Mortal Kombat 1 Key Art

Mortal Kombat 1 im PS5 Test – Gelungener Neustart?

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Seit mittlerweile über 30 Jahren begeistert Mortal Kombat mit seinem fantastischen Gameplay und extremer Brutalität die Fighting Game Fans auf allen gängigen Plattformen. Selbst Gamer, die mit der Serie nicht vertraut sind, haben vermutlich schon mal was von Charakteren wie Scorpion oder Sub Zero gehört.

 

Spieler, die in den 80er Jahren oder früher, geboren wurden, werden sich wahrscheinlich immer an  Mortal Kombat auf dem Super Nintendo, oder sogar auf einem Arcade Automaten erinnern. Kombos und Finisher zu erlernen, war damals ein unglaubliches Gefühl. Ebenso die sogenannte Bluescreen Technik, mit der Schauspieler gefilmt und digitalisiert wurden. Dies sorgte für damalige Verhältnisse zu Fotorealismus, und hob sich damit zusätzlich von Genrevertretern ab.

Nach Mortal Kombat 9 aus dem Jahre 2011 bekommen wir nun mit Mortal Kombat 1 den zweiten Reboot serviert. Doch was hat sich verändert und fühlt es sich tatsächlich Frisch an?

Alles auf Anfang

Liu Kang hat eine völlig neue Zeitlinie erschaffen, nachdem er in Teil 11 Kronika – die Hüterin von Zeit und Architektin des Universums- besiegt hat. Diese neu erschaffene Zeitlinie dürfen wir mit MK 1 erleben.Zu Beginn war ich stark irritiert, Außenwelt und Erdenreich begegnen sich respektvoll und fast freundschaftlich. Im Mortal Kombat – dem Namensgebenden Turnier- wird niemand stark verletzt oder gar getötet. Aber natürlich bleibt es nicht dabei, die Story nimmt ihre Wendung und der Krieg zwischen Erdenreich und Außenwelt startet von neu.

Ab einem gewissen Zeitpunkt kann ich euch nur raten, den Blick vom Geschehen nicht für eine Sekunde abzuwenden. Denn sonst fragt ihr euch in der nächsten Sekunde, was ist jetzt passiert? So ist es mir nämlich ergangen.

Die Story ist in mehrere Kapitel unterteilt, wobei jedes mit einem anderen Charakter gespielt wird. Sie ist gut erzählt und auch visuell serientypisch sehr stark. Die Spieldauer betrug bei mir ca. 5 – 6 Stunden. Den Schwierigkeitsgrad auf Mittel empfand ich als recht einfach. Im 11. Teil hatte ich auf der Stufe Mittel doch teilweise arge Probleme.

Eine saubere Sache

Die Grafik ist wie immer fantastisch. Schon der Startbildschirm mit seinem markanten Drachen wirkte auf mich sehr imposant. Meinen ersten Kampf in der Kampagne verlor ich 2-mal, weil ich mich so stark auf den Hintergrund fixiert habe. Die Beleuchtung und die vielen Details wirken fast Fotorealistisch.

In der ersten Stage kämpft man vor einem Pool mitsamt eines Flamingo Schwimmrings. Das hat mich zusätzlich noch kurz an Dead Island 2 denken lassen. Das Gameplay läuft butterweich, egal was auf dem Bildschirm gerade passiert. Das Design der Charaktere wirkt auf mich erfrischend aber gleichzeitig auch bekannt. 

Was ist neu?

Mit den sogenannten Kameo-Kämpfern findet ein neues Gameplay Feature Einzug in Mortal Kombat. Diese sind Begleiter in euren Kämpfen, die ihr nicht selbst steuern könnt, aber per Knopfdruck als Unterstützung herbeirufen könnt. So lassen sich z.B. Charaktere kampfunfähig machen oder Kombos verlängern. Was ich an dieser Stelle nicht ganz nachvollziehen kann, ist die Tatsache, dass Kameo-Kämpfer nicht selbst spielbar sind. Charaktere wie Kano, Sonya Blade, Cyrax oder Jax agieren in diesem Teil nur als Unterstützer.

Die Krypta wurde komplett entfernt. Es gibt im Menü über den Punkt Schrein nun die Möglichkeit für 1000 erspielte Coins Spielinhalte freizuschalten. Darunter findet man unter anderem neue Farben für die Charaktere, Finisher, Ausrüstungsgegenstände oder Konzeptzeichnungen.

Ein neuer Spielmodus mit dem Namen Invasion ist nun vorhanden. Dabei bewegt ihr euch wie auf einer Art Spielbrett durch verschiedene Bereiche. Man schaltet Fähigkeitspunkte frei, und kann so seinen Charakter verbessern. Talismane und Relikte lassen sich finden und über eine Schmiede verstärken. Durch diese erhaltet ihr verschiedene Vorteile wie z.B. höhere Stärke oder ihr könnt im Kampf Feuerbälle schießen. Unter anderem findet man hier auch Minispiele wie Test your Might ( so schnell wie möglich vorgegebene Tasten drücken ). Darüber hinaus schaltet ihr auch hier Ausrüstungsgegenstände frei.

Umfang

Das gesamte Spielmenü wirkt auf mich sehr aufgeräumt und übersichtlich. Ich habe auf Anhieb alles gefunden was ich suchte. In vorherigen Teilen wirkte die Menüführung auf mich noch recht unübersichtlich. Insgesamt sollte hier wieder für jeden etwas dabei sein.

Ein Trainingsmodus in dem ihr eure Kombos oder Finisher üben könnt, ein Lokaler Modus in dem ihr euch auch mit euren Freunden auf der Couch messen könnt und natürlich der Multiplayer. Zudem gibt es die Story, den Invasionsmodus und die Türme.

Auch die Charakterauswahl ist erfreulich groß ausgefallen. So sind zum Start 23 Charaktere im Spiel und sechs weitere werden mit dem Kombat Pack 1 hinzukommen. Bis auf Havik, den man erst nach Abschluss der Kampagne freischaltet, sind alle Charaktere von Anfang an spielbar. Shang Tsung ist aktuell nur für Vorbesteller vorhanden. Dieser soll aber zu einem späteren Zeitpunkt als DLC käuflich erwerbbar sein.

Zu den spielbaren Kämpfern gesellen sich noch 15 Kameo-Kämpfer hinzu, die leider nicht alle selbst spielbar sind. Während man von Anfang an auf die 10 Kameo-Kämpfer:

  • Cyrax
  • Darrius
  • Frost
  • Goro
  • Jax
  • Kano
  • Sareena
  • Sektor
  • Sonya
  • Stryker

Zugreifen kann, werden die restlichen fünf Scropion, Sub Zero, Kung Lao, Shujinko und Motaro erst mit Erreichen eines bestimmten Account-Level freigeschaltet.

Fazit

Mortal Kombat 1 erfindet das Rad nicht neu. Die Story wird auf null gesetzt, Charaktere sind etwas anders designt, und Kameo-Kämpfer bringen etwas frischen Wind ins bekannte Gameplay. Zum aktuellen Zeitpunkt verstehe ich nicht, warum einige Kameo-Kämpfer selbst spielbar sind und andere wieder nicht. Zumal es sich dabei um Urgesteine wie Sonya oder Jax handelt.

Allerdings ist meine Vermutung oder Hoffnung, dass diese bei einer Story-Erweiterung integriert werden oder eben in einem zukünftigen Kombat Pack enthalten sein werden. Die Story empfand ich als unterhaltsam und das Fehlen der Krypta stört mich aktuell nicht. Der Invasionsmodus ist für mich am interessantesten und ich bin gespannt, was mich dort alles noch erwartet.

Ihr bekommt aber mit Mortal Kombat 1 genau das, was ihr erwartet. Ein visuell und Gameplay technisch überragendes Fighting Game, welches natürlich auch mit seiner übertriebenen Gewaltdarstellung zu glänzen weiß. Jedem langjährigen Fan kann ich diesen Teil empfehlen. Wer mit der Reihe noch nie etwas anfangen konnte, wird auch hier nicht glücklich.

Ich vergebe

8 von 10 Punkte