
Es ist soweit, das warten hat ein Ende. Mit god of War Ragnarök kommt der neueste Ableger von Sonys Göttergeschnetzeltem pünktlich zur Weihnachtszeit. Doch was kann der alte Mann noch, nachdem er Vater geworden ist, im letzten Teil schon recht sentimental geworden ist und vor allem auch einem neuen Krieg ins Auge blicken muss, den er diesmal vielleicht nicht gewinnen kann. Der Krieg gegen die Asen steht vor der Türe und unser alter Freund Kratos, der viele von uns schon seit der Kindheit begleitet, schickt sich an seinen Sohn Atreus davon abzuhalten eine vermeintliche Prophezeiung erfüllen zu wollen. Bockt das? Wir haben es rausgefunden!
Der Trailer spoilert leider bereits ein ganzes Stück der Geschichte, aber natürlich ist da noch lange nicht Schluss, denn alleine das was wir im Trailer sehen ist nur die Spitze des Eisbergs. Natürlich werde ich euch hier und an dieser Stelle nicht verraten ob wir endgültig in den Krieg ziehen oder ob wir uns herauswinden können und uns vielleicht auf die Seite der Asen schlagen. Dennoch gibt es viel zu God of War Ragnarök zu sagen, vor allem angesichts der Tatsache das viele von euch das Spiel im Weihnachtsgeschäft sicherlich kaufen werden, falls ihr es nicht schon lange zuhause habt.

Das hat mir gefallen
Was an der God of War Serie gut war, haben die Entwickler auch dieses Mal wieder beibehalten. Angefangen vom Leveldesign, das zwar linear ist und kaum Open World bietet, jedoch so weitläufig und verwinkelt gestaltet ist das es keinerlei Probleme mit den vorgegebenen Wegen gibt und es auch nicht störend wirkt. Wir hatten in der Redaktion die Tage erst eine Diskussion über unnötig große Open Worlds, die wenig bis keinen Sinn haben, wie ich das zum Beispiel im Review zu Star Ocean: the Divine Force auch erwähnt hatte. Das Spiel bietet eine wunderschöne Spielwelt, teilweise sehr offen gestaltet aber komplett nutzlos und leblos. Die Entwickler von God of War haben die Kunst hier auf die Spitze getrieben und schaffen es sogar uns Truhen und Loot zu zeigen und trotzdem eine halbe Stunde nach dem richtigen Weg suchen zu lassen. Hier hat man sich nicht nur Mühe gegeben, sondern auch sehr viele Gedanken dazu gemacht wie das Spiel aussehen soll.
Das man bei God of War nichts dem Zufall überlassen will merkt man auch an der E-Mail die mit unserem Muster gekommen war. Es wurde ganz klar vorgeschrieben welche Inhalte, in welcher Menge vor dem Launch, bzw. kurz danach gezeigt werden dürfen. Das Ziel war hier klar rauszulesen und der Unterton klar: „…wagt es euch nicht den Fans das Spielgefühl zu versauen und wichtige Storymomente ohne ausdrückliche Warnung zu Spoilern!“. Das ist ein Punkt den ich sehr beführworte, wenn solche Guidelines natürlich auch immer schwer für uns umzusetzen sind, da man wirklich auf Details achten muss, wenn man es ernst nimmt. Das ist aber nicht der Grund warum ihr so lange warten musstet, sondern weil ich aktuell noch immer ein gutes Backlog habe, aufgrund unseres großen hardware Crashs vor einiger Zeit. Da ist leider viel liegen geblieben.

Wir treffen hier auf das altebekannte Gameplay, spielerisch unterschiedet sich God of War Ragnarök nicht vom letzten Teil (God of War 2018), außer das wir nun im Fimbul Winter beginnen, der Zeit in der nordischen Mythologie die vor Ragnarök kommt. Die Geschichte wird definitiv würdig fortgesetzt auch wenn es mir als großem Fan der alten Spiele klar gegen den Strich geht das unser Götterschlächter plötzlich ein waschechter Vater zu werden scheint. Das bedeutet das Kratos immer wieder versucht Konflikte zu vermeiden und vor allem danach strebt seinem Sohn Atreus, alias Loki, nicht den gleichen Weg aufzubürden den er selbst gegangen ist und in den Krieg zu ziehen. Das ist zwar eine tolle Charakterentwicklung und absolut nachvollziehbar, doch macht es Kratos etwas zu menschlich. Das lasse ich bei positiven Dingen stehen denn Charakterentwicklung ist grundlegend positiv, auch wenn sie mir vielleicht gegen den Strich zieht weil ich es mir anders gewünscht hätte.
Die reine Optik des neuen God of War ist absolut phantastisch. Wir sehen Raytracing Spiegelungen, realistische Wasseroberflächen, tolle Landschaften, detaillierte Höhlen und wirklich geniale Lichteffekte wenn wir zum Beispiel in die Welt der Alben zurückkehren. Die Rästel im Spiel werden teilweise detaillierter und umfangreicher als bisher und sind teilweise etwas schwerer zu lösen, wobei dennoch altbekannte mechanismen, wie die Runentruhen, oder diese Alien Gewebe Ranken, oder wie ich die genau nennen soll, aufrecht erhalten werden. Das sorgt sofort für ein Gefühl des heimkommens, wenn man nach 4 Jahren wieder einen Fuß in die nordische Mythologie setzt.

Das hat mir weniger gefallen
Wie ich eben schon erwähnt habe hat Kratos viel durchgemacht, alles Dinge die einen Menschen brechen können und letztlich ist Kratos auch nur ein Mensch, ein Spartaner zwar, aber ein Mensch. Diese menschliche Seite ist durchgekommen nachdem er aus Griechenland in den Norden geflohen ist. Hier erhofft er sich mit seiner Frau, der letzten Riesin einen wunderbaren Lebensabend und wollte eigentlich nichts anderes als in Ruhe gelassen werden und im Schutze des Waldes irgendwann an altersschwäche elendig zu krepieren. Das klingt jetzt erstmal garnicht so verkehrt, aber wir reden hier von einer Kampfmaschine die aufs töten gedrillt worden ist, das ist so wie Rocky Balboa im letzten Rambo zu sehen, den sich die Macher auch besser gespart hätten. Dennoch ist man bei Sony Santa Monica natürlich nicht blöd und lässt uns Kratos als Familienvater erleben. Ein Mensch der noch immer eine Kampfmaschine ist, übermenschliche Kräfte hat und alles töten kann was sich ihm in den Weg stellt, doch wir merken das Kratos alte geworden ist. Ich weigere mich DIESES Spiel auf der Schwierigkeit Story zu spielen, doch ich werde wohlmöglich runterschalten müssen, wenn ich sehe wie hoch der Schwierigkeitsgrad teilweise ist.
Natürlich werden Souls-spieler hier kaum einen Anreiz finden, wer den Elden Ring in aller Ruhe bekommen hat wird sich hier nur müde durch das Spiel lächeln, aber God of War Ragnarök ist für normale Spieler schon ordentlich happig, oder ich habe einfach nur Gebiete besucht die ich erst nach dem Ende des Spieles hätte besuchen sollen. Jedenfalls habe ich ordentlich zu knabbern gehabt an einigen Stellen und hin und wieder Körner gelassen. Kratos fühlt sich eben menschlicher an als er es sollte.

Was mich aber wirklich gestört hat sind Details. Natürlich können wir hier auf sehr hohem Niveau meckern, aber es gibt einige Dinge die einfach nicht schön waren. Da gab es zum Beispiel Szenen in denen wir Tyr befreit haben, der uns folgt, und Tyr tritt neben Stufen, den Fuß halb in der Treppe. Ich finde solche Dinge dürften langsam nichtmehr vorkommen, Schwebende Riesen und kleine Grafikfehler finden wir an verschiedenen Ecken des Spieles. Das sind zwar alles Kleinigkeiten die nicht schwer ins Gewicht fallen und auch unsere Wertung nicht beeinflussen, jedoch finde ich das man hier mahnend den Finger heben sollte und sage an dieser Stelle: „Sony Santa Monica hergehört: werdet nicht nachlässig!“
Ich finde es auch ein wenig nervig das ich im Spiel so viele Punkte finde an denen noch irgendwas passiert, die ich aber nicht besuchen kann bzw. nicht benutzen kann. Es gibt Übergänge die wir erst später, mit anderen Werkzeugen oder Waffen, benutzen können, Schreine die wir erst spät im Spiel nach der Hauptstory wirklich nutzen können werden und und und. Das ist zwar cool, das Sony Santa Monica uns hier nochwas nebenher bietet, jedoch finde ich es immer ein wenig Schade wenn die Dinge so aufwändig gestaltet sind. Ich selbst komme selten dazu nach der Hauptstory nochmal im Spiel zurück zu gehen um die restliche Lore zu finden.

Vielen Dank für diesen tollen Artikel, mich hat er bestärkt, mir das Spiel God of War zuzulegen.
einfach das beste spiel zur heutigen zeit