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Disintegration im Test – Gelungener Sci-Fi Mix aus Shooter und Strategie?

Nach jeder Mission landet ihr zunächst in einer kleinen Hub-Umgebung, wo ihr aus Gesprächen mehr über eure Mitstreiter erfahren könnt und zusätzliche Herausforderungen findet. So lassen sich für jede Mission höchsten drei zusätzliche Aufgaben freischalten, die das Gameplay noch mal etwas spannender gestalten können. Entscheidungen wie zum Beispiel bei „Anthem“ lassen sich hier nicht treffen, dafür kommen die einzelnen Persönlichkeiten der Crew hier besonders zur Geltung. Wer jedoch keinen Wert darauf legt die Charaktere besser kennen zu lernen, kann die Hub-Umgebung auch direkt wieder verlassen und mit der nächsten Mission fortfahren, denn wirklich viel zu entdecken gibt es hier leider nicht. Genauso leer wie die Hub-Umgebung fühlt sich leider auch die Geschichte an, die immer wieder in den Hintergrund gerät und nicht wirklich an Fahrt aufnehmen kann. Das ist äußerst schade, da das Setting durchaus spannend und frisch wirkt.

Darüber hinaus ist es Schade, dass man vor einer Mission nicht selbst entscheiden kann welches Gravcycle oder aus welchen Mitgliedern euer Trupp bestehen soll. So wird euch für jede Mission ein vordefiniertes Setup vorgesetzt. Dabei ist das Repertoire reich an unterschiedlichen Waffen für das Gravcycle sowie Spezial-Angriffen des Trupps, wie es sich im Verlauf der Story und auch im Multiplayer-Modus entdecken lässt. Von Shotguns, Sturmgewehren, Scharfschützengewehren, Granatwerfern und Miniguns ist eigentlich alles dabei, was das Ego-Shooter Herz begehrt, doch wirklich zur Geltung kommen die einzelnen Waffen nie, da man sie meistens nur in einer einzigen Mission zu Gesicht bekommt.

Obwohl sich „Disintegration“ großartig spielt und durchaus Spaß macht, wird man das Gefühl nicht los, dass sich das kleine Team von gerade einmal 40 Mann, mit dem Spiel übernommen hat. Sowohl die Singleplayer-Kampagne als auch der Multiplayer-Modus sind recht solide entwickelt und quälen den Spieler nicht mit irgendwelchen Bugs oder anderen Gameplay-Problemen, dennoch kommt das Gesamtpaket nicht über das Mittelmaß hinweg. Auch wenn die Soundkulisse großartig rüberkommt, alles auf dem Bildschirm explodiert und vieles zerstörbar ist, fehlt es einfach an Abwechslung und einer gut erzählten Geschichte. Vor allem den Schrei eines Donnerkeils vergisst man nie wieder, der einem durch Mark und Bein geht.

Es ist fantastisch, doch jede Mission fühlt sich größtenteils gleich an, auch wenn sich die Szenarien schön abwechseln. Mal kämpfen wir in Wäldern, mal in einer Großstadt, in einem verwinkelten Tunnelsystem oder auf einer Müllhalde, dennoch fehlt es an Variation im Gameplay. Auch der Multiplayer-Modus hebt sich viel zu wenig von anderen Titeln ab, sodass die drei verfügbaren Modi „Zone Control“ (Zonen erobern und halten), „Collector“ (Gegner besiegen und ihre Behälter einsammeln) und „Retrieval“ (Kerne sammeln und abliefern) euch höchstens für ein Wochenende unterhalten können. Zwar gibt es auch hier wieder freischaltbare Items wie andere Skins, doch werden diese kaum allein zum Weiterspielen animieren können.

Über Egor Sommer 1673 Artikel
Lange Zeit bei Playstation-Choice.de mitgewirkt und nun als Freelancer bei Gamolution.de tätig. Ich freue mich darauf euch weiterhin mit Tests, Specials und News rund um die Gaming-Welt zu informieren.
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