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Im Test: Bladesong (PC)

Als Sklave ist es euch gelungen in einer dystopischen Fantasywelt die Flucht anzutreten. Gestrandet im Ödland begebt ihr euch auf die Suche nach Zuflucht und vor allem einer Zukunft. In einer zerstörten Welt verfügt ihr über eine wichtige und gewinnbringende Fähigkeit, jedoch braucht es dafür eine Schmiede. Nur durch Zufall findet ihr eine verlassene Schmiede in den Slums vor der letzten Zuflucht der Menschheit. Doch hier herrscht ein grausamer König und schlimme Dinge gehen vor sich. Könnt ihr eurer Reise ein gewisses Gewicht verleihen und mehr über diese Welt herausfinden?

Lasst mich an dieser Stelle gleich damit beginnen das dieses Spiel für mehrere Fraktionen interessant ist. Einmal für Gamer die auf eine Tiefe Lore stehen und für 3D Drucker Nutzer, denn das größte Highlight des Spieles ist die Tatsache das wir als Schmiede unsere Werke auch exportieren können und in die Realität umsetzen. Das hat mich besonders gereizt und war für mich ein Must-Have Kriterium.

Übern Bladesong

Bladesong spielt sich quasi wie ein geführter Schwert Editor mit Storymodus. Das klingt jetzt erst einmal irgendwie seltsam, erklärt sich aber im Kontext noch. Während wir uns um ein paar wenige Ressourcen kümmern müssen, die wir begrenzt zur Verfügung haben klicken, lesen und denken wir uns durch eine gut gemachte Storyline. Es gibt schwere Entscheidungen zu treffen, Fähigkeiten und Beziehungen aufzubauen, wie in einem klassischen TTRPG. So in etwa fühlt sich das primäre Story Gameplay von Bladesong an.

Man muss das mögen, muss ich ganz ehrlich sagen! Ich bin nun schon keine so junge Generation mehr und mit TTRPG´s wie „Das schwarze Auge“, damals sogar noch aus dem Hause Schmidt-Spiele aufgewachen. Mir ist diese Art des Gameplays nicht fremd und ich bin offen für solche Dinge. Zeitgemäß ist das aber leider garnichtmehr.

Dennoch muss ich an dieser Stelle sagen das ich mich lieber durch eine liebevolle Story lese und klicke als eine schlecht gemachte 3D Umgebung zu erkunden. Da haben sich die Entwickler des Niedersächsischen Studios SUN AND SERPENT Creations, sicherlich richtig entschieden. Bereits 2024 konnte das Studio von David Kuri aus Braunschweig auf der DevGamm Gdansk punkten und erhielt eine Förderung und damit eine große Ehrung für die Indie Games Szene.

Das Spiel wurde dezentral entwickelt und hauptsächlich in Deutschland programmiert. Hier war Gründer David Kuri, ehemals Gameplay Tech Lead bei Moon Studios mit seinem Bruder Jonas Kuri beschäftigt, die sich dem Gameplay widmeten. Mitgeholfen haben, unter anderem auch Harry Tuffs als Narrative Designer und Marcus Lubian als Concept Artist. Neben dem Kernteam in Braunschweig/Sickte trugen Mitwirkende aus Ländern wie Polen, Kroatien, Spanien, den USA und Großbritannien zum Spiel bei. Viele dieser Entwickler stammen ebenfalls von namhaften Studios wie Moon Studios oder Ninja Theory.

So spielt sich Bladesong

An dieser Stelle muss ich leider bereits negativ werden und das tut mir mehr als leid. Nicht nur weil ich Indie Game Developer als große Hoffnung für den immer schlechter werdenden Games-Markt sehe sondern vor allem auch deutsche Entwicklerstudios sehr mag. Von hier kommen verdammt viele gute Ideen und Bladesong ist eine dieser genialen Ideen.

Leider klicken wir uns hier nur durch die Story. Unsere Entscheidungen werden hin und wieder von TTRPG-artigen Glückswürfen, mit Fähigkeitenmodifikator, begleitet aber im Großen und Ganzen haben wir gefühlt nur wenig Einfluss auf das was passiert. Das eigentliche Gameplay findet aber in der Schmiede statt. Hier fertigen wir Aufträge für potentielle Kunden, Wachen, Mörder und Söldner. Natürlich, Schwerter sind Waffen und Waffen sind zum töten gedacht!

Hier kann Bladesong dann erstmal punkten! Wir erarbeiten uns neue Fähigkeiten, schmieden Schwerter nach Kundenwunsch und besorgen uns neue Materialien und Beziehungen um endlich hinter die schützenden Mauern der letzten großen Stadt zu kommen.

Der Editor fühlt sich an wie ein umfangreicher Charaktereditor für Schwerter! Die Bedienung ist garnichtmal so einfach und wird euch im laufe des Spieles erklärt und beigebracht. das ist super gemacht und es macht wirklich Laune aufwändige und interessante Klingen zu schmieden.

Leider haben wir hier aber auch schon einen der große Knackpunkte im Spiel, denn unsere Kundschaft weiß das nicht zu schätzen. Wir haben weder eine Waffenkammer um Schwerter auszustellen, noch haben wir etwa Boni davon wenn ein Schwert besonders aufwändig gefertigt worden ist. Im Gegenteil, verzieren wir unsere Schwerter kostet uns das Ressourcen und manche Kunden haben einfach nur den Wunsch nach einer ausgewogenen Klinge. Wie wir jedoch an diese Klinge kommen und diese Ausgewogenheit erstellen wird im Spiel weder gewertet noch berücksichtigt. So habe ich bereits Hauchdünne Zweihänder gefertigt, die mehr angespitztes Rohr waren als Schwert nur um die Vorgaben zu erfüllen. Das Ergebnis was ohne Frage hässlich und nicht zu gebrauchen, lag aber in seinen Werten genau in den Vorgaben.

Da müsste man deutlich nachbessern!

Der Editor an sich ist ein gut geführtes Werkzeug. Es macht Spaß die Schwerter zu schmieden und ein eigenes Design mit hinein zu bringen. Leider muss ich aber auch dazu sagen das sich das sehr schnell abnutzt. Die Story ist zwar super gemacht, wirkt aber teilweise stark in die Länge gezogen, vor allem zu Beginn des Spieles. Hier schmieden wir quasi ständig das gleiche Schwert, mal ein bisschen dicker, mal ein wenig dünner. Das wird leider sehr schnell langweilig.

Die gut inszenierte Story alleine kann das Spiel hier leider nicht retten!

Was das Spiel aber retten kann ist der Kreativmodus, alleine für diesen lohnt es sich schon das Spiel zu kaufen!

Warum Baldesong ein genialer Wurf ist!?

Auch wenn mich das Spiel selbst absolut nicht vom Hocker hauen konnte, in seinen ersten 14 Spielstunden die ich investiert habe, ist der Kreativmodus etwas besonderes. Hier können wir Schwerter „Frei-Schnauze“ erstellen und dabei auf alles im Spiel zurückgreifen. Wir können Screenshots aufnehmen, die Schwerter in magische Worte umwandeln so das Andere Spieler die Kreationen auf ihren Rechner laden können und wir können die Dateien als .STL Dateien exportieren.

Was ist eine STL Datei?

Niczht jedem Gamer mag diese Endung ein Begriff sein aber gerade in der 3D Druck Szene ist das etwas das man mit als erstes lernt. Eine STL Datei ist eine sogenannte Stereo-Lithografie, manchmal auch als Standard Tesselation Language oder Standard Triangle Language. Damit können Einige schon mehr Anfangen. Kurz gesagt ihr könnt eure Schwerter für den 3D Druck exportieren! Das ermöglicht es uns unsere Kreationen in die reale Welt zu holen und das ist eine Funktion die ich mehr als Liebe!

Einfaches Schwert digital und nach dem drucken… bitte nehmt mir meine „colorierfähigkeiten“ nicht übel ich bin schlecht in anmalen *lach*

Welche Voraussetzungen gibt es hierfür?

Die Systemvoraussetzungen für Bladesong selbst ist eigentlich recht gering. Mit einem i5 der Siebten Generation oder einem Ryzen 5 1600, 8GB Ram und einer GTX 1050 oder RX580 sowie 5GB auf eurer Festplatte seid ihr schon dabei. Für den 3D Druck eignet sich quasi jeder verfügbare, halbwegs moderne 3D Drucker. Ich persönlich kann sagen das ein BambuLab A1 mini vollends ausreichen wird um eure Kreationen auszudrucken.

Natürlich ist die Druckgröße und die Qualität ein wenig abhängig von eurer persönlichen Fähigkeit mit einem 3D Drucker und seinen Einstellungen umzugehen. Gerade kleine Klingen sind teilweise schwierig zu drucken, da die Details zu schmal sind, größere Klingen erfordern dann wieder ein wenig persönliche Kenntnisse in eurem Slicer Programm um das Modell zu zerteilen. Das Schwert im Bild (oben) wurde mit einem BambuLab P2S gedruckt. Hier empfehle ich stark eine Druckplatte mit großer Haftfähigkeit zu verwenden, wie zum Beispiel eine BambuLab Supertack, Juupine Geco, Biqu Cryogrip oder ähnliche. Passende Druckplatten findet ihr auf Amazon.

Das von mir erstellte Schwert könnt ihr mit diesem Code im Spiel auf euren Spielstand holen: traeyiaris-accaaiilum-ciduyla

Für den Druck habe ich persönlich ordinäres weißes PLA genommen und das Schwert vorher mittig, der länge nach geteilt, so das ich eine recht große Fläche auf dem Druckbett hatte. Anschließend habe ich beide Hälften mit dem viralen TikTok-Shop Kleber, Tree Frog Oily Glue verklebt, der im übrigen bei Amazon ebenfalls erhältlich ist: https://amzn.to/4qhtubY und ein verdammt guter Sekundenkleber ist. Leider funktioniert er nicht für jedes 3D Druck Material gleich gut, aber hier hat er wunder gewirkt und ist im Vergleich zu klassischem Sekundenkleber ein absolutes Schnäppchen (3×50 gr. ca 16€ im Gegensatz zu Uhu Sekundenkleber 5×1 gr. 4,99€)

Bladesong Die Bewertung… wichtige Hinweise

Bladesong rühmt sich ein Schwert-Schmiede Simulator zu sein. Das kann das Spiel abliefern. Eine gute Story, Rollenspielelemente und eine tolle Stimmung sprechen für das Spiel. Das Gameplay selbst jedoch ist der Knackpunkt. Die Kundschaft legt keinerlei Wert auf hochwertige Schwerter. Ob nun polierte Klinge oder schartiges Stück Eisen ist ihnen egal. Es gibt auch keine Boni für besonders schöne Waffen und somit ist jeder Anspruch den wir an die Schwertschmiedekunst hegen hier nur Materialverschwendung die uns das Spiel schwieriger macht.

Das finde ich persönlich schade und leider ist das Spiel auch massiv repetitiv. Wir schmieden viel zu oft die gleichen Waffen oder verbrauchen unsere Aktionspunkte für den Tag für das schärfen von Gebrauchtschwertern für minimale Belohnungen.

Spielerisch kann Bladesong lediglich mit Atmosphäre, Stimmung und einer gut gemachten Story punkten, spielerisch muss ich leider sagen bleibt das Spiel weit hinter allen Erwartungen zurück und fühlt sich leider träge und nach Arbeit an.

Ich persönlich finde es wirklich schade das hier das balancing noch nicht stimmt. Aber wir müssen natürlich dazu sagen das sich Bladesong noch im Early Access befindet! Das ist wichtig zu wissen denn das Spiel kann und wird sich sicherlich noch verändern. Hier hoffe ich vor allem auf mehr Respekt der Kunden für meine Kreationen und eventuell besondere Belohnungen oder mehr Ressourcen für gute Arbeit!

Als Editor für individuelle Schwerter jedoch die wir ausdrucken und zum Beispiel für Cosplay oder Dekoration verwenden möchten ist Bladesong ein Traum! Alleine hierfür lohnen sich die 20€ für das Spiel bei Steam absolut! Vor allem die Storyline ist sehr gut gemacht und vielleicht sehen wir das Spiel derzeit mal als verdammt gut gemachtes Tutorial für den Editor, dann wäre das Ganze eine glatte 12 von 10. Als eigenständiges Spiel jedoch muss ich die Early Access Wertung derzeit noch recht weit unten Ansetzen und muss sogar 2 Wertungen vergeben, da ich das Spiel aus unterschiedlichen Blickwinkeln bewerten muss…. einmal als Spiel für Gamer und einmal als Tool für den 3D Druck.

Bladesong als Spiel Bewertung

Die Simulation eines Schwert Schmiede Jobs ist gut gemacht. Wir erhalten eine düstere und bedrückende Story die gut geschrieben und sehr gut gemacht ist. Leider nur in Worten und maximal einem Standbild je Event. Das ist natürlich noch etwas mager, aber hier reden wir ja von einem Indiestudio und einem Early Access Titel. Ob es hier nicht eventuell durchaus sinnvoll wäre KI generierte Zwischensequenzen zu nutzen… naja es ist absolut verpönt in der Branche aber ich persönlich würde mich nicht wirklich dran stören wenn kleine Studios die enormen Kosten und den Aufwand für aufwändige Animationen und Filmproduktionen so einsparen bzw. den Release beschleunigen. Bei einem Konzern wie Rockstar wäre ich da sauer drüber und könnte das Spiel boykottieren aber einem kleinen Studio würde ich eine solche Maßnahme nicht übel nehmen. Aber gut das ist meine persönliche Meinung, vor allem in einer Early Access Version kann und wird noch viel passieren.

Generell ist Bladesong als Spiel aber bisher nur bedingt empfehlenswert. Leider ist es noch zu unbewegt und es wiederholen sich Dinge viel zu oft. Derzeit fühlt sich das Spiel noch langgezogen und ermüdend an, auch wenn die düstere Geschichte sich schon wirklich gut anfühlt! An dieser Stelle die Early Access Spielwertung:

Bladesong im 3D Druck Bewertung

Mit Bladesong könnt ihr individuelle Schwerter bzw. Klingenwaffen erstellen. Ein einfacher Editor, den ihr im Spiel erlernt, kommt mit dem Kreativmodus auf eine interessante Art und Weise daher. Ob ihr nun euer Lieblingsschwert aus einem Film oder einem Videospiel nachahmen möchtet oder ein individuelles Prop für Cosplay oder LARP braucht, hier findet ihr ein Tool das euch dabei helfen kann!

Dank einer großen Datenbank an verschiedenen Einzelteilen, die ihr in Größe, Form und Ausrichtung manipulieren könnt bleiben hier kaum Wünsche offen. Als Kritik kann man hier nur wenig anbringen. Eine Option zum automatischen schneiden der exportierbaren STL Dateien wäre vielleicht noch schön gewesen, das erfordert aber wohl eine Menge Entwicklung und deutlich mehr Zeit, vielleicht Kapazitäten die garnicht existieren.

Die sauber exportierten STL Dateien lassen sich problemfrei in den Slicer importieren und von da aus weiter bearbeiten. Natürlich sind ein paar Anpassungen an eure Bedürfnisse und Geräte erforderlich, aber Niemand verlangt an dieser Stelle den Export mit Einstellungen für jeden 3D Drucker! Hierzu gibt es vom Hersteller einen eigenen Discord Server auf dem man sich austauschen kann. Da ich selbst kein großer Discord Fan bin habe ich da allerdings noch nicht reingeschaut.

Als Tool für individuelle und einfach Schwerterstellung ist Bladesong ein Traum. Klar könnte man hier und da noch ein paar Sachen besser machen, aber im Großen und Ganzen ist das für ein 20€ Spiel und 3D Druck Tool ein guter Deal wie ich finde! Für Absolute Anfänger im 3D Druck Bereich die sich noch nicht so mit den Einstellungen und Funktionen der Slicer Software auskennen kann es hier aber schnell frustrierend werden, wenn man sich keine Hilfe sucht! Wenn ihr Tipps hierzu braucht wendet euch gerne an: Frank druckt 3D auf TikTok

Die Wertung für die 3D Druck Funktionen fällt deutlich anders aus als die reine Spielwertung! Hier gibt es nämlich kaum zu meckern, außer das z.B. Gravuren im Schwert nicht mit übernommen werden, aber das kommt sicherlich noch. Ich bin jedenfalls glücklich mit dem Spiel und gebe an dieser Stelle die 3D Druck bezogene Wertung mit:

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