdet das dunkle Familiengeheimnis – dessen Wurzeln bis in die NS-Zeit zurückreichen – jedoch niemals lüften.
Handgezeichneter Psychoterror im Familienkreis
Grandma(88) schöpft seinen Horror nicht aus Jumpscares, sondern aus der bedrückenden Intimität des Schweigens. Es thematisiert das Verdrängen von Schuld, familiäre Mythen und transgenerationale Traumata und verwebt diese psychologischen Konzepte direkt mit den Rätseln und Erkundungsmechaniken des Spiels. Untermalt wird das düstere Abenteuer von einem atmosphärischen Pixel-Art-Stil und einem dichten, packenden Sounddesign.
Einen ersten Vorgeschmack auf die beklemmende Atmosphäre, das clevere Entscheidungsfenster („Agree“ oder „Disagree“) und das sich wandelnde Spieldesign liefert der offizielle Trailer:
Das narrative Adventure soll Ende 2026 für den PC via Steam erscheinen und kann dort ab sofort auf die Wunschliste gesetzt werden.
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