
Statt einfacher Moralskala setzt Playground Games in Fable auf regionalen Ruf
Die strikte Aufteilung zwischen guten und bösen Taten gehört in Fable bald der Vergangenheit an: Stattdessen setzt das Spiel auf ein frisches Reputationssystem, welches deutlich feinfühliger auf die Handlungen der Spieler reagieren soll. Wie Associate Game Director Craig Littler in einem Gespräch verriet, möchte Playground Games den Einwohnern Albions zukünftig eigene Wertvorstellungen verpassen.
Spieler bauen sich demzufolge in jeder Region einen ganz eigenen Ruf auf, welcher dann von den dortigen NPCs ganz unterschiedlich aufgenommen wird. Laut Littler reicht das System „weit über Gut und Böse hinaus“ und erlaubt es den Spielern, eine durchaus vielschichtige Identität zu entwickeln. Nicht jeder Bewohner wird ein und dieselbe Aktion auch gleich bewerten.
Ein aktueller Gameplay-Ausschnitt veranschaulicht diese Idee ganz gut. So kann ein Dorfbewohner den Helden etwa für seinen wirtschaftlichen Erfolg sowie seinen Wohlstand bewundern, während andere genau diese Eigenschaften eher als Hochmut und protzigen Reichtum auslegen. In letzterem Fall ziehen Händler dann sogar die Preise an, um ihren Unmut auszudrücken.
Littler unterstrich, dass jede Aktion einen lokalen Ruf nach sich zieht und Spieler letztlich durch die Gesamtheit ihrer Entscheidungen wahrgenommen werden. Die Bewohner Albions ziehen dann ihre eigenen moralischen Schlüsse aus dem Verhalten des Helden. Was für den einen NPC eine positive Tat darstellt, kann beim Nächsten durchaus auf Ablehnung stoßen.
Damit verabschiedet sich Playground Games von einem Markenzeichen der ursprünglichen Lionhead-Trilogie. Damals führten Entscheidungen oft zu direkt sichtbaren körperlichen Veränderungen am Helden – böse Wege ließen Hörner sprießen, während gute Handlungen mit einem engelsähnlichen Aussehen belohnt wurden.
Der neue Weg orientiert sich vorallem an modernen Rollenspielen, in denen Entscheidungen nur noch selten klar als „richtig“ oder „falsch“ abgestempelt werden. Schon zu Jahresbeginn ließ Playground-Gründer Ralph Fulton verlauten, dass die neue Darstellung von Moral besser widerspiegeln solle, wie unterschiedlich Menschen im echten Leben moralische Fragen bewerten.
Ob der Abschied vom klassischen Moralsystem bei den langjährigen Fans der Reihe gut ankommt, dürfte vermutlich auch weiterhin für so manche Diskussion sorgen. Playground Games entscheidet sich hier aber ganz bewusst für mehr Feinheiten sowie individuellere Reaktionen seitens der Spielwelt.
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