
Bei PlayStation brennt derzeit der digitale Baum. Nur einen Tag nach der Hiobsbotschaft, ab 2028 komplett auf physische Spiele-Discs zu verzichten, zieht Sony Interactive Entertainment den nächsten Stecker: Fünf Jahre nach dem ersten, durch Fan-Proteste abgewendeten Versuch wird der digitale PlayStation Store für die PlayStation 3 und die PS Vita nun endgültig und unumkehrbar abgeschaltet.
Das Ende in Raten: Europa hat Galgenfrist bis 2027
Im Jahr 2021 ruderte der damalige PlayStation-Chef Jim Ryan nach einem gewaltigen Aufschrei der Community noch zurück und gab offen zu, eine Fehlentscheidung getroffen zu haben. Dieses Mal bleibt Sony jedoch hart. Die Abschaltung der digitalen Ladentheken für die beiden Retro-Plattformen ist beschlossene Sache und erfolgt in einer weltweiten Staffelung:
- Ab 1. August 2026: Der Store-Support endet in Mexiko, Honduras und Nicaragua.
- Ende 2026: Weitere lateinamerikanische Länder sowie Nationen im Mittleren Osten folgen.
- Ab 1. Juli 2027: Die restlichen Store-Server weltweit – und damit auch in Deutschland – werden komplett vom Netz genommen.
Nach diesen Stichtagen können keine neuen Spiele oder DLCs mehr auf den Geräten erworben werden. Immerhin: Bereits gekaufte digitale Inhalte, die sich in der eigenen Bibliothek befinden, sollen sich laut Sony auch nach der Schließung „auf absehbare Zeit“ weiterhin herunterladen und spielen lassen.
Die offizielle Begründung wirft Fragen auf
Besonders die Argumentation seitens Sony sorgt in Foren und sozialen Netzwerken für ungläubiges Kopfschütteln. In einem offiziellen Blog-Eintrag erklärt Senior Director Sid Shuman, dass der PS3- und der Vita-Store „zeitgemäße Zahlungsmethoden und modernisierte Standards der Zahlungsabwicklung“ schlicht nicht mehr im erforderlichen Umfang unterstützen können.
Das Kuriose an dieser Begründung: Das war auch schon vor fünf Jahren der Fall. Da Kreditkarten und PayPal auf den alten Systemen ohnehin längst abgeschaltet wurden, funktionierte der digitale Einkauf ausschließlich über den Umweg des PSN-Guthabens, welches man vorher am PC, per App oder via Gutscheinkarte aufladen musste. An der reinen Zahlungsmethode hat sich also nichts geändert. Es liegt vielmehr auf der Hand, dass Sony die Infrastruktur komplett bereinigen und Ressourcen bündeln will, um die Nutzerschaft zu moderneren Geräten und Abo-Modellen zu drängen.
Über 100 Spiele drohen für immer zu verschwinden
Die Nachricht schlägt ein wie eine Bombe – vor allem, weil sie zeitgleich mit der angekündigten Abkehr von physischen Medien für PS5 und die kommende PS6 einschlägt. Schätzungen zufolge loggten sich selbst im Frühjahr 2026 noch rund 240.000 Konten monatlich auf der PS3 ein. Für Sammler und Gaming-Historiker ist das Aus eine Katastrophe: Mit der Schließung verschwinden weit über 100 reine Digital-Titel wie Echochrome 2, MotorStorm RC, Lumines Supernova oder Infamous: Festival of Blood im digitalen Äther, da sie nie auf Disc gepresst wurden.
Da eine echte, native Abwärtskompatibilität für PS3-Spiele auf der PlayStation 5 nach wie vor fehlt und das Cloud-Streaming über PlayStation Plus teuer sowie unvollständig ist, bleibt Retro-Fans nur ein teurer Ausweg: Der physische Gebrauchtmarkt für seltene Discs und Cartridges dürfte in den kommenden Monaten astronomische Preisregionen erreichen. Wer noch digitale Schätze sichern will, sollte sein Guthaben-Konto also ein letztes Mal aufladen.
In Feb 2026, PS3 still had 1.1 million active users. Just one month later in March, that number dropped to 240,000, largely driven by Netflix ending support on the platform.
— Millie A (@millieamand) April 13, 2026
South America and the Middle East have the most PS3 active users in 2026.
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