Filmkritik: Mortal Engines – Mit getöse in die Zukunft?

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Von den Machern von Herr der Ringe bekommen wir einen Film präsentiert der es mit der Logik nicht so wirklich genau nimmt. Die Menschheit hat in einem großen Krieg die Ganze Welt verbrannt. Nein unbewohnbar ist sie nicht, weil hauptsächlich mit Quantenenergiewaffen angegriffen worden ist. Diese hinterlassen keine Strahlung. Daraufhin wurden die Menschen mobil und bauten riesige Städte, Maschinen, Panzer oder wie man sie auch immer bezeichnen will. Die Menschen lebten fortan in einer mobilen Welt voller Traktionsstädte, aber mit wenigen Ressourcen.

Abgesehen von der Tatsache das die Menschheit sicherlich besser daran getan hätte ihre Ressourcen für sinnvollere Dinge einzusetzen statt für Millionen Tonnen schwere Kettenlaufwerke und sinnloses mit Städten durch die Gegend rollen, macht der Film im Trailer bereits einen recht guten Eindruck. Die Protagonistin des Films, Hera Hilmar als Hester Shaw, macht eigentlich einen guten Eindruck, ist überzeugend und spielt eine recht gute Rolle. Sie spielt eine junge Waise, die sich eigentlich nur für den Tot ihrer Mutter rächen will, doch hinter dem Mord an ihrer Mutter steckt wesentlich mehr.

Ich will an dieser Stelle nicht zuviel Spoilern, aber darum komme ich erstens nicht herum und zweitens kann man sich das sowieso schnell denken, also ab hier gibts massig Spoiler. Der Bösewicht in dieser Geschichte Taddeus Valentine, gespielt von Hugo Weaving ist nämlich in Wahrheit Hesters Vater. Ihrer Mutter hat er eine Kiste gestohlen, lustigerweise hieß die Mutter von Hester Pandora. Versteht man diese Analogie, die sicherlich eher gewollt, denn ein Easter-Egg ist so kann man auch schnell schlussfolgern was in der “Kiste der Pandora” ist. OK im Mythos ist es eigentlich eine Büchse und keine Kiste, aber da das ja aus dem englischen übersetzt ist, kann man das etwas freizügiger betrachten.

Das Steampunk Setting gefällt mir unheimlich gut. Ich mag diesen Stil, fast so sehr wie Cyberpunk oder Gothic. Steampunk ist schön unlogisch, funktioniert aber als Basis für gute Geschichten perfekt. Wir bekommen zwar leider nicht so viel davon zu sehen wie man es sich gewünscht hätte, vielleicht aufgrund der Tatsache das Cyberpunk erst ab dem kommenden Jahr seine Hochzeit erleben wird, wenn CD Project Red das Videospiel Cyberpunk 2077 veröffentlicht und Gothic seine beste Zeit hinter sich zu haben scheint (sehr Schade), Steampunk aber nie so populär war. Ich persönlich gehe davon aus das die Macher hier sicherlich mehr “Massenkompatibilität” haben wollten. Den Einfluss des Herrn der Ringe spürt man ebenfalls an einigen Stellen, was aber nicht unbedingt negativ ist.

Die Geschichte beginnt langsam und steigert sich zum Ende, allerdings ist sie extrem vorhersehbar. Die Szenen sind so gesetzt das man sich mit ein bisschen Film und TV erfahrung schnell reingefuchst hat und die Geschichte im Prinzip bis zum Ende vorhersagen kann ohne dabei wirklich grobe Fehler zu machen. Das ist sehr Schade, nimmt es dem Film doch die Spannung.

Trotz der Tatsache das man die Handlung schnell voraussagen kann hatten wir eine gute Zeit mit Mortal Engines. Man muss den Film nicht unbedingt im Kino gesehen haben, wir sind der Meinung das es durchaus reicht auf das Bluray Release zu warten, dann allerdings würde ich shcon 4K und HDR empfehlen, die Bilder sind teilweise einfach sehenswert.

Ich denke Mortal Engines hat auf jeden Fall Potential sich weiter zu entwickeln. Ich kann mir gut einen oder auch mehrere weitere Filme vorstellen zu denen der bisherige nur einen Grundstein bildet. Wie so oft wird es wohl aber eher nicht dazu kommen. Ich denke der Film wir mäßige Erfolge an den Kinokassen feiern, auf Bluray und DVD nochmal gut rauskommen und dann später verschwinden. Schade eigentlich, wieder eine gute Idee verhunzt.

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