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Die Antwort auf Sonys gestriges Disc-Aus: Microsoft testet „Disc-to-Digital“-Funktion für die Xbox

Erst gestern schockierte Sony Interactive Entertainment die Gaming-Welt mit der Nachricht, ab Januar 2028 die Produktion physischer PlayStation-Discs komplett einzustellen. Während die Konkurrenz aus Japan das physische Zeitalter also sterben lässt, geht Microsoft offenbar einen ganz anderen Weg: Einem brandneuen Insider-Bericht zufolge testen die Redmonder eine revolutionäre „Disc-to-Digital“-Funktion, mit der bestehende Disc-Sammlungen ganz einfach digitalisiert werden können.

Brücke in eine rein digitale Zukunft

Obwohl Branchenkenner davon ausgehen, dass auch Microsoft über kurz oder lang keine neuen Spiele mehr auf Disc pressen wird, wollen die Xbox-Macher ihre treue Kundschaft und deren physische Regale nicht im Regen stehen lassen. Wie Quellen aus dem Umfeld des Unternehmens berichten, wurde intern vor Kurzem eine Testphase für das sogenannte „Disc2Digital“-Feature gestartet, nachdem bereits im Mai erste Code-Zeilen in der Xbox-PC-App darauf hindeuteten.

Das Ziel der Funktion ist simpel, aber genial: Besitzer von physischen Xbox-Spielen sollen ihre Discs in eine vollwertige digitale Lizenz umwandeln können. Das wäre vor allem im Hinblick auf die nächste Xbox-Generation – die aktuell unter dem Codenamen Project Helix entwickelt wird und möglicherweise komplett ohne optisches Laufwerk erscheint – eine absolute Lebensversicherung für Sammler.

So funktioniert die Digitalisierung im Detail

Der Prozess der Umwandlung soll für die Nutzerschaft denkbar unkompliziert ablaufen:

  • Disc einlegen, Lizenz sichern: Man legt eine kompatible Disc in eine Xbox One oder Xbox Series X ein. Das System erkennt das Spiel und verknüpft eine digitale Berechtigung (Digital Entitlement) mit dem Microsoft-Konto.
  • Vollwertige Digital-Vorteile: Sobald das Spiel digitalisiert ist, verhält es sich wie ein Titel aus dem Xbox Store. Wer ein entsprechendes Game-Pass-Abonnement besitzt, kann das Spiel via Xbox Cloud Gaming streamen. Handelt es sich um einen „Xbox Play Anywhere“-Titel, lässt er sich ohne Zusatzkosten auch auf dem PC oder auf Gaming-Handhelds zocken.
  • Sogar für Multi-Disc-Titel: Die Funktion soll auch mit Spiele-Bundles, die Konsolen beilagen, sowie mit Titeln funktionieren, die auf mehreren Discs ausgeliefert wurden.

Der Clou: Die Disc bleibt benutzbar

Das spannendste Detail der Technologie betrifft den Kopierschutz. Die digitale Lizenz wird fest an die spezifische ID der gepressten Disc gekoppelt. Das bedeutet: Die Disc funktioniert auch nach der Digitalisierung weiterhin ganz normal.

Sollte man das Spiel jedoch an Bekannte verleihen oder auf dem Gebrauchtmarkt verkaufen, wandert die digitale Lizenz automatisch mit. Sobald die Disc in einer anderen Konsole landet und mit einem anderen Microsoft-Konto verknüpft wird, verliert das ursprüngliche Profil die digitale Berechtigung wieder. Ein cleverer Schachzug, der den florierenden Gebrauchtmarkt trotz Digital-Wandel am Leben erhalten könnte.

Ein paar technische Einschränkungen bleiben

Vollkommen makellos ist das System in der aktuellen Testphase allerdings noch nicht. Zum einen werden ausschließlich Discs der Xbox One und Xbox Series X unterstützt – physische Spiele der Xbox 360 oder der allerersten Xbox sind von dem Programm ausgeschlossen.

Zum anderen warnt Microsoft seine internen Tester, dass manche ältere Xbox-One-Discs eventuell nicht funktionieren. Dies hänge ganz davon ab, wann und wie die Disc damals gepresst wurde und ob sie die für das Programm benötigten Sicherheitsmerkmale aufweist.

Da sich das Feature aktuell in der internen Testphase befindet, ist mit einer offiziellen Ankündigung und weiteren Details seitens Microsoft in den kommenden Monaten zu rechnen.

Über Egor Sommer 1971 Artikel
Lange Zeit bei Playstation-Choice.de mitgewirkt und nun als Freelancer bei Gamolution.de tätig. Ich freue mich darauf euch weiterhin mit Tests, Specials und News rund um die Gaming-Welt zu informieren.
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