Vom Dach der Welt – Falconeer im X-Box Series X Test

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The Falconeer ist ein Projekt das eigentlich so ein wenig an mir vorbeigegangen ist. Ich wusste das es das Spiel gibt aber ich habe mich eigentlich aus irgendeinem Grund so ein wenig davon fern gehalten. Nicht bewusst, eher unbewusst, vielleicht hatte ich auch den falschen Trailer gesehen oder irgendwas darüber gelesen das mich davon abgehalten hat mich damit zu beschäftigen. Kurz vor Release jedoch ist mir The Falconeer wieder untergekommen. Da wir kaum eine nennenswerte Menge an Spielen für die neue X-Box Series X bei uns in der Redaktion begrüßen durften bin ich wieder auf The Falconeer gekommen und wir hatten sogar Glück das wir kurz vor Release noch ans Spiel rankommen konnten.

Alleine im ersten Trailer bemerkt man schnell das ich The Falconeer wohl unrecht getan habe. Das Spiel reizte mich schnell und ich erwartete natürlich großes vone inem X-Box Series X Launchtitel. Auch dieses Mal wieder sollte ich eine Überraschung erleben. Worin genau diese Überraschung lag lest ihr im ausführlichen Test zu The Falconeer!

Falconier fliegt! Das ist The Falconeer

Die Falkoniere sind Ritter einer unbekannten Welt. Die edlen Reiter der großen Falken kämpfen am Himmel über einer tosenden Ursee, gegen Piraten und für Recht und Ordnung oder einfach für ihre Überzeugung. In The Falconeer übernehmt ihr aber nicht einfach die Rolle eines beliebigen Charakters sondern werdet auf eine mystische Reise durch verschiedene Geschichten geschickt, die euch durchaus in die verschiedensten Ecken dieser doch recht feuchten Welt führen. Dabei müsst ihr nicht nur eure Flugkünste unter Beweis stellen, denn ihr kämpft direkt vom Rücken eures riesigen Falken, sondern auch eure Treffsicherheit und euer strategisches denken unter Beweis stellen, denn The Falconeer fordert mehr von euch als nur einen regen Abzugsfinger.

Das Spiel selbst bietet uns eine düstere Cell-Shading Welt in der so ziemlich alles passieren könnte. Spätestens wenn ihr erstmals den “Schlund” besucht habt, was recht früh im Spiel passiert versteht ihr wo die Faszination für The Falconeer her kommt.

Hoch in den Lüften – Das kann The Falconeer

Das Spiel selbst fordert viele verschiedene Entscheidungen in schneller Abfolge von euch. Zum einen müsst ihr in intensiven Dogfights euren Vogel unter Kontrolle halten, zum anderen ist es natürlich an euch eure Munition zu managen, die ihr in Gewittern wieder aufladen könnt. Hinzu kommen aber auch Missionen bzw. Abschnitte im Spiel in dem ihr zum Beispiel Wasserminen aus der See fischen müsst um damit Schiffe zu bambordieren. Dazu kommt die Ausdauer eures Vogels, bzw. die Energie mit der ihr kurze Flugsprints oder gewagte Ausweichmanöver hinlegen könnt. Geht euch diese Energie aus hilft nur ein Sturzflug, es sei denn ihr seid schon zu tief dafür. Aber auch das eintauchen ins Wasser ist nicht unbedingt ein Problem und kann in diversen Situationen euer Leben retten.

Der spielerische Schwerpunkt liegt aber in der Erzählung verschiedener Geschichten und in den knallharten Dogfights gegen Piraten und große Luftschiffe. Besonderer Schwerpunkt ist klar auf die beeindruckend gestaltete Welt gelegt worden, die euch viele verschiedene Lokalitäten bietet. Ihr bekommt vieles zu sehen und werdet dabei an beeindruckend gestaltete Plätze im Spiel geführt, die euch spielerisch vieles abverlangen werden.

Abgestürzt – Das kann The Falconeer nicht

Leider gibt es nicht nur positives zu sagen, auch wenn sich dieses Review bis hier hin vielleicht schon wie ein Werbetext angehört haben mag, ich meinte jeden Satz wie ich ihn geschrieben habe. The Falconeer hat aber leider auch einige Seiten die mir persönlich weniger zugesagt haben. Zum einen finde ich das Spiel stellenweise einfach zu düster. Auch der Schwierigkeitsgrad variiert oft unlogisch. Manchmal sind Missionen beinhart und wir müssen uns wirklich durchbeißen, spätere Missionen hingegen sind wieder total einfach, was etwas nervig ist. Dazu kommt aber auch das die Charaktere nur wenige Sprecher haben. Das bedeutet das wir die verschiedenen Story´s in denen wir ständig auf neue Charaktere und Spielfiguren treffen nicht wirklich fühlen können. Wir bekommen zwar eine gute Geschichte erzählt aber letztlich bleiben die Charaktere generisch und austauschbar. Die Einstiegsmission ist sogar so gestaltet das es wir überhaupt keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Charakteren haben, lediglich der Job Söldner oder Falkonier macht einen kleinen Unterschied.

Dazu kommt ebenfalls das weder das Belohnungssystem motiviert noch das Upgrademodell. Wir kommen einfach zu leicht an Fähigkeiten und Stufenauaufstiege heran oder sie bringen uns einfach nicht genug Vorteile, so das wir immer wieder fragen müssen warum das eigentlich so Sinn machen soll. Das ist gelinde gesagt etwas demotivierend, da muss man eigentlich nochmal dran und das Ganze einem deutlichen Balancing unterziehen.

Was war jetzt die große Überraschung

… oder auch: Fazit & Bewertung

Als ich The Falconeer zum ersten mal auf dem Schirm hatte habe ich das Spiel ignoriert, weil es mir uninteressant erschien. Kurz vor Release der X-Box Series X habe ich dann doch die Finger ans Spiel bekommen und das war sicherlich eine der besten Entscheidungen die ich jemals getroffen habe. Von allen Titeln, die zum Release der X-Box Series X herausgekommen sind habe ich The Falconeer am längsten und intensivsten gespielt und auch genossen. Ganz ehrlich, The Falconeer hat mich mehr als mitgerissen. Auch wenn die Grafik absolut nichts mit Next-Gen zu tun hat und auch weder ansprechende Spieglungen und/oder Lichteffekte im Spiel integriert sind, so ist es doch ein Flug Action Spiel das seinesgleichen sucht und immer wieder einen Punkt hervorbringt an dem man staunen kann oder etwas Neues entdeckt. Für mich ein absoluter Beweis wie gutes Gamedesign geht, wenn jetzt noch das Balancing stimmen würde und die Charaktere und Story etwas kurzatmiger erzählt bzw. besser gestaltet erscheinen würden wäre es für mich anwärter zum Spiel des Jahres.

Leider muss ich sagen das dieses Balancingproblem durchaus nervig ist und der schwankende Schwierigkeitsgrad ebenfalls stark stört, aber ansonsten ist The Falconeer ein absolut tolles Projekt geworden das auf X-Box One und X-Box Series X verfügbar ist sowie auf PC. Für gerae einmal 35 Euro bekommt ihr einen Titel den ihr gesehen haben müsst. Aufgrund des geringen Preises kann man wohl auch die fehlende Next-Gen Optik verschmerzen, dafür bekommt ihr ausreichend Action und tolle Momente geboten. Ich vergebe an dieser Stelle:

8 von 10 Punkte