News Ticker

Marathon im Härtetest: Solider Launch, aber klar hinter ARC Raiders – Hat Bungies Extraction-Shooter eine Zukunft?

Drei Monate nach Release zieht Marathon eine gemischte Bilanz. Bungies teurer PvPvE-Shooter startete respektabel, kämpft aber mit sinkenden Spielerzahlen und hohen Sony-Erwartungen. Im direkten Vergleich mit ARC Raiders, Hunt: Showdown und Escape from Tarkov zeigt sich: Das Spiel hat Potenzial – aber reicht es für die teure Live-Service-Zukunft?

Marathon sollte das nächste große Ding für Bungie und Sony werden. Mit starkem Gunplay, Sci-Fi-Setting auf Tau Ceti IV und Cross-Play auf PC, PS5 und Xbox wollte man das Extraction-Genre aufmischen. Doch die aktuellen Zahlen fallen nüchterner aus als erhofft.

Aktuelle Spielerzahlen und Community-Feedback

Derzeit liegen die gleichzeitigen Spieler auf Steam zwischen 4.000 und 11.000, der 24h-Peak bewegt sich meist um die 12.000–15.000. Der All-Time-Peak von rund 88.000 Spielern stammt noch aus der Launch-Woche im März 2026. Die Steam-Bewertungen halten sich mit Größtenteils positiv (ca. 77–79 % positiv bei über 60.000 Reviews) solide. Viele Spieler loben das präzise Gunplay und den Extraction-Loop, kritisieren aber Monetarisierung, Balance und fehlende Langzeitmotivation.

Der große Vergleich: So schlägt sich Marathon gegen die Konkurrenz

  • ARC Raiders (Embark Studios): Der aktuelle Genre-König. Mit 25.000–50.000+ Spielern, einem All-Time-Peak von über 480.000 und Very Positive Reviews dominiert das Spiel Verkaufszahlen und Retention klar.
  • Hunt: Showdown 1896 (Crytek): Der stabile Veteran mit 10.000–30.000 Spielern und extrem loyaler Community. Das einzigartige Horror-Western-Setting sorgt für langfristige Bindung.
  • Escape from Tarkov: Hardcore-Fans sorgen für 10.000–20.000 Steam-Spieler (viele nutzen den eigenen Launcher). Mixed Reviews, aber hohe taktische Tiefe.

Fazit des Vergleichs: Marathon liegt derzeit im Mittelfeld – hinter ARC Raiders und häufig auch hinter Hunt, etwa auf Augenhöhe mit Tarkov auf Steam.

Finanzielle Realität: Ein teures Experiment

Die Entwicklungskosten sollen bei über 200–250 Millionen USD liegen. Bei geschätzten 1,1–1,9 Millionen verkauften Einheiten (Brutto ca. 40–55 Mio. USD) steht das Projekt deutlich in den roten Zahlen – vor allem nach Plattform-Cuts und laufenden Live-Service-Kosten. Sony hat bereits hohe Wertberichtigungen auf die Bungie-Übernahme verbucht.

Prognose: Wie lange hält Sony durch?

Kurzfristig ist Marathon nicht in Gefahr. Bungie arbeitet derzeit an Season 2 und weiteren Updates, Free Weeks und Anpassungen sollen die Spielerbindung verbessern. Mittel- bis langfristig entscheidet sich alles an der Performance der kommenden Seasons: Gute Content-Updates und steigende MTX-Einnahmen könnten Marathon zu einem soliden Live-Service machen. Bei anhaltendem Rückgang drohen jedoch Kürzungen oder ein möglicher Wechsel zu Free-to-Play.

Gesamteinschätzung: Marathon hat ein starkes Fundament bei Gameplay und Lore, schafft es bisher aber nicht, aus dem Schatten von ARC Raiders herauszutreten. Für Bungie und Sony bleibt es ein teures Lehrstück in der harten Welt der modernen Live-Service-Games. Die nächsten Monate werden zeigen, ob der Shooter noch den Turnaround schafft.

Über Egor Sommer 1882 Artikel
Lange Zeit bei Playstation-Choice.de mitgewirkt und nun als Freelancer bei Gamolution.de tätig. Ich freue mich darauf euch weiterhin mit Tests, Specials und News rund um die Gaming-Welt zu informieren.
Kontakt: Webseite

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*