Gotham Knights – darum lohnt es sich?

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Vor einiger Zeit hat Warner Brothers den geistigen Batman Nachfolger, Gotham Knights, herausgebracht. Die jungen Helden der Batman Geschichten, entwickelten sich, bereits in den Comics, zu einer eigenständigen Gang, nachdem Batman sich verabschiedet hatte und beschützen seitdem Gotham. Zuletzt hatte ich die Serie Titans, mit viel Freude verfolgt, bin also schon ein wenig im Thema drin, denn auch wenn ich schon recht alt bin, die Comics habe ich nie gelesen, ich hatte nie diese Comic Phase. Dennoch habe ich mir das Spiel zum release gekauft und möchte euch meine Meinung dazu mitteilen, da sie mir am Herzen liegt.

Die Gotham Knights beschützen Gotham, seitdem die Fledermaus weg ist. Getötet von Raz Al´Gul, unterlegen und vernichtet. Alles was einst an Batman erinnerte ist weg, nur in den Köpfen der Menschen existiert der Schatten in der Nacht noch. Doch auch diese Erinnerung schwindet und das sorgt für Chaos in Gotham. Gefängnisaufstände, Verbrechen an jeder Straßenecke und in den Schluchten von Gotham wird viel geweint, gefleht und gewimmert. Jetzt müssen sich die Gotham Knights beweisen und uns zeigen das diese Stadt nicht alleine ist. Mein Review klärt an dieser Stelle was euch in diesem Batman Nachfolger erwartet und warum es eben kein Batman ist, der hier zählt…

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Keine Angst… dieses Review ist so spoilerfrei wie möglich. Einige Kleinigkeiten muss ich erwähnen, jedoch sind das Dinge die ihr in den ersten minuten des Spieles sowieso erfahrt, es wird keinerlei spätere Storyspoiler geben. Wenn ihr euch das Spiel also zu Weihnachten gönnen wollt, denn könnt ihr dieses Review beruhigt lesen!

ANMERKUNG: Alle gezeigten Screenshots sind original aus der PS5 Version! Teilweise handelt es sich aber um Bilder aus dem Foto Modus zur besseren illustration.

Das dürft ihr erwarten!

In Gotham Knights schlüpft ihr in die Rolle eines der Rächer Gothams. Ihr dürft euch aussuchen ob es Batgirl, Robin, Redhood oder Nightwing sein soll. Alle haben ihre eigenen Dialoge, Story Gespräche, Beweggründe und Movesets. Ihr könnt also verschiedene Charaktere zu verschiedenen Zeiten spielen, euch später immernoch dafür entscheiden einzelne Nächte mit anderen Charakteren zu spielen oder die komplette Story mit nur einem Charakter zu zocken. Ich habe mich Eingangs für Redhood entschieden, weil ich Redhood im Spiel nicht wiedererkannt habe. Für alle die hier nicht so gut informiert sind, Redhood ist Robin gewesen, jedoch war Redhood zu agressiv, zu impulsiv, weshalb er letztlich vom Joker getötet wurde und in einer Lazarusgrube wiederbelebt wurde. Als höriger Diener wurde Robin zu Red Hood und war lange Zeit der Böse. Nightwing ist ebenfalls Robin gewesen, jedoch nicht mit den Methoden von Batman klargekommen, weshalb er sich abgekapselt hatte, Nightwing ist Dick Grayson, der klassische Robin den wir alle kennen und Robin, naja Robin ist halt Robin. Batgirl ist Barbara Gordon, die Tochter des, mittlerweile ebenfalls verstorbenen, Commissioner James Gordon, der letzte und einzige, der Batman immer vor dem Gotham P.D. in Schutz genommen hat.

Screenshot (Foto Modus) Gotham Knights, Redhood

Spielerisch dürft ihr hier eine Geschichte im Batmen Universum erwarten, jedoch keine Kopie der einstigen Batman Spiele, auch wenn der Stil aufrecht erhalten werden soll. Die Movements sind ähnlich, das Kampfsystem ist ähnlich und natürlich ist Gotham weiterhin Gotham. Das Spielgefühl ist jedoch deutlich langsamer und schwerfälliger als im letzten Batman Teil. Die Gotham Knights sind Kinder, die sich entwickeln müssen und daraus resultiert auch ein Stück weit ein Spiel mit einem Rollenspiel Element. Ihr bekommt Skills, Herausforderungen und könnt euch bis zu einem Meister Skill herausfarbeiten, während ihr die alte Ausrüstung von Batmans Glockenturm nutzt.

Spielerisch sucht ihr nach Hinweisen, klärt kleine Verbrechen auf, widmet euch Straßengangs und löst Rätsel, schleicht durch Gebäude, schaltet leise Gegener aus, oder macht es wie Redhood und gebt ordentlich auf die Fresse. Alles in Allem entwickelt sich Gotham Knights aber komplett anders, als Batman. Hier gibt es zwar parallelen, jedoch muss euch klar sein das ihr hier ein Anderes Spiel spielt.

Das hat mir gefallen

Es fiel mir Anfangs sehr schwer mich auf das Spiel einzulassen. Immerhin reden wir hier von einem Batman Spiel, das in Gotham spielt. Es sieht also Alles hier aus wie Batman und fühlt sich auch an wie Batman. Ich habe sogar schwierigkeiten die Gotham Knights nicht als Arkham Knights zu bezeichnen. In diesem Sinne merkt man das dieses Spiel ein großes Erbe anzutreten hat, was es sichtlich schwer macht in diese Fußstapfen treten zu wollen. Dennoch gelingt es Gotham Knights durchaus die gleiche Stimmung wie die letzten Batman Titel wieder aufzurufen. Gotham ist riesig, dunkel und verwinkelt und erinnert sichtlich mehr an sein Real World Pendant. Trotzdem haben wir hier noch immer die gute alte Stimmung, eine Mischung aus Geschichte und moderne und treffen auch auf altbekannte Charaktere, denen unsere Rächer etwas entgegen stellen müssen. Bereits extrem früh im Spiel treffen wir auf eine überzeugende Harley Quinn die sich vergewissern will ob ihr Batsy wirklich weg ist und dürfen uns sogleich auch noch mit dem Ausbruch von Dr. Freeze herumschlagen. Alles in Allem das übliche Gotham Chaos.

Wir haben aber auch ein deutlich langsameres Gameplay, bekommen mehr Story Schnipsel, mehr Entwicklung der Charaktere, Konflikte in der Gruppe, einen Alfred der alles versucht zusammen zu halten und neue Freunde die unsere Rächer unterstützen wollen, denn in der Stadt sind die Rächer nicht gut angesehen. Die Bürger nehmen sie als Trittbrettfahrer wahr.

Optisch ist gotham Knights ein Highlight geworden. Ich konnte garnicht aufhören Screenshots und Fotos zu machen, während ich im Spiel unterwegs war. So viele coole Stellen und so viele tolle Momente, die mich wirklich begeistert haben. Die Steuerung des Spieles ist dabei recht einfach und eingängig, schnell erlernt und das Kampfsystem entwickelt sich mit der Zeit, wir haben also genug Zeit zum lernen und zum verinnerlichen. Das Spiel macht auch gleich klar das wir nicht Batman sind. Batman erkennt Hinweise automatisch, ist ein Meister Detektiv, die gotham Knights sind da weitaus schwerer dran, müssen mehr Hinweise sammeln, sich in Rätseln und Beweissuche versuchen. Das ist wohl einer der größten Unterschiede zur klassischen Batman Reihe, es gibt mehr Neben Aktivitäten.

Das hat mir weniger gefallen

Auch wenn direkt klar gemacht wird das Batman tot ist, so ist es noch immer ein Spiel in der Batman Reihe. Das sollte gewisse Parallelen und Ähnlichkeiten klar machen, die hier auch geboten werden. Dennoch fühlt sich Gotham Knights an kaum einer Stelle wie ein Batman Spiel an. Wir haben die gleiche Optik und die gleiche Stadt, jedoch wirkt Gotham wesentlich weniger Düster, eher wie ein Spiderman, als wie ein Batman und das ist eher kontraproduktiv, denn DC und Marvel zu vermischen hat noch Niemandem wirklich gut getan.

Die Fortbewegung über die Dächer realisieren wir mittels Greifhaken, ein gleiten, wie Batman es konnte, gibt es natürlich nicht. Dadurch fühlt es sich nochmehr wie Spiderman an. Schön wäre hier gewesen wenn wir zumindest bei Charakteren wie Red Hood, Fallschaden gehabt hätten. Immerhin ist Jason Todd, der bei den Titans ein mickriger, kleiner Wurm war, hier ein tankiges Footballass mit dem man sich auch ohne Redhood Kleidung im privaten nicht anlegen würde.

Die Steuerung ist versaut worden. Keine Frage hier haben die Entwickler ordentlich ins Klo gegriffen. Die Bodensteuerung ist noch gut und präzise genug, wenn auch etwas schwammig, jedoch sobald wir uns mit dem Greifhaken, nahezu wie Peter Parker durch die Lüfte schwingen, passiert es immer wieder das der Greifhaken an einem Gebäude ganz woanders befestigt wird. Ihr seid also gerade schön geradeaus richtung Glockenturm am schwingen und plötzlich, schwupps, gehts in die andere Richtung weil ein anderer Befestigungspunkt näher war.

Das ist unsauber und unschön. Hinzu kommt das es Stellen gibt an denen die Entwickler nicht wollen das ihr einen Greifhaken befestigt, zum Beispiel an Gefängnismauern, dennoch wäre es selbst physikalisch hier möglich einen Haken zu befestigen, man sieht die Befestigung und sie ist auch in Reichweite, dennoch ist es meistens wahrscheinlicher das euer Greifhaken auf dem Nachbargebäude im Fenster befestigt wird, als an der Mauer. Das ist grottig, leider.

Die Gegner sind vor allem auf Gothams Straßen extrem generisch und man merkt bereits nach einer halben Stunde Spielzeit das sich alles wiederholt und kaum Abwechslung geboten wird. Hier war ich, nennen wir es enttäuscht. Natürlich sind diese Minimissionen generisch, das hatte ich nicht anders erwartet, aber ständig das gleiche, ohne große Abwechslung, ohne Sinn und Grund diese Nebenmissionen auszuführen, außer für seltsame Upgrade Materialien, bei denen sich scheinbar auch keiner wirklich Gedanken gemacht hat, naja.

Kommen wir zum Rollenspielsystem. Fähigkeiten zu entwickeln und Anzüge, Upgrades und mehr freizuschalten ist eigentlich eine coole Sache, aber grundlegend ist es zu viel. Wir haben 4 Charaktere, jeder hat seine eigenen Skills, Master Skills, Anzüge und mehr. Das alles freizuschalten dauert ewig und vor allem bringt es uns nicht viel. Hinzu kommt ein unangekündigter Multiplayer Modus. Ich bin bei einer Mission, mitten in Gotham unterwegs, erledige gerade ein paar Regulators, die die Straßen unsicher machen und plötzlich springt mir ein Batgirl, das von einem anderen Spieler gespielt wird, dazwischen rum und mischt sich ein. Wird das angekündigt das ein anderer Spieler in der Spielwelt ist, ok, aber so ganz ohne das man davon weiß… ich weiß nicht.

Grundlegende Neuerungen

Ja der Titel dieses Abschnitts ist etwas irreführend, dennoch weiß ich nicht so recht wie ich das sonst nennen sollte. grundlegend haben wir hier ein eigenständiges Spiel, kein Batman Verschnitt. Das bedeutet zwar das wir im gleichen Universum und in der gleichen Stadt unterwegs sind, auf gleiche Charaktere treffen, aber zeitlich nach Batman spielen. Auch sind die Titans, Gotham Knights oder wie man sie auch nennen will, ein anderer Schlag. Sie sind untereinander bei weitem nicht harmonisch und das spiegelt sich hier gut wieder. Jeder hat seine eigenen Ideen und Methoden.

Das führt aber auch dazu das wir z.B. Tatortermittlungen durchführen müssen. Ich finde es errrischend mal in der Lage zu sein auch etwas Neues zu machen, jedoch könnt ihr die Ermittlungen nicht versauen. Ihr könnt einfach, ohne Sinn und Logik, einfach rumklicken und so lange probieren bis ihr alles richtig habt. Das relativiert die Ermittlungen doch stark und nimmt nur Geschwindigkeit aus dem Gameplay. ich selbst war davon schwer genervt. Wofür soll ich etwas ermitteln wenn ich ja doch keinen Fehler machen kann, also garnicht erst nachdenken muss. Falsche Ermittlungen führen zu weniger Hinweisen, stärkeren Gegnern, schwierigeren Herausforderungen, schwerer lösbaren Rätseln, das hätte ich erwartet, aber das ist leider nicht so.

Auch das Rollenspielsystem, das viele bemängelt haben, finde ich grundsätzlich eigentlich nicht falsch. Immerhin entwickeln wir im Spiel verschiedene Rollen. Jedoch ist es vielleicht für viele störend. Die meisten, so wie auch ich, haben eine Fortsetzung der Arkham Reihe erwartet, mit neuen Charakteren, aber die haben wir hier einfach nicht, wir haben hier ein eigenständiges Spiel, das vor allem mit guten Story´s, Charakterentwicklung und der Möglichkeit verschiedene Charaktere auszuprobieren, glänzt.

Jedoch wird der Glanz auch stark beeinflusst, durch die miese Steuerung, schwammiges Verhalten beim fahren, undeutliche Navigationskennzeichnungen, nach wenigen Sekunden verschwindenden Missionmarkern und so weiter. Gotham Knights kann verbessert werden, ob Warner das allerdings noch nachholt ist eine Frage die offen bleiben wird.

Zusammenfassung und Bewertung

Grundlegend ist Gotham Knights eine gute Idee gewesen. Die Story nach Batman fortzuführen macht Sinn. Die Arkham Reihe war groß, beeindrucken und verdammt gut, daran besteht kein Zweifel. Nun einen Neustart, mit frischen, unverbrauchten Charakteren und Ideen zu starten ist eine gute Idee. Vor allem nach der Titans TV Serie, die wirklich gut gelungen war, in meinen Augen zumindest, macht es Sinn das nun auch im spielerischen Batman Universum durchzusetzen.

Dennoch haben wir hier kein Batman Spiel. Gotham Knights ist schwerfälliger, grobschlächtiger und technisch schlechter umgesetzt als die Arkham Reihe. Man hat so ein wenig das Gefühl das dem Spiel gut ein halbes Jahr an polishing gefehlt hat. Die Steuerung hat teilweise komische Aussetzer, das Motorrad fährt sich wie ein nasser Schwamm und wirkt langsam. Die Steuerung in der Luft bzw. auf den Dächern fühlt sich an wie bei Marvels Spiderman und grundlegend fehlt es an einem gewissen Stil im Spiel. Fallschaden, selbst beim Sprung von gewaltigen Hochhäusern gibt es nicht, der Greifhaken funktioniert nur da wo die Entwickler das auch zulassen, selbst wenn es logisch wäre das er funktionieren muss gibt es halt einfach, trotz offensichtlicher Angriffpunkte, teilweise keine Möglichkeiten. Das finde ich schade, das man sich hier keine gedanken gemacht hat. Das haben wir in anderen Spielen besser umgesetzt erlebt.

Die Optik von Gotham Knights ist toll. Wir haben so viele tolle Bilder gesehen und schöne Momente erlebt das ich garnicht aufhören konnte zu fotografieren und die Stimmung einzufangen, dennoch wirkt Gotham teilweise wirklich mau dargestellt. Das düstere, einstige waberige, neblige, fehlt an vielen Stellen leider. Gotham ist teilweise zu hell geworden. Spannende Zwischenmissionen, Nebenaktivitäten und Herausforderungen werden leider durch viele generische Minimissionen und sich ständig wiederholende Kleinverbrechen ergänzt. Hinzu kommen die teilweise nutzlosen und sinnlosen Ermittlungsmissionen bei denen ihr nicht einmal einen Fehler machen könnt.

Das Rollenspielsystem mit Skills macht Sinn, immerhin müssen sich die Rächer noch entwickeln bevor sie Gotham alleine beschützen können, das kommt auch in der Story gut rüber, dennoch mag es viele Abschrecken. Ich fand es aber auch etwas zu umfangreich, ein bisschen weniger hätte dem Spiel durchaus gut getan. Ich selbst hatte auch so meine Probleme damit, aber es macht Sinn, wir sind nicht in einem Batman Spiel nur in einem Spiel im Batman Universum, das ist etwas ganz anderes. Wir würden auch nicht erwarten das Kamallah Kahn gegen Thanos kämpft.

Letztlich war es aber die Steuerung die mich am meisten genervt hat. Ständig schwinge ich in eine andere Richtung, das Motorrad fährt sich wie ein nasser Schwamm und die Wegbeschreibungen sind entweder kaum zu sehen (beim Motorrad) oder verschwinden sofort wieder (im AR Modus). Das hat das Spielgefühl doch stark getrübt und echt genervt. Ich bin ein wenig hin und her gerissen. Immerhin müssen wir dem Spiel zugestehen das es ein eigenes Spiel ist und KEIN BATMAN Spiel. Das ist halt wichtig zu erwähnen, denn wer hier ein Batman Spiel erwartet wird enttäuscht. Es fällt mir nicht leicht eine Wertung zu finden weil dieses Spiel an vielen Stellen so viele schöne und gute Dinge hat, aber auf der anderen Seite so viele miese und schlechte Elemente, die lieblos umgesetzt sind, das es schwer war zu einem abschließenden Urteil zu kommen.

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Ich muss hier eine eher schlechtere Wertung aussprechen, ansonsten könnte ich nur schwer damit leben denn die Fehler und unzulänglichkeiten fallen doch stark ins Gewicht. Vor allem das ständige wiederholen und die generischen Nebenmissionen haben das Spielgefühl, neben der schlechten Steuerung stark geprägt. Die wenigen wirklich guten Missionen fallen zwar sehr positiv auf, aber außer der Hauptstory gibt es hier nicht viel sehenswertes, also bleiben bei mir lediglich:

6 von 10 Punkte

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