
Leider gibt es auch Schatten wo es Schatten gibt, oder so. Man of Medan ist vor allem eines: Dunkel. In vielen Bereichen des Spieles können wir uns natürlich von der Stimmung her nur einfinden wenn wir das Spiel nicht unbedingt bei voller Sonneneinstrahlung spielen. Hinzu kommt das in The Dark Pictures Anthology Man of Medan immer wieder Situationen auftauchen in denen wir vielleicht mal etwas trinken wollen, weil wir gerade einer Zwischensequenz folgen und schwupps kommt ein QUicktime Event dazuwischen. Das Spiel ist also an einigen Stellen teilweise etwas zu unberechenbar. Ich hätte mir gewünscht das ich bei einigen der Quicktime Events zumindest ein solches erwartet hätte, aber das macht vielleicht auch die Überraschung aus.
Leider ist die Steuerung an der ein oder anderen Stelle auch etwas hackelig, was die Bewegung der Charaktere einfach unnatürlich wirken lässt. Im allgemeinen sind auch die Charaktere zwar gut gemacht und bieten durchaus einen gewissen Charme, sind aber ersetzbar geworden. Auch die Bewegungen sind zwischenzeitlich etwas unnatürlich, aber im Großen und Ganzen stimmt die Stimmung und das Spiel ist zu sagen wir 95% harmonisch.

Der Kurator selbst ist eine etwas seltsame Figur. Er stellt sozusagen den Psychologen aus Until Dawn dar, zumindest von der Seite her die bisher offensichtlich ist. Er gibt uns Hinweise zum Spiel, die allerdings in ihrer Art und Weise teilweise wie Spoiler wirken und zusätzlich erwähnt er noch die Möglichkeiten der freien Entscheidungsfindung in der Geschichte, so als wüsste er das wir gerade ein Spiel spielen, was doch irgendwo eher befremdlich wirkt. Der Psychologe in Until Dawn hatte mit uns als Überlebendem eher die Geschichte aufgearbeitet als uns erzählt das wir verschiedene Entscheidungen treffen können um einen anderen Ausgang der Geschichte zu erreichen.
Das hätte man durchaus auch mit ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl lösen können, denn irgendwie sorgt das für deutlich weniger Immersion, was ja gerade bei einem Horror Titel durchaus wichtig gewesen wäre ein Maximum an Immersion zu erreichen. Das ist aber alles gemotze auf hohem Niveau, der einzige wirkliche Punkt den ich etwas Schade fand war die kurze Spielzeit von gerade einmal 5 Stunden. Sicherlich, wenn eine Geschichte gut ist und erzählt worden ist, ist sie vorbei und das sollte auch immer so bleiben, aber irgendwie hätte ich mir ein bisschen mehr Zeit gewünscht, ein bisschen mehr Inhalt.

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