Apex Legends im Test – Geht dem Battle-Royale-Shooter die Puste aus?

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Electronic Arts Battle-Royale-Shooter Apex Legends dürfte jedem Spieler ein Begriff sein, denn seit der überraschenden Veröffentlichung am 04. Februar 2019 folgte eine Schlagzeile nach der anderen. Zuletzt wurde es jedoch deutlich still um den Shooter, geht dem Titel die Puste aus? Kann er sich überhaupt noch gegen Activisions Warzone oder Epic Games Fortnite durchsetzen? Darüber hinaus drängen sich immer wieder neue Kontrahenten in den Ring, wie zuletzt Ubisofts Hyper Scape.

Inzwischen ist Apex Legends mitten in der siebten Season und trumpft mit zahlreichen Neuerungen auf, um die Spieler bei Laune zu halten. Wir haben von EA die Apex Legends Champions Editions zur Verfügung gestellt bekommen, um uns in den Kampf zu stürzen. Ob uns dieser Kampf auch gefallen hat oder wir euch eher andere Vertreter ans Herz legen würden, verraten wir euch in diesem Test.

Ein Noob in schicker Rüstung

Zunächst möchte ich klarstellen, dass ich zwar PvP Spiele mag, sie aber dennoch größtenteils meide, da mir einfach die nötige Zeit fehlt, um einen guten Skill aufbauen zu können. Und nur, weil man jetzt in einer schicken goldenen Rüstung rumläuft, heißt es nicht, dass man plötzlich Skill hat. Ich habe Apex Legends zuletzt etwa bei Season 4 gespielt und dementsprechend war mein Einstieg ins Spiel ziemlich frustrierend. Hinzu kommt, dass Random Spieler in Apex Legends weiterhin zu den schlechtesten Teammates gehören, die das Genre zu bieten hat.

Meine Erste Trios Runde startete ich komplett allein, da ein Spieler einen Verbindungsabbruch hatte und der Zweite sich daraufhin ebenfalls direkt verabschiedete. Toller Anfang. Die zweite Runde lief schon besser, zumindest waren wir ein dreier Team, doch meine Kameraden liefen Kreuz und Quer über die Map und ehe ich mich versah, war ich schon wieder auf mich allein gestellt. Trotz genialem Ping System, durch welches sich nicht nur Feinbewegungen mit nur einem Tastendruck aufzeigen lassen, sondern auch Loot gekennzeichnet werden kann und sogar Ziele vorgegeben werden können, wurde dieses von den Kameraden nur genutzt, um darauf hin zu weisen, dass sie auf Gegner gestoßen sind, um im selben Augenblick über den Haufen geschossen zu werden. Beide natürlich in unterschiedlichen Himmelsrichtungen verteilt. Super. Nach der fünften Runde habe ich die Trios vorerst aufgegeben und habe es mit den Duos versucht und das war ein Fehler.

Random Spieler sind keine guten Teammates

In den Duos ist man noch stärker auf seinen Partner angewiesen als es schon bei den Trios der Fall ist. Was macht man also, wenn dieser gar nicht das Pingsystem oder andere Kommunikation nutzt? Richtig, versuchen an seinen Fersen zu bleiben und nur zu Looten, wenn dieser Mal kurz innehält und dasselbe macht. Naja, zumindest in der Theorie. In der Praxis sah es so aus, dass der Kollege über die Map lief und wir eigentlich mehr Einzelgänger als Teammitglieder waren. Erst in den Gefechten unterstützen wir uns gegenseitig, wenigstens das hat einigermaßen im Duos funktioniert.

Da die Duos noch schlechter liefen, bin ich zurück zu den Trios und siehe da mit einem Team, welches das Pingsystem nutzt und den Teammates guten Loot markiert, macht das Spiel plötzlich richtig Spaß. Ich habe es sogar geschafft mit einem Team Champion zu werden. Dementsprechend empfehle ich euch das Spiel unbedingt mit Freunden zu zocken. Auch wenn das Ping-System, welches dank Apex Legends überhaupt existiert, großartig ist, wird es immer noch nicht von jedem Spieler genutzt und das erschwert die Kooperation untereinander. Eine Option Einzeln zu starten existiert aktuell nicht. Im Gegenzug bietet man einen trainings-Modus und einen Schießstand an, um sich mit dem Gameplay und den jeweiligen Schusswaffen im Spiel vertraut machen zu können.

Starker Motivationssog

Mittlerweile hat Apex Legends 15 individuelle Helden zu bieten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Jeder Held bzw. Legende hat einen passiven Skill, einen aktiven Skill und einen Ultimativen Skill. Die hübsche Legende Rampart verfügt als passive Fähigkeit über ein erhöhtes Magazin und schnelleren Ladezeiten im Gebrauch von LMGs und ihrer stationären Minigun, die sie als Ultimative Fähigkeit nutzen kann, zudem richtet sie Deckungen auf, um dahinter Schutz zu finden. Der witzige Mirage hingegen macht sich und seinen Teammate unsichtbar, wenn er gerade dabei ist diesen wiederzubeleben. Als aktive Fähigkeit kann er holografische Köder aussenden und seine ultimative Fähigkeit ist eine Schaar von kontrollierbaren Doppelgängern loszulassen, die den Feind verwirren sollen. Somit hat jede Legende etwas zu bieten, dass dem ein oder anderen Spieler mit großer Wahrscheinlichkeit gefallen wird.

Spielerisch hebt man sich deutlich von anderen Battle Royale Shootern ab. Das Gameplay ist deutlich schneller und Parkourlastiger. Schnell lassen sich Gebäude erklimmen oder Hänge hinabrutschen. Neben dem typischen Loot, von Waffen, Waffenmodifikationen, Granaten, Rüstung und Munition, finden sich auch Replikatoren auf der Karte. Hiermit lassen sich besonders seltene Modifikationen herstellen, vorausgesetzt ihr habt genug Material gesammelt. Mit jeder Kiste, die ihr öffnet erhaltet ihr Materialien zudem lassen sich auf der Karte einige Replikatorentanks finden, die euch ebenfalls Materialien schenken. Täglich werden bestimmte Upgrades im Replikator angeboten, die nicht auf der Map zu entdecken sind, so wird ein Anreiz geschaffen das Herstellungssystem zu nutzen.

Loot nach Rollenspiel

Der Loot auf der Map ist sehr stark an Rollenspiele angelehnt, denn dieser ist farblich voneinander getrennt. Wie etwa bei Diablo spiegelt die jeweilige Farbe die Seltenheit und auch die Stärke des Loots wieder. Wer eine Waffe mit goldenen Modifikationen versieht, der hat bereits ein deutlich stärkeres Blatt in der Hand als ein Spieler mit selber Waffe und nur weiß untermalten Modifikationen. Zudem ist auch die Rüstung mittlerweile an das Level Up Prinzip eines Rollenspiels angepasst. Zwar lässt sich die Rüstung auch in unterschiedlicher Farbe finden, doch der Fund einer lila Rüstung ist deutlich seltener als noch in den Seasons davor. Dafür steigt die Rüstung im Level auf, sobald der Spieler Gegnern Schaden zufügt. Ab einer bestimmten ausgeteilten Schadensmenge, bekommt man direkt die bessere Rüstung spendiert. Das ist ein motivierendes System, was nicht selten dazu führt, dass man viel mehr auf Konfrontationskurs unterwegs ist.

Was gibt es neues

Neben dem Herstellungssystem und der neuen Karte wurde nun auch ein mobiles Fahrzeug ins Spiel integriert, welches genug Platz für ein dreier Team bietet. Damit ist man deutlich schneller auf der Karte unterwegs und kann noch so weit entfernten Loot erreichen. Die neue Karte ist wiederum sehr bunt geraten und bietet viele abwechslungsreiche Schauplätze. Mal läuft man durch einen futuristischen Hafen oder ein Industriegebiet und im nächsten Augenblick steht man in einer kleinen wunderschön gestalteten Siedlung. Darüber hinaus wurde unter der Rubrik “Clubs” ein Klan-System integriert. Hier könnt ihr euch einem Club anschließen und habt ihr verläßliche Teamkameraden am Start, vorausgesetzt ihr habt Lust auf neue Bekanntschaften. Eine sinnvolle und schöne Ergänzung, wenn gerade eure Freunde nicht am Start sind.

Fazit

Bei Apex Legends hat sich seit der Veröffentlichung im Februar 2019 verdammt viel getan. Nicht nur zahlreiche Helden haben den Ring betreten auch das Loot-System wurde ein wenig überarbeitet. Neben den üblichen Neuerungen wie einer neuen Karte und neuen Waffen wurde mit den Replikatoren auch ein Herstellungssystem integriert, welches mit rotierendem Angebot zu motivieren weiß. Das Fahrzeug ist eine tolle Erweiterung und erlaubt neue taktische Möglichkeiten. Dank Battle-Pass, täglichen Quests und Herausforderungen bietet das Spiel massig Motivation dran zu bleiben. Auch wenn der Spielspaß mit zufälligen Spielern deutlich hinkt, macht das Spiel dennoch Spaß. Wer nicht immer mit zufälligen Spielern Zeit verbringen möchte, kann sich auch einem Club anschließen. Mich konnte das Spiel definitiv wieder fesseln und ich kann es jedem nur empfehlen zumindest mal reinzuschnuppern. Kostet schließlich ja nichts. In diesem Sinne vergebe ich

8 von 10 Punkten

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