
Die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) hat ihre letzte juristische Schlacht gegen Microsoft verloren: Der Tech-Riese darf die Übernahme von Activision Blizzard vollziehen. Das Berufungsgericht des 9. Bezirks wies den Einspruch der FTC zurück und bestätigte die Entscheidung eines kalifornischen Gerichts aus dem Juli 2023. Die Behörde konnte nicht überzeugend darlegen, dass der 69-Milliarden-Dollar-Deal den Wettbewerb im Gaming-Markt erheblich beeinträchtigen würde.
Das Urteil im Detail
Bereits im Juli 2023 hatte das Gericht den Antrag der FTC auf eine einstweilige Verfügung abgelehnt. Die Begründung: Es gebe keine ausreichenden Beweise dafür, dass Microsoft den Wettbewerb im Markt behindern würde. Die FTC zog daraufhin vor das Berufungsgericht des 9. Bezirks, doch auch dort scheiterte sie. Das Gericht stellte fest, dass Microsoft durch den Deal nicht in der Lage sein wird, Konkurrenten wie Sony oder Nintendo vom Zugang zu Activision-Inhalten auszuschließen. Zudem wurden Bedenken hinsichtlich möglicher Wettbewerbsverzerrungen im Cloud-Gaming- oder Game-Pass-Markt als nicht stichhaltig erachtet.
Ein neuer Gigant entsteht
Mit der Übernahme von Activision Blizzard wird Microsoft zum zweitgrößten Spieleunternehmen der Welt – nur Tencent erzielt höhere Umsätze. Der Deal verschafft Microsoft Zugriff auf einige der erfolgreichsten Spiel-Franchises der Branche, darunter Call of Duty, World of Warcraft und Candy Crush. Zudem stärkt er die Position von Xbox im Wettbewerb mit Sony und Nintendo.
Ausblick
Obwohl der juristische Widerstand gegen die Übernahme nun endgültig gescheitert ist, bleibt abzuwarten, wie sich die Marktverhältnisse langfristig entwickeln werden. Die FTC prüft weiterhin, ob die Übernahme gegen US-Wettbewerbsgesetze verstößt. Zudem müssen auch andere Regulierungsbehörden, wie die britische Wettbewerbsbehörde CMA, ihre Zustimmung erteilen.
Für die Gaming-Community bedeutet dies jedoch vorerst: Der größte Deal in der Geschichte der Videospielbranche ist besiegelt – und Microsoft übernimmt die Kontrolle über einige der bekanntesten Marken der Branche.
Quelle: Reuters
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