Trails of Cold Steel IV – Das Ende einer Sage

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Mit Trails of Cold Steel 4 führen Entwickler Nihon Falcom und Publisher Nippon Ichi ein Bürgerkriegsdrama zum Ende das seines gleichen sucht. Die extrem komplexe Geschichte eines Jahrelangen Krieges zog sich bereits seit 4 Jahren durch europäische Wohnzimmer und sollte nun ein würdiges Ende finden. Um das Königreich Erebonia nun endlich zum Frieden führen zu können haben wir für euch zu den Waffen gegriffen und versucht zu retten was es noch zu retten gab!

Natürlich werde ich versuchen so wenig wie möglich zu Spoilern, aber ich befürchte das es nicht zu 100% ohne gehen wird. Dennoch werdet ihr nach dem lesen des Artikels nicht erfahren haben das ihr nicht auch aus dem Trailer hättet erfahren können, zumindest was die Story angeht.

Trails of Cold Steel IV bleibt seinen Vorgängern treu, beginnt allerdings extrem langatmig. Wenn ihr nicht bereit seid die ganzen Dialoge zu skippen und die komplette Story mitbekommen wollt, so seid ihr gerne schon einmal 2 Stunden oder mehr damit verbringen euch nur die aktuelle Vorgeschichte reinzuzuiehen und einen kurzen Rückblick ins Kampftutorial zu wagen. Bevor ihr aber wirklich in der Lage seid das Spiel zu genießen vergeht eine Menge Zeit, in der ihr viele Dinge erklärt bekommt, das Schicksal vieler Charaktere erfahren dürft und zusätzlich erfahrt ihr auch wie verfahren die Situation ist und was mit Klasse 7 passiert ist. Der Krieg hat letztlich begonnen und Erebonia steht vor mehr als nur einer Schlacht um das Überleben.

Juna, Altina und Kurt erwachen nach mehrwöchigem Koma im Atelier von Emma Milsteins Großmutter Eryn. Die Großmutter ist Anführerin des Hexen Clans und bevor ihr euch sortiert habt und wirklich auf die Suche nach dem verschollenen Rean Schwarzer gehen könnt, müsst ihr erstmal eine Prüfung im Hexenlabyrinth bestehen. Dieses Labyrinth heißt Saint-Gral und wir im Zuge der Geschichte von Legend of Heroes Trails of Cold Steel IV als Quasi-Ersatz für Einhel, aus dem Vorgänger dienen, ihr könnt es euch denken, ihr kehrt zum Hexenatellier mehrfach zurück und könnt immer wieder neue Herausforderungen auf neuen Ebenen des Labyrinths bestehen.

Mir persönlich, als Neuling der Serie, hat der Umfang einen ordentlichen Schlag ins Gesicht verpasst. Insgesamt gibt es 26 Hauptcharaktere die es zu kennen gilt, dazu kommen gut und gerne 20 Nebencharaktere die ihr ebenfalls, periodenweise in euer Team aufnehmen könnt/müsst. Das bedeutet ihr habt erst einmal ordentlich was zu sortieren wenn ihr das Spiel nicht kennt. Ich selbst habe sehr lange gebraucht bis ich mich zumindest Ansatzweise in die Materie eingelesen hatte und halbwegs geglaubt hatte den durchblick zu haben, was letztlich aber wohl heute noch nicht so wirklich der Fall ist, meine Meinung basiert also hauptsächlich auf der Technik und dem Gameplay, die Story muss man, glaube ich mögen und/oder verfolgt haben, als Neueinsteiger ist man komplett aufgeschmissen und überfordert und verkauft das Spiel, glaube ich nach einer Stunde wieder.

Trotz knapp 35 Stunden die ich im Spiel verbracht habe ist ein Ende der Geschichte oder des Spieles bisher nicht in Sicht, Durchschnittliche Angaben reden hier von 80-90 Stunden Spielzeit um das gesamte Spiel durchzuzocken. Das war mir zeitlich absolut nicht vergönnt. Technisch muss ich allerdings sagen das mir viele Dinge im Spiel böse aufstoßen. Zwar ist die Tatsache das wir für frühere Spielstände belohnt werden würden, wenn wir denn welche auf der Platte hätten (bei einer brandneu formatierten, wie bei mir sowieso nicht), eine echt geniale Sache, ich liebe es wenn Spiele nicht nur Storytechnisch aufeinander aufbauen, aber dennoch gibt es deutliche technische Probleme. Diese sind vor allem, im von mir verhassten Grafikbereich zu finden. Zwar sieht das Spiel wirklich schön aus an vielen Stellen, für einen Japanotitel ohne Millionenbudget jedenfalls, dennoch gibt es Fehler in der Optik die vermieden werden könnten und einfach auf unachtsamkeit zurückzuführen sind.

Auch hat mich persönlich gestört das viele Teile des Spieles nicht vertont sind. Englische Untertitel und fehlende lokalisation hatte ich nicht anders erwartet, das dürfte wohl logisch sein. Leider ist auch das Design der Gespräche nicht wirklich flüssig und vor allem in der Anfangsphase nervt das ewige mitlesen gewaltig. Ihr braucht auf jeden Fall gute Englischkenntnisse, ansonsten ist gleich zu Beginn des Spieles komplett Schluss.

Was mit technisch gefallen hat waren die vielen und sehr umfangreichen Upgrademöglichkeiten, nicht nur in Sachen Fähigkeiten, Zauber und Waffen sondern auch in Sachen Beziehungspflege zwischen den einzelnen Charakteren. Auch die vielen Nebenaufgaben und all die Dinge die ein solches Spiel umfangreich machen und in die Tiefe bringen sind herrlich. Wer sich mit den Vorgänger anfreunden konnte wird hier sicherlich seine helle Freude haben.

Ich persönlich konnte allerdings mit dem extrem gemächlichen Spieltempo und der Tatsache das ich als Neueinsteiger einfach keine Chance hatte mich einzufinden, dem Spiel nur sehr wenig abempfinden. Grundsätzlich sind die Effektvollen rundenbasierten Kämpfe eine herrliche Sache, taktisch ausgelegt und je länger wir kämpfen umso mehr erfahren wir über unsere Gegner, können Magie und Fähigkeiten kombinieren, wie es sich für ein J-RPG gehört und das in vollem, effektvollen 3D. Dennoch wirkt Trails of Cold Steel IV an vielen Stellen wie ein technischer Fopas und lehrt uns das grausen was aktualität und Spielfluss angeht.

Rein technisch gesehen hätte die gesamte Serie allerdings kaum schlechter dastehen können. Altbacken, angestaubt und total veraltet, kann man nur die Story am Spiel lieben und die Geschichte die dahinter steht, die in komplexen und unzähligen Facetten erzählt wird.

Wichtig an dieser Stelle: Neueinsteiger Finger weg! Nur Serienfans sollten hier zuschlagen! Kauft dieses Spiel auf keinen Fall wenn ihr die Vorgänger, oder zumindest Teil 3 gespielt habt!

Wer alle Teile gespielt hat der wird, nach intensiver interner Diskussionsrunde, zufrieden sein, die Geschichte zu einem würdigen Ende zu führen. Während für mich als Quereinsteiger in die Serie vor allem der Lerneffekt (Ich kann eben doch nicht alle Spiele testen!) am wichtigsten war, so ist es insgesamt gut gelungen, für einen Trail of Cold Steel Teil. Die Innovationslosigkeit und Evolutionsverweigerung jedoch, fehlende lokalisierung (zumindest im Text) und das extrem langsame Spielgeschehen Schrecken aber sicherlich nicht nur mich ab. Es gibt viele die so langsame Spiele mögen und gerne unheimlich tief in eine Story eintauchen, aber für mich war es mein persönlicher kleiner Krieg…

Dennoch gebe ich, nach längerer interner Diskussion, noch verhaltene:

7 von 10 Punkte

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