
Nach der überraschenden Ankündigung von Valve schicken die Hardware-Experten von Digital Foundry den neuen Gaming-Würfel direkt auf den Prüfstand. Das Ergebnis nach einem zweiwöchigen Dauertest zeigt ein beeindruckend kompaktes und flüsterleises System, das in Sachen Prozessorleistung sogar die PlayStation 5 hinter sich lässt – sich die Performance im Wohnzimmer aber auch extrem teuer bezahlen lässt.
Edel, winzig und flüsterleise im GameCube-Format
Optisch und handwerklich kann die neue Steam Machine im Test auf ganzer Linie überzeugen. Die Experten beschreiben das Design als winzig, flüsterleise und visuell äußerst ansprechend. Mit seiner Würfelform erinnert der Mini-PC an einen etwas größeren Nintendo GameCube.
Neben der exzellenten Verarbeitungsqualität lobt Digital Foundry die durchdachte Konstruktion: Die Frontblenden des Gehäuses sind magnetisch befestigt und lassen sich im Handumdrehen austauschen, was eine kinderleichte Personalisierung ermöglicht. Dank der üppigen Hardware-Power läuft zudem das auf SteamOS 3 basierende Interface auf dem Gerät absolut flüssig und nahezu fehlerfrei.
Starke CPU, doch der Flaschenhals liegt im VRAM
Unter der Haube des Edel-Würfels steckt eine maßgeschneiderte Hardware-Kombination, die im Detail jedoch mit einigen Kompromissen kämpfen muss:
- Der Prozessor: Als Herzstück dient ein modifizierter Hawk Point 2-Prozessor mit sechs Kernen und einer maximalen Leistungsaufnahme (TDP) von 30 Watt. Im Benchmark schlägt sich die CPU hervorragend und übertrifft die Prozessorleistung der PS5 um rund 20 Prozent. Einziger Wermutstropfen: Da Valve im Gehäuse nur ein einzelnes Speichermodul verbaut, wird die CPU in bestimmten Szenarien spürbar ausgebremst.
- Die Grafikkarte: Bei der GPU setzt Valve auf einen angepassten Navi 33-Chip, dessen Leistung sich genau zwischen einer Radeon RX 6600 und einer RX 7600 einreiht. Trotz reduzierter Recheneinheiten und einer Begrenzung auf 130 Watt liefert die Grafikkarte ein solides Fundament für anspruchsvolles Gaming.
Das Problem mit der Auflösung: Geht es an höhere Auflösungen (wie natives 4K), zieht die PS5 im direkten Vergleich teilweise an der Steam Machine vorbei. Dem kompakten Valve-Rechner fehlt schlichtweg die enorme Speicherbandbreite der Sony-Konsole. Wer die Grafikeinstellungen jedoch gezielt anpasst und Features wie Variable Refresh Rate (VRR) sowie das kommende FSR 4 nutzt, bekommt dennoch eine absolut vergleichbare und flüssige Gaming-Erfahrung geboten. Eine manuelle Justierung der Grafikoptionen und der VRAM-Auslastung bleibt laut den Testern aber unerlässlich.
Premium-Erlebnis zum Premium-Preis
Trotz all der technischen Finessen hinterlässt der Preis einen faden Beigeschmack: Je nach gewählter Konfiguration und Zubehör verlangt Valve zwischen 1.039 Euro und bis zu 1.428 Euro für das System. Das dürfte viele potenzielle Käufer abschrecken und die Frage aufwerfen, ob ein klassischer PC-Eigenbau nicht die wirtschaftlichere Alternative ist.
Die ersten Exemplare der Steam Machine werden ab dem 29. Juni 2026 an die glücklichen Gewinner des Reservierungs-Loses versendet. Wer leer ausgeht oder wem der Würfel schlicht zu teuer ist, muss nicht verzagen: Da der PC eine offene Plattform bleibt, lässt sich das optimierte SteamOS-Betriebssystem künftig auch auf jedem anderen kompatiblen Heim-PC installieren.
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