Paper Beast Enhanced Edition

Paper Beast Enhanced Edition (PSVR2) im Test – Ein unvergessliches Abenteuer

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Ich habe mir eine VR2 Brille für meine PlayStation 5 zugelegt und das erste Spiel, welches ich darauf testen darf ist die Enhanced Edition zu einem der schönsten PSVR-1-Spiele überhaupt: Paper Beast. Am 27. September 2023 erscheint die verbesserte Version des Spiel für die PS5, welches erstmalig auch ohne Headset erlebt werden darf. Zudem verspricht das zuständige Entwicklerteam von Studio Pixel Reef eine “Vielzahl von Verbesserungen, die die Stärken der PS5 und PSVR 2 voll ausschöpfen” sollen. Die PS5-Version wird in 4K spielbar sein, während die PSVR-2-Version speziell für HDR optimiert wird. In beiden Varianten wurden hochauflösende Texturen implementiert, und die Lichteffekte wurden realistischer gestaltet. Was das Gameplay betrifft, wurde der Sandbox-Modus erweitert und bietet jetzt eine größere Vielfalt an Kreaturen und Pflanzen. Da ich die Ps4 Version nicht kenne, kann ich hier keinen vergleich ziehen, dennoch kann ich euch sagen, was ihr vom Spiel zu erwarten habt.

Eine surreale Welt

Wenn ihr wissen wollt, was Frank seiner Zeit über die PS4 Version zu sagen hatte, dann findet ihr seinen Test hier. Paper Beast entführt euch in eine surreale Welt, bestehend aus Wüstenlandschaften, farbenfrohen Wolkenformationen, glitzernden Kristallen und merkwürdigen papierähnlichen Lebewesen, die ihr auf einer Art karawanenartigem Abenteuer durch diese unwirkliche Landschaft begleitet. Die Regeln und Eigenheiten dieser fremdartigen Welt und ihrer Bewohner müssen von euch erst entschlüsselt werden. Wenn euch das gelingt, eröffnen sich neue Möglichkeiten und Pfade in dieser faszinierenden Umgebung. Die Spielmechaniken und Rätsel sind dabei stets dezent präsent und fügen sich nahtlos in die Spielwelt ein. Besonders bemerkenswert ist das realistische Physiksystem, das Elemente wie Sand und Wasser auf außergewöhnliche Weise simuliert.

Das Spiel kann in VR, aber auch auf einem herkömmlichen Bildschirm erlebt werden. Wobei ich hervorheben muss, dass der Titel gerade von dem erstaunlich immersiven VR-Erlebnisses lebt. Auf einem herkömmlichen Bildschirm oder gar nur als Zuschauer verliert das Spiel viel von seinem Zauber. Wirklich in den Bann ziehen, konnte es mich nur in VR. Zu meinem Leidwesen gehöre ich leider zur Bevölkerung der VR-Kranken, wodurch mir nur ganz kurze Spielsessions in VR möglich waren. Nach spätestens 20 Minuten wurde mir Speiübel und ich musste die Brille absetzen. Die Übelkeit war so schlimm, dass ein weiteres Spielen in VR über den ganzen Tag nicht mehr möglich war. 

Dementsprechend war das Spiel für mich gleichzeitig ein überaus spannendes, aber auch grässliches Erlebnis. Zwar gibt es Optionen, die die VR-Krankheit minimieren sollen, indem die Kamera abgehakt bewegt wird und man sich zur Fortbewegung teleportiert, doch dadurch büßt man viel von dem immersiven Erlebnis ein. Eine flüssige Fortbewegung durch die recht weitläufige Welt fühlt sich einfach noch ein Stück realistischer an, was mein Gehirn jedoch nur schlecht verarbeiten konnte. 

Verrückter Start

Der Start in das beeindruckende und unvergessliche Abenteuer ist recht seltsam. Man kommt sich in den ersten Spielminuten wie in einem wild blitzenden japanischen Musikvideo vor. Man weiß nicht recht was man machen soll und kaum ist die Musik vorbei findet man sich plötzlich allein in einer weiten Wüstenlandschaft wieder. Es gibt keinen Erzähler, kaum Text und kein Tutorial. Man muss völlig eigenständig herausfinden, was es mit den skurrilen, skelettartigen Kreaturen auf sich hat, die plötzlich um einen herumschwirren. Und natürlich muss man Wege finden, sie für seine eigenen Zwecke zu nutzen, da die Manipulation in der Regel auch ihr Wohl beeinflusst. 

Geführt wird man dabei von der eigenen Neugier. Ein Giraffenartiges Wesen stolziert durch die Wüstenlandschaft umher und wir müssen diesem folgen, um voran zu kommen. Der Anfang ist noch recht intuitiv und linear. Später werden die Rätsel deutlich kniffliger und undurchsichtig. Man probiert vielmehr aus, indem man mit der Umgebung interagiert oder man beobachtet zunächst die unterschiedlichen Szenarien, denn Hinweise werden durchaus gestreut. Das Spiel entführt uns nicht nur in Wüstenlandschaften, auch dunkle Höhlen oder Eislandschaften gehören zum abwechslungsreichen Repertoire des Titels. Zudem begegnen wir in fast jedem neuen Abschnitt immer wieder neuen Wesen, die nicht nur Neugier, sondern auch erstaunen in mir weckten. 

In Bezug auf Audio und visuelle Inszenierung gibt es bisher kaum etwas Vergleichbares in der Welt der VR. Immer wieder wird man von unkonventionellen visuellen Eindrücken wie wilden Regenschauern aus Zahlen, entspannenden Ballonfahrten oder anderen beeindruckenden Ereignissen überwältigt. Diese Erfahrungen werden begleitet von einer passend abgestimmten Geräuschkulisse und einer sphärischen Musik, die das Gesamterlebnis vertieft. Die subversiven Kritzeleien im Sand, wie beispielsweise “Dies ist keine Simulation”, regen zudem dazu an, über die Hintergründe des Geschehens nachzudenken. 

Es ist bedauerlich, dass der Zauber von Paper Beast bereits nach wenigen Stunden verblasst und man sich dann nur noch im entspannenden Sandbox-Modus austoben kann, wo man eigene Experimente durchführen und verschiedene Wettereffekte erleben kann, darunter auch ein Regenguss, der die sandige Landschaft beeindruckend erodiert. Es steht auch eine Gott-ähnliche Vogelperspektive zur Verfügung. 

Fazit

Paper Beast ist ein erstaunliches und unvergessliches Abenteuer für mich gewesen. Das Spiel entführt einen in eine inspirierend surreale Welt voller bizarrer Papierwesen und faszinierender Gesetzmäßigkeiten. Trotz meiner VR-Krankheit wollte ich jeden Tag aufs Neue in diese wunderschöne Welt abtauchen. Dadurch kam mir das Spiel aber auch deutlich länger vor, als es im Grunde ist, denn ich habe nicht länger als vier Stunden für den Durchlauf benötigt.

Die Entwickler haben die perfekte Mischung gefunden, um den Spieler immer wieder mit spannenden Element-Rätseln zu fordern, sei es durch das Umverteilen von Sand, das Lenken von Wasser oder andere clevere Tricks. Besonders bemerkenswert ist die unbeschwerte Eleganz und die beruhigende Atmosphäre, die den Spieler durch dieses physikalische Puzzle-Abenteuer begleitet. Ich vergebe 

9 von 10 Punkte