Brewmaster 4

Der schlimmste Test des Jahres – Brewmaster im Test

Spieletests

Ich als großer Freund der Braukunst und noch größerer Genießer habe mit diesem Test den größten Fehler gemacht den ich jemals machen konnte. Es ist Sonntag, Sonntag Abend und eigentlich die richtige Zeit sich mit einem Bierchen zu befassen. Aber genau dass habe ich natürlich nicht hier, also weder im Fass noch in der Flasche. Dennoch habe ich mich entschieden gerade jetzt über Brewmaster zu schreiben, an Bier zu denken und nochmal ins Spiel zu schauen, bevor ich schreibe, denn Fireshine Games haben uns das Spiel vor einiger Zeit zukommen lassen und ich war halt neugierig und wollte das jetzt gemacht haben. Mein Pech, ich hab jetzt Bock auf Bier und ihr kriegt einen Test dafür… na toll…

In Brewmaster beschäftigen wir uns mit Bier, womit auch sonst, genauer gesagt allerdings mit Craft Bier, was mich neugierig macht. Home made Craft Beer ist eine Kunst die hierzulande noch recht selten ist, in den USA jedoch sehr beliebt. Ich selbst hätte durchaus auch Lust mal sowas zu machen aus dem Grund kommt mir ein Craft Beer Spiel natürlich sehr gelegen um mal in die Materie rein zu schnuppern. In diesem Sinne geht mal zum Kühlfrank holt euch ein kühles blondes und nehmt euch ein wenig Zeit diesen leckeren Test zu genießen…

So spielt sich Brewmaster

Als ich das erste mal von Brewmaster gehört hatte musste ich an ein klassisches Aufbaustrategiespiel denken. In der Art von “Winzer” damals aus der Anfangszeit der Videospiele und ich war geistig darauf vorbereitet eine eigene Brauerei zu eröffnen. Positiv überrascht war ich als ich das Spiel in einem Keller startete, der nett eingerichtet war und das Spiel nicht in einem Menue sondern im Ego Modus gespielt wurde. Das macht Laune und sieht auch noch gut aus.

Wir bekommen einen kleinen Tutorial Exkurs in die Bedienung des Spieles der etwa eine Stunde dauert. Ihr müsst mehrfach Biere brauen, die Anleitungen befolgen und danach das Bier verköstigen… natürlich virtuell… leider… mein PC hat keinen Zapfhahn 🙁 Das Tutorial erklärt euch wie das Spiel funktioniert, wie man Bier braut und wie ihr die verschiedenen Jobs annehmen könnt! Alles relativ einfach und logisch.

Ihr habt im weiteren Verlauf des Spieles auch die Möglichkeit neben neuen Materialien auch Einrichtungsgegenstände zu kaufen mit denen ihr euren Braukeller gestalten könnt. Natürlich müsst ihr auch aufräumen, spülen und solche Dinge denn ansonsten versinkt ihr schnell im Chaos. Der Realismus ist schon eine tolle Sache, dennoch ist er nicht ganz so realistisch wie man das denken wollen würde und es ist wichtig einige Dinge zu beachten!

SICHERHEITSHINWEISE

Das Spiel selbst gibt direkt zu Beginn den Hinweis das man die hier gezeigten Handlungen im echten Leben nicht nachmachen soll. Das hat natürlich seine Gründe! Zum einen gibt es Heimwerker Produkte wie dieses Bierbrauset in 7 Tagen bei Amazon * für knappe 42€ schon zu kaufen, zum anderen muss man hier natürlich auch bei der Gärung vorsichtig sein. Eine Gärung ist eine chemische Reaktion bei der CO2 freigesetzt wird. Gerade in einem Keller kann sich während der eigentlichen Gärzeit von Bier, vor allem von Craft Bieren, die in der Regel über 2-3 Wochen gehen kann, eine Menge CO2 ansammeln, vor allem wenn man ein Starkbier braut. In Kellerräumen kann sich dieses CO2 ansammeln und zu einer echten Gefahr werden wenn es sich ansammelt. Dazu kommt natürlich auch die Geefahr durch die eigentliche Gärung, wird diese nicht kontrolliert und entsprechend beendet kann es zu einer explosion kommen. Bei der Verwendung von Glasgefäßen kann das gefährlich werden wenn beim platzen der Flaschen Menschen in der Nähe sind, ansonsten wird es im schlimmsten Fall eine fiese Schweinerei. Das möchte ich an dieser Stelle nur warnend losgeworden sein. Als gelernter Chemiefacharbeiter kann ich von solchen Dingen ein Liedchen singen und habe auch sehr viel bereits gesehen.

Das hat mir nicht gefallen

…ich hab Bock auf Bier… mähh… Frank sauer! Aber sind wir mal ehrlich das Spiel ist natürlich nur etwas für Menschen die sich mit der Materie befasen wollen. Die Spaß daran haben und sich für die Geschichte von Bier interessieren. Immerhin ist Bier eines der meist verkauften Getränke der Welt und konnte lediglich in der Zeit der Prohibition mancherorts durch Gin ersetzt werden. Hmmm jetzt wo ich dran denke… ich hab noch ne Flasche Gin da, den ich noch nie probiert habe… vielleicht… mal sehen…

Jedenfalls werdet ihr Spaß mit Brewmaster haben, wenn euch das Thema interessiert und ihr etwas lernen wollt. Wenn ihr einfach nur gerne Bier trinkt und ein gutes Spiel sucht, bleibt bitte bei anderen Titeln, denn hier wird viel Wert auf Realismus gelegt. Die Zielgruppe ist also etwas eingeschränkt.

Hinzu kommt das sich die Spielumgebung schnell etwas sehr eng anfühlt, aber große, weite Kellerräume haben wir in der Regel nun einmal nicht, also wieder der Realismus. Ich finde den Keller allerdings schön gemacht und könnte mir vorstellen so einen Raum selbst einzurichten. Als Biergenießer hätte ich durchaus auch Spaß am selbst herstellen, ich denke als Chemiefacharbeiter habe ich, dank zusätzlicher Laborausbildung, auch die Kenntnisse für sowas, mir fehlt lediglich das Haus bzw. der Kellerraum dazu…

Bewertung und Zusammenfassung

Ich würde Brewmaster gerne die volle Punktzahl geben, allerdings muss ich hier natürlich sagen das Fireshine Games noch einiges am Spiel zu tun hat. Zum einen fehlen viele Dinge wie z.B. die Möglichkeit die Temperatur bei der Fermentierung zu regulieren oder aber das maischen und kochen an sich müssten noch verbessert werden. Für Menschen die nicht wissen wie man Bier wirklich herstellt ist es sicherlich ein toller Einstieg, dennoch fehlen viele Punkte im Spiel. Normalerweise muss man ein Pils z.B. über verschiedene Temperaturen maischen und darf dabei die Temperatur nicht überschreiten. Den Jodtest haben wir nirgends gefunden und auch das nachmessen der Würze ist irgendwie nicht integriert worden.

Grundlegend ist Brewmaster aber ein schöner Simulator, der leider noch ordentlich Potential offen lässt. Daraus muss aber auch eine Wertung erfolgen die dem Spiel eben keine Vollpunktzahl eingestehen kann. Dennoch müssen wir natürlich auch berücksichtigen das der Preis bei Steam sehr günstig ist. Bei einem Spiel das bei Steam gerade einmal €17,99,- kostet, zum Zeitpunkt des Artikels, kann man eigentlich nicht viel meckern. Nur die Langzeitmotivation lässt etwas zu wünschen übrig, dazu muss man sich glaube ich schon sehr auf das Spiel einlassen können. Mir ist es jedenfalls nach ein paar Stunden irgendwie repetitiv vorgekommen. Aus diesem Grund geben wir:

8 von 10 Punkte

… achso und JA es war der schlimmste Test des Jahres, denn wir hatten kein Spiel im Test das zumindest mich persönlich so geärgert hätte wie mein eigenes unvermögen Bier fürs Wochenende zu kaufen 😉

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1 Jahr zuvor

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