im Test: Like a Dragon – Infinite Wealth (PC)

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Mit Like a Dragon Infinite Wealth ist nun auch die klamaukige Yakuza Reihe um einen weiteren Teil reicher. Sega schickt uns erneut ins bekannte Japan, wo wir erleben wie es unserem Protagonisten Ichiban ergangen ist. Der lebt ein recht ansehnliches, wenn auch nicht einfaches Leben. Sega hat hier Einiges getan um das Spiel umfangreicher und besser zu machen. Wir haben es für euch unter die Lupe genommen und feiern den Ein oder Anderen Abschied mit euch!

Bereits im Trailer und auf dem Cover erkennen wir neben Ichiban auch Kiryu wieder. Kiryu ist nicht nur der Drache von Dojima sondern auch Protagonist der meisten anderen Yakuza bzw. Like a Dragon Teile. Wichtig an dieser Stelle gleich vorab: Ihr solltet Infinite Wealth keinesfalls spielen wenn ihr nicht zumindest nicht wenn ihr nicht auch Like a Dragon Gaiden gespielt habt! Zwar macht das keinen großen Unterschied für das eigentlich Spiel, aber die Story, die einen durchaus hohen Stellenwert hat, sollte man halbwegs kennen. Zum Test gelangt ihr hier.

Zwar könnt ihr Like a Dragon Infinite Wealth durchaus genießen aber die eigentliche Geschichte würde untergehen. Wer ist Kiryu Kazuma, was hat es mit ihm auf sich, wer sind die Anderen Charaktere, warum wurde Ichiban angeschossen und ist der Typ eigentlich nur dämlich? Fans der Serie werden hier sehr viele AHA-Momente erleben und sicherlich extrem emotional mitgenommen. Neueinsteiger werden sich aber oftmals mit einem Fragezeichen begnügen müssen. Wenn euch das nichts macht dann trotzdem ran an den Speck…

 

Das Spiel beginnt enttäuschend ???

Wir befinden uns in der Zeit nach Yakuza: Like a Dragon, dem bisherigen Höhepunkt der Ichiban Geschichte. Die Große Auflösung ist von statten gegangen und Japan wird von einer Menge Ex-Yakuza geflutet. Die korrupten Regierungsvertreter sind fort und die Welt könnte sich zu einem besseren Ort wandeln. Doch natürlich gilt das nicht für Ex-Yakuza. Die dürfen 5 Jahre lang nichts tun, keinen Handyvertrag, keine Wohnung, keinen Job, garnichts!

Das ist natürlich nicht einfach und viele, wie Ichiban selbst sind ja nicht gerade freiwillig in die Welt der Yakuza eingetreten. Wer in ein solches Umfeld geboren wird und kaum eine Chance hat sich dagegen zu wehren hat es als normaler Mensch umso schwerer. Frohnatur Ichiban jedoch hält noch immer viel auf seinen ehemaligen Oyabun, das Oberhaupt seiner Yakuza-Familie. Sein großer Wunsch war es die Familie nicht im Stich zu lassen und dem Wunsch will auch Ichiban nachgehen.

Als Jobvermittler bei Hello-Work, die wir bereits aus der Serie kennen und die uns viele Möglichkeiten gegeben haben, ist Ichiban ein Star. Er ist auch bekannt dafür ehemaligen Yakuza so gut zu helfen wie möglich. Das macht er zum Beispiel mit seinem Freund Adachi, der eine Sicherheitsfirma hat. Adachi kann kriminelle sehr gut gebrauchen, denn ihre Talente sind es die seinen Kunden zeigen wo Verbesserungspotential besteht. Eine Win-Win Situation… eigentlich…

Wir beginnen unsere Reise im gleichen Stadtteil wie im letzten und vorletzten Teil. Die Map hat sich hier nicht verändert und ich bin enttäuscht. Klar neue Story, alte Gesichter, alles cool. Auch eine kleine Romanze oder zumindest ein Versuch sorgen bei mir für das erste heftige Gefühl in der Magengrube. Doch dann passiert etwas! Ein altes Gesicht aus der Vergangenheit erscheint…

Bergauf, Bergab durchs Wasser?

…unser Freund Ichiban bekommt mal wieder eine ordentliche Abfuhr vom Leben erteilt! Nachdem ihn die moderne Welt einholt ist klar das Urgesteine wie Ichiban nicht in diese Welt passen. Das diese Welt eben jene Urgesteine aber nötiger hat als all den modernen Kram wird schnell klar. Ichiban beginnt die wahrscheinlich Geschichtsträchtigste Reise der Yakuzareihe, eine Reise die ihn tief in seine Vergangenheit führt! Doch nicht nur tief in die Vergangenheit sondern gleich in eine andere Welt… auf in den Urlaub, auf nach Hawaii!

Nachdem Ichiban quasi das Ende der Fahnenstange erreicht hat und sein Leben quasi vorbei zu sein scheint öffnet sich eine neue Tür für ihn. Doch diese neue Tür bietet nicht nur viel schönes sondern auch Schreckliches! Natürlich gelingt es Ichiban nicht der Kriminalität zu entkommen! Kaum in Hawaii angekommen schließt unser treudoofer, sympathischer Protagonist aber die erste Freundschaft schon bevor er Hawaiianischen Boden betreten hat, nur um kurz darauf festzustellen das die Yakuza in Hawaii heftiger ist als in Japan.

Bösewicht Yamai macht sicherlich nicht ohne Grund den Eindruck wie ein geisteskranker John Wick. Aber das ist natürlich wieder einmal nur Eine der vielen Anspielungen die wieder einmal im Spiel untergebracht worden sind! Jedenfalls wird unser Freund Ichiban schnell zurück gezogen in den Sumpf dem er gerade erste entkommen war…

Die technische Seite

Technisch ist Like a Dragon: Infinite Wealth sicherlich sehr gut aufgestellt. Wir haben zwar auf einem recht potenten PC getestet aber auch auf dem Asus ROG Ally. Da es für unseren Desktop PC (i9 10850K, RTX 4070ts, 32GB Ram) kein Problem war auf maximalen Einstellungen zu spielen haben wir auch das Asus ROG Ally herangezogen. Während unser Hauptsystem hier in 1440p dauerhaft locker über 200 FPS lag konnte auch das ROG Ally überzeugen. Hier liegen wir, nicht zuletzt dank FSR, bei halbwegs stabilen 60 FPS in maximalen Einstellungen.

Das finde ich quasi schon beachtlich. Dafür kämpfen wir lediglich mit teilweise etwas schlecht übersetzten Sätzen die hin und wieder für Verwirrung sorgen. Eine deutsche Sprachausgabe gibt es nicht. Für die Sprachausgabe bleiben euch englisch und japanisch, was aber sowieso am Ende besser wirkt. Lediglich auf Hawaii hört sich das Englisch später seltsam an, in der Mischung mit japanischen Originalstimmen. Aber so muss sich Ichiban selbst wohl auch gefühlt haben.

Systemanforderungen

Mindestanforderungen:

    • Setzt 64-Bit-Prozessor und -Betriebssystem voraus
    • Betriebssystem: Windows 10 1903 (OS Build 18362)
    • Prozessor: Intel Core i5-3470, 3.2 GHz or AMD Ryzen 3 1200, 3.1 GHz
    • Arbeitsspeicher: 8 GB RAM
    • Grafik: NVIDIA GeForce GTX 960, 4 GB or AMD Radeon RX 460, 4 GB or Intel Arc A380, 6 GB
    • DirectX: Version 12
    • Speicherplatz: 82 GB verfügbarer Speicherplatz
    • Soundkarte: Windows Compatible Audio Device
    • Zusätzliche Anmerkungen: 1080p Low @ 30 FPS w/ Balanced FSR 1.0, requires a CPU which supports the AVX and SSE4.2 instruction set

Empfohlen:

    • Setzt 64-Bit-Prozessor und -Betriebssystem voraus
    • Betriebssystem: Windows 10 1903 (OS Build 18362)
    • Prozessor: Intel Core i7-4790, 3.6 GHz or AMD Ryzen 5 1600, 3.2 GHz
    • Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
    • Grafik: NVIDIA GeForce RTX 2060, 6 GB or AMD Radeon RX 5700, 8 GB or Intel Arc A750, 8 GB
    • DirectX: Version 12
    • Speicherplatz: 82 GB verfügbarer Speicherplatz
    • Soundkarte: Windows Compatible Audio Device
    • Zusätzliche Anmerkungen: 1080p High @ 60 FPS w/o FSR, requires a CPU which supports the AVX and SSE4.2 instruction set

Zusätzliche Informationen zum ASUS ROG Ally:

Das Spiel läuft mit 60 FPS im Akkumodus, gelegentliche Framedrops bis auf 45 FPS sind normal!

Einstellungen für Like a Dragon Infinite Wealth auf dem Asus ROG Ally: Grafik: Hoch, FSR 1.0 auf ausgeglichen, 60 FPS Limit.

Stromverbrauch im Akkumodus: Spielzeit ca. 1 Stunde auf diesen Einstellungen!

So spielt sich Like a Dragon Infinite Wealth

Kenner der Serie werden sich sicherlich bereits an das Rundenbasierte Kampfsystem gewöhnt haben. Das hat mich ehrlich gesagt ein wenig betrübt sogar. Dennoch stellte sich vor allem das kämpfen, mit dem neuen System, als sehr interessant heraus. Die rundenbasierten Kämpfe, bei denen ihr euren Charakter in einem begrenzten Radius bewegen könnt sorgt für eine gewisse taktische Tiefe. Während ihr euren zug plant bewegen sich auch die Gegner und wenn ihr den richtigen Moment abpassen könnt gelingen euch Kombo´s. Das kann das schleudern eines Gegners gegen einen anderen sein, aber auch die Nutzung von Gegenständen.

Auch die Nutzung anderer Teammitglieder, die eine Komboattacke starten ist ratsam. Insgesamt erfüllt das rundenbasierte Kampfsystem einige interessante taktische Möglichkeiten, die aber nicht zu tief gehen um es schwierig zu machen. Wir arbeiten hier mit einfachen und logischen Dingen die passieren. Gegner gegen die Wand schleudern = mehr Schaden, Gegner gegen einen Gegner schleudern = mehr Schaden und so weiter…

Interessanterweise sind aber die Nebenmissionen massiv umfangreicher geworden! Während ihr zum komplettieren des Spieles roundabout 60 Stunden brauchen werdet, ist das gleiche nochmal als Nebenmissionen mit dabei. Dabei sind zwar viele Dinge bekannt, wie der als parodie gemeinte Sujimon Modus. Hier fangt ihr wieder einmal Perverse und lasst sie später gegeneinander in Kämpfen antreten. Das ist zwar unheimlich klamaukig, jedoch sind diese Kämpfe nichts im Vergleich zu den Kämpfen im eigentlich Spiel.

…das ganz besondere…

Ich persönlich fand Doudoku Island interessant. Eine Insel auf die es euch im laufe des Spieles verschlägt auf der ihr midnestens 3 Tage verbringen müsst. Nach diesen 3 Tagen müsst ihr nie wieder zurückkommen, könnt ihr aber. Macht ihr das findet ihr einen kleinen Farmlife Klon wieder. Ihr müsst die Insel wieder aufbauen und zu einem Urlaubsparadies machen. Das ersetzt ein wenig den Unternehmermodus aus den vorangegangenen Teilen. Häuser bauen, Urlauber glücklich machen, Insel aufräumen und vieles mehr. Das kann interessant sein wenn man es mag und sehr viel zeit verschlingen.

Zusammenfassung und Bewertung

Wir haben nun eine Menge über das Spiel geredet. Optisch ist Like a Dragon Infinite Wealth schön gemacht. Es wird wie immer auf die Details geachtet. Wir erleben ein Action RPG mit den typischen Elementen. Eine ernsthafte Hintergrundstory, wichtige Nebenmissionen, viel Emotionen und noch mehr Fremdschämmomente. Skurile Nebenmissionen sowie neue Jobfähigkeiten gehören genauso dazu wie ein Japanisch-Hawaiianischer John Wick Verschnitt der unsympathischer kaum sein könnte. Unser Freund Ichiban braucht allerdings locker 3-4 Stunden um langsam aus dem Quark zu kommen. Fanservice würde ich mal sagen.

Sega geht mit Like a Dragon Infinite Wealth zwar den typischen Weg, legt aber massiv mehr Wert auf Zwischensequenzen und Storyabschnitte. So erleben wir gut 1/3 der ca. 60 Stunden bis zum Ende der Hauptgeschichte in Zwischensequenzen. Das ist zwar cool und macht Laune, ist allerdings auch nervig wenn man nur mal eben kurz reinschauen wollte um zu erfahren wie es weitergeht.

Genau das ist aber so ein wenig die große Qualität der Erzählung! Sie hält bei der Stange und man will wissen wie es weitergeht und was man noch so alles skuriles erleben kann.

So werten wir also…

Hart ins Gericht gehen muss ich mit Like a Dragon Infinite Wealth an dieser Stelle aber schon! Ich frage mich ernsthaft was Sega dazu getrieben hat den New Game+ Modus als DLC der Deluxe (oder besser) Edition zu machen. Sprich wenn ihr das Spiel auf 100% bringen möchtet geht das nicht mit dem derzeit 70€ (bei Steam)  teuren Grundspiel. Ihr müsst hier mindestens die Deluxe Edition erwerben. Noch besser gehts euch natürlich mit der Ultimate Edition bei der ihr gleich noch eine ganze Liste XP Booster bekommt, die euch einen einfacheren Start bieten.

Das ist für mich kein Schritt den ich nachvollziehen kann und dafür muss ich einen Punkt abziehen!

Dabei bleibt es aber dann auch! Mehr als einen einzelnen Punkt kann ich hier nicht abziehen, auch wenn ich den Punkt gerne FETT UND IN ROT schreiben würde! Mich macht sowas sauer!

Trotzdem bekommen wir hier ein hervorragendes Rollenspiel geliefert. mit einer Gesamtspielzeit zwischen 60 und 120 Stunden sind wir auch echt gut bedient. Dazu gibt es knapp 20 Stunden Video Zwischensequenzen. Lediglich ein paar kleine Verschreiberchen bei der Übersetzung sind dabei, die übersehen wir aber mal großzügig! Alles in Allem lohnt sich Like a Dragon Infinite Wealth nicht nur für Serienfans. Für die volle Dröhnung sollte man die Vorgänger aber möglichst komplett gespielt haben.

Ich vergebe also emotionale:

9 von 10 Punkte

…mein Highlight: Das Spiel läuft auf dem Asus ROG Ally sehr gut in bester Einstellung! Ich bin beeindruckt wie optimiert das ist!

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