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Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück um Kinder glücklich zu machen (Switch Test)

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Bereits seit meiner Kindheit bin ich Pokemon Fan mit Leib und Seele! Die Idee von zuhause abzuhauen und Pokemon auf der Ganzen Welt zu sammeln und damit berühmt zu werden und viele tolle Abenteuer zu erleben, ein Träumchen. Natürlich wurde dieser Traum nie wahr, was nicht zuletzt daran liegt das es keine Pokemon gibt, aber natürlich auch daran das ich zuhause immer zu glücklich war. Trotzdem habe ich Charaktere wie Ash Ketchum, Rokko und Misty immer gerne begleitet. Auch die Filme aus dem Pokemon Universum haben mir immer gefallen. Damit meine ich vorrangig die Real- bzw. Halbreaverfilmungen wie Meisterdetektiv Pikachu. Genau der kommt jetzt zurück! Wir haben uns den zweiten Teil des Spieles für euch ausführlich angeschaut…

Der erste Ausflug mit Pikachu als sprechendem meisterdetektiv ist nun immerhin schon ca. 5 Jahre und einige Konsolengenerationen her. Genauer gesagt war es auf dem 3DS als wir mit Tim Goodman, der sein Pikachu sprechen hören kann, erstmals ein Abenteuer bestehen durften. Bereits damals richtete sich das Spiel eher an Kinder, denn an mittlerweile erwachsense Pokemon Fans. Auch Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück ist wieder genau auf diese Zielgruppe ausgerichtet.

Darum gehts im Spiel

Für alle die die eigentliche Geschichte noch nicht kennen, das muss man auch nicht unbedingt, sei hier nochmal zusammengefasst das Protagonist Tim Goodman seinen Vater verloren hat. Dieser ist bei Ermittlungen zu einem Fall verschwunden. Daraufhin entdeckt Tim das er mit dem Pikachu seines Vaters reden kann. Im letzten Detektiv Pikachu Film wird die Geschichte am Ende übrigens aufgelöst und erklärt warum Tim sein Pokemon hören kann und andere nicht und vor allem was mit seinem Vater passiert ist. Aber da sind wir aktuell noch nicht, denn die Geschichte setzt 2 Jahre nach den Geschehnissen des ersten Teils an! Tim ist noch immer auf der Suche nach seinem Vater aber dank der vielen Fälle die er und Pikachu gelöst haben sind zu Meisterdetektiven ernannt worden und sollen sogar eine Auszeichnung bekommen. Bei der Preisverleihung geht es jedoch drunter und drüber und so schlittern die beiden gleich in die nächste Ermittlung und ein neues Abenteuer.

Wie spielt sich das Ganze?

Hier kommen wir auch gleich zum eingemachten, denn Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück richtet sich vor allem an Kinder. Ich persönlich würde ein gutes Alter irgendwo zwischen 8-10 Jahren schätzen. Kleine Pokemon Fans kommen hier auf ihre Kosten und können sich als große Meisterdetektive fühlen, ich selbst habe mich fast zu tode gelangweilt.

Das liegt aber nicht daran das das Spiel schlecht gemacht wäre, es ist halt mehr eine Abfolge von anklicken, lesen und Pikachu zuhören wie er seinen inneren Columbo raushängen lässt. Ein voll vertontes Pikachu fand ich schon immer seltsam aber das sei mal dahingestellt, im neuen Super Mario Bros Wonder sprechen ja auch die Blumen!

Die Fälle sind allesamt sehr einfach gehalten, kindgerecht eben. Wir lösen keine großen Mysterien auf, auch wenn Nintendo uns das weißmachen will, wir haben einfach eine lockere Zeit! Haben wir uns alle Hinweise zusammengeklickt und alle Zeugen befragt wählen wir aus unserem Notizbuch die richtige Schlussfolgerung aus und können danach gleich weitermachen. Falsch ist hier nicht möglich, da Pikachu als meisterdetektiv immer rein grätscht wenn etwas falsch wäre. Ihr klickt euch so also zum Ende des Spieles durch.

Für Kinder mag das ansprechend sein, jedoch hätte ich im Alter von 10 Jahren schon mehr Gameplay erwartet und weniger zum lesen. Ich frage mich sowieso immer warum Nintendo es nichtmal schafft Kinderspiele durchgehend zu vertonen. Bei Mario oder Yoshi mag ich das akzeptieren weil da der Text nicht so unheimlich wichtig ist aber in einem Detektivspiel wäre es schon angebracht gewesen! Als Erwachsener Pokemon Fan habe ich hier allerdings keinerlei Freude weil irgendwie keine echte Puzzlestimmung aufkommen will. Keine Geheimnisse zu entdecken, keine Besonderheiten, keine Kopfnüsse, eben alles auf Kindheitsniveau…

durchwachsenen

Die Animationen von Charakter Tim Goodman sehen sehr gut aus, generisch hingegen die NPC´s die sich teilweise in winzigen Bewegungschleifen aufhalten. Ebenso sind viele Gespräche unnötig in die Länge gezogen worden und vor allem ist das Spiel extrem viel zu lesen. Das mag zwar sehr gut sein für Kinder die lesen lernen sollen, aber hier merkt man vor allen den typischen Japanischen Minimalismus in Spielen. Ich mag ja die großen Geschichten die J-RPG´s meist erzählen mit ihren vielen Wendungen und Einzelheiten die ausgefeilt wurden von Experten, aber hier merkt man halt eben das man diesen Stil angewendet hat und das ganze auf europäische Kundschaft zugeschnitten hat. Das merkt man unter anderem auch bei den verschiedenen Übersetzungsfehlern, die auf unzulänglichkeiten beruhen. Als Beispiel sei hier die Beschreibung von Hokumil, dem Sahnepokemon anbegracht das Geschmack und Wohlstand bringen soll. Wohlstand ist schonmal quatsch, ein Hokumil lässt sich normalerweise in Konditoreien und Cafes nieder in denen es die besten Süßspeisen gibt. Es verströmt süßliche Partikel und bringt somit Geschmack. Ein Hokumil im Laden zu haben ist zwar ein Qualitätssiegel aber deshalb bringt es noch lange Niemandem Wohlstand. Sorry da muss ich den Pokenerd raushängen lassen.

Fazit und Bewertung

Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück ist ein Spiel das sich vor allem für Kinder eignet! Mit einer USk Wertung von 0 dürfte schon von vornherein klar sein das wir hier weder Action noch Abenteuer erleben werden. Es gibt sehr viel zu lesen und sehr wenig eigentliches Gameplay das sich zumeist aufs hin und her laufen und Gespräche starten beschränkt. Im allgemeinen können die Kinder hier auch keine falschen Schlussfolgerungen ziehen und zum Beispiel ein “schlechtes Ende” triggern, sondern wir haben eine lineare Geschichte die immer gleich abläuft.

Macht der Spieler Fehler korrigiert Pikachu einen sofort. Quasi müsste man das Spiel auch garnicht komplett spielen sondern könnte sich durchklicken. Hier hätte ich mir durchaus mehr erwartet, war der letzte Film der Meisterdetektiv Pikachu Serie doch ein Hit in meinen Augen. Dem aktuellen Spiel kann ich jedenfalls nicht wirklich viel abempfinden und auch im Bezug auf die Nutzung des Spieles als kindliche Unterhaltung habe ich so meine Zweifel weil einfach zu viel zu lesen ist. Lesen, gerade in diesem Alter fördert die Kiddies zwar aber mich hätte das auch damals schon nicht vom Hocker gehauen!

In diesem Sinne fällt meine Wertung eher verhalten aus:

6 von 10 Punkte

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