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Borderlands 4 (PS5 Pro) im Test

Borderlands 4 war lange erwartet worden und noch länger herbeigesehnt. Unter den Fans konnte Borderlands 4 punkten und auch die Presse ist von Borderlands 4 recht gut begeistert gewesen. So titel Gamespro zum Beispiel das BL4 gerade so am besten Teil der Serie vorbeigeschrammt ist. Das macht Hoffnung und hat auch uns bewegt einen tiefen Blick ins Spiel zu werfen. Nach nunmehr über 40 Stunden die ich mit Borderlands 4 verbracht habe möchte ich meine Erfahrungen letztlich mit euch teilen…

Die Story von Borderlands 4

Ihr seid abgestürzt auf einem Planeten namens Kairos. Auf Kairos herrscht ein despotischer Kerl der sich der „Zeitwächter“ nennt. Schnell stellt ihr fest das dieser Kerl mal so garnicht freundlich ist, denn er rammt euch gleich einen Bolzen in den Nacken um euch zu kontrollieren. Über Kairos ist vor vielen Jahren ein Mond erschienen, der die Welt von dem Rest des Universums abschirmt. Da ihr als Kammerjäger allerdings mal so garkeinen Bock auf gehorsam habt geht ihr natürlich gegen diesen Zeitwächter vor, wie? In Bester Borderlands Manier mit Wummen, Explosionen und sehr viel Getöse… und Opfern.

So spielt sich Borderlands 4 – Gameplay und mehr

Borderlands 4 ist ein typisches Borderlands. Wir finden uns im Menue schnell zurecht und auch die Charaktereigenschaften sind leicht verständlich und planbar. Die offene Spielwelt ist riesig und auch die neue Gleitmechanik ist gut einsetzbar und sorgt für neue Herausforderungen. Damit wir uns aber nicht in der riesigen Spielwelt verlieren und enorme Laufzeiten auf uns nehmen müssen, die Schnellreisepunkte sind nicht besonders oft platziert, haben wir einen Gleiter, ein Hoverbike, den Digirunner. Diesen können wir, da er durch digitale Ordenstechnik (so nennen sich die Anhänger des Zeitwächters, der Orden) erstellt wird auch anpassen. Hierfür finden wir Anpassungsobjekte im Laufe des Spieles. Nach 40 Stunden habe ich jedenfalls nicht wirklich viel gefunden muss ich sagen.

Das Gunplay an sich ist, wie nicht anders erwartet ein Traum. Schnelle Gefechte, unübersichtliche Kämpfe und Gegner, die nichtmehr, zumindest nicht Alle, stupide in euer Feuer rennen. Geht ihr im Snipermodus vor verstecken sich Gegner hinter der Deckung oder hinter Fahrzeugen. Einige, weniger intelligente, jedoch rennen auch weiterhin in euer Feuer, so wie es sein sollte.

Feinde und Mechaniken sind soweit alle bekannt und knüpfen an die bisherigen Erfolge an. Durch die riesige offene Spielwelt gibt es eine Menge zu erkunden, zu finden und auch zu erleben. Die Welt ist voll von Dingen die wir machen können und Gegnern, die immer wieder auftauchen. Auch Eventbereiche gibt es im Spiel, bei denen ihr besonderen Loot abräumen könnt… Achja, der Loot… Naja das Lootrad dreht sich, wie gehabt sehr schnell und weiterhin ist kaufen von Waffen eigentlich nur in Ausnahmesituationen angesagt, meist plündert ihr lediglich die Geldvorräte der Automaten 😉

Der erste Knackpunkt – Die Technik

Wir haben Borderlands 4 auf der Playstation 5 Pro getestet. In diesem Umfeld erwarten wir einen absolut einwandfreien Lauf des Spieles. Hinzu kommt das ich keinerlei Ladezeiten, zumindest keine spürbaren und ein flüssiges Gameplay erwarte!

Das flüssige Gameplay ist größtenteils gegeben, im Qualitätsmodus gibt es dennoch gelegentliche Framerateeinbrüche die wir leider deutlich spüren, die uns aber nur selten wirklich stören können. Was mich allerdings wirklich sehr genervt hat waren die Ladezeiten der Texturen. Diese brauchen teilweise mehrere Sekunden um im Spiel anzukommen. Optisch ist das in meinen Augen ein Desaster, da Borderlands 4 optisch nun kein so extremes Grafikpotential.

Borderlands 4 sieht schön aus, keine Frage, allerdings testen wir das Spiel auf Sony´s Vorzeigehardware und wenn ich Cyberpunk 2077 inkl. DLC auf der Nintendo Switch 2 durchspielen konnte erwarte ich von einer PS5 Pro durchaus mehr Leistung. Vielleicht lag das an meiner minimal langsameren SSD, jedoch kann ich sagen das ich an dieser Stelle sehr unzufrieden bin, sowas geht garnicht in der heutigen Zeit!

Borderlands 4 – Der Fluch der Serie

Wenn sich etwas in Borderlands gefestigt hat dann sind es vor allem die Charaktere wie ClapTrap oder Moxxy, die zufällig auch auf Kairos gestrandet sind. Neben diesen beiden Bekannten treffen wir auch auf eine Vielzahl Neuer Charaktere und alter Bekannter die wir längst für tot gehalten hatten.

Das ist Segen und Fluch zugleich, konzentriert man sich bei 2K scheinbar auf bekannte Werte, wie gutes Gunplay und liebgewonnene Charaktere, so verschwindet die Hauptstory schnell im Hintergrund. Der Zeitwächter meldet sich über unseren blockierten Bolzen hin und wieder mal zu Wort und verspottet unser vorankommen oder fordert uns heraus, aber im Großen und Ganzen ist es schwer der Geschichte zu folgen. Wieso ist Kairos mit dem Mond versehen, warum ist das hier Alles so, was steckt hinter dem Zeitwächter und überhaupt!? Nach 40 Stunden habe ich davon lediglich geringe Bruchstücke erfahren und ich steht kurz vor dem dritten Bossgegner, dem dritten General des Zeitwächters.

Die Story soll etwa bei 50% liegen, was mir zumindest von der Spielzeit her noch Hoffnung macht.

Dennoch Borderlands 4 konnte mich nicht abholen und nicht mitreißen. Vielleicht ist es die Tatsache das unsere Psychos plötzlich eine vollends unrealistische Erklärung bekommen, vielleicht liegt es auch an fehlender Innovation oder der Tatsache das mir vielen tollen Nebengeschichten fehlen. Ich fühle mich hier weniger in einem Borderlands, das mit Liebe zum Detail entwickelt wurde als vielmehr in einem kommerziellen Serienteil der lediglich auf dem aufbaut was man schon hatte und alles in ein aufgeblasenes Umfeld aus nutzlosen Nebenmissionen mit wenig Tiefgang und noch weniger Witz verpackt. Trotzdem Borderlands 4 wird von mir noch eine Chance bekommen, denn auch wenn es mich nicht vollends mitreißen kann, so will ich schon noch sehen wie es weitergeht. Vielleicht kommt der große Umschwung ja noch in Stunde 50 oder 60….

Borderlands 4 Fazit und Bewertung

Borderlands 4 sieht super aus und spielt sich auch super. Da haben sich die Entwickler nicht reinreden lassen. Borderlands 4 ist ein chaotisches Loot Feuerwerk wie es im Buche steht. Allerdings leidet das Spiel unter schlechter technischer optimierung und selbst auf der PS5 Pro hatten wir nach dem letzten Update noch Probleme mit Framerateeinbrüchen und Texturladezeiten, teils von mehreren Sekunden. Das ist in der heutigen Zeit auf der leistungsstärksten Playstation aller Zeiten absolut nichtmehr zeitgemäß.

Das eigentliche Spieldesign rückt Nebenmissionen, Events und Sammelgegenstände stark in den Vordergrund. Die Hauptstory beginnt bereits nach kurzer Zeit zu verschwimmen. Wir treffen zwar auf viele alte Bekannte wie Moxxy oder Claptrap, erfahren aber nur wenig von der neuen Welt in die wir geworfen worden sind. Das finde ich persönlich schade. Das fühlt sich mehr nach typischer Massenware an als nach einem innovativen und aufreibenden Titel mit Charme und Witz.

Während Borderlands 3 von vielen Fans in der Luft zerrissen wurde habe ich den dritten Teil gerne gespielt. Der vierte ist auch gut, aber leider nicht mehr. Gut ist nicht was wir von einem so lange ersehnten Vollpreistitel erwarten würden. Das wiedersehen mit alten Charakteren in einer neuen Umgebung ist zwar schön, aber bei weitem nicht so emotional wie man sich das erhofft hätte.

Das Spiel enthält wenig neue Mechaniken, die dafür aber mehr tiefe ins Spiel bringen und spaß machen. Das Gunplay ist wie immer hervorragend und alte Werte werden perfekt portiert. Was mich aber trotz allem gestört hat ist der fehlende Witz, der fehlende Wahnsinn und vor allem der Grund für den wir das Alles machen. Alles ist sehr vorhersehbar, Loot selten wirklich extrem unterschiedlich und Vieles fehlt mir einfach gefühlt. Ich kann nicht genau sagen was mir wirklich fehlt, aber seit Tiny Tinas Wonderland habe ich einfach noch ein wenig mehr erwartet…

Aus diesem Grund kann ich an dieser Stelle nur gut gemeinte

vergeben. In meinen persönlichen Augen ist Borderlands 4 weit entfernt vom besten Serienteil aller Zeiten, sehr weit. Spielbar und unterhaltsam aber auf jeden Fall! Das Spiel ist kein Fehlkauf aber die Entwickler legen für den fünften Teil, oder kommende Updates und DLC´s der Serie besser eine Schippe drauf! Da war der Hype um den neuesten Teil und die Erwartungen wohl deutlich größer als die Realität. Schade eigentlich.

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